Wenn dein Glück dich triggert

Eigentlich läuft gerade alles gut. Und wie aus dem Nichts tauchen düstere Gedanken, schwere Gefühle oder Worst-Case-Szenarien auf. Es ist, als würde etwas in dir auf die Bremse treten. Und so fällst du wieder raus – aus deiner Freude, deiner Verbundenheit oder deinem Erfolg … Ist dir das schon einmal so ergangen?
Mal ehrlich: Wer beginnt da nicht, sich die Haare zu raufen, sich anzuzweifeln, sich zu bedauern oder sich gar als „bescheuert“ einzustufen? 😉 Doch was, wenn genau diese lästige „Bremse“ der Schlüssel zu mehr Selbstbestimmtheit, Erfüllung, Verbundenheit und Erfolg ist? Lass uns das gerne etwas genauer anschauen.
Offenbar löst dein Wohlergehen eine Reaktion in dir aus, die dich am liebsten wieder zurück ins Alte ziehen möchte. Nicht nur unangenehme Erlebnisse können uns also triggern, sondern auch schöne und erfüllende Erfahrungen. Phasen voller Energie, Liebe, Lebendigkeit … Doch das ist keine Fehlfunktion unserer Psyche, sondern ein Mechanismus, der uns letztendlich dient. Wenn wir ihn heute verstehen und zu nutzen lernen.
Wenn wir getriggert werden, zeigt sich das meist durch eine emotionale oder körperliche Reaktion, die wir als unangenehm empfinden. Unser Nervensystem gibt uns ein Signal: Gefahr! Ein Alarmzustand wird aktiviert. Bei unangenehmen Erfahrungen können wir das leicht nachvollziehen. Wenn jemand beispielsweise negativ über uns spricht, dann ergibt es Sinn, wenn unser System uns vor weiteren Verletzungen schützen möchte.
Aber wieso möchte unser Nervensystem angenehme Erfahrungen verhindern? Wieso sollte ausgerechnet Erfüllung, Verbundenheit und Erfolg eine Gefahr sein? Weil wir diese positiven Erfahrungen irgendwann einmal mit Gefahr verknüpft haben. Unbewusst. Diese Verknüpfungen können auf ganz verschiedene Weisen und auf verschiedenen Ebenen entstanden sein. Vielleicht ist es ein Glaubenssatz, den wir als Erwachsener vom Umfeld oder Kollektiv übernommen haben. Oft liegen die Ursachen jedoch noch tiefer. In den ersten sieben Lebensjahren prägen uns unsere engsten Bezugspersonen besonders stark. Viele dieser Prägungen sind uns unbewusst. Wir brauchen daher oft etwas Hilfe, sie zu erkennen.
In meiner Arbeit zeigt sich oft, dass die Wurzeln unserer Prägungen noch tiefer reichen – bis auf eine karmische Ebene. Viele Menschen beispielsweise, deren Seelenaufgabe mit Heilung verbunden ist – Heilung ihrer selbst, ihrer Beziehungen, der Erde -, scheinen in früheren Inkarnationen den Entschluss gefasst zu haben, ihre Heilkraft NIE wieder einzusetzen, weil sie dafür bestraft oder ausgestoßen wurden.
Da alle vergangenen Erfahrungen in unserem Körpergedächtnis gespeichert sind, reagiert unser Nervensystem auch heute noch gemäß den Mustern der Vergangenheit. Ich erlebe das seit Jahren in meinen schamanisch-systemischen Coachings. Somit wird verständlich, warum unser System uns manchmal sogar vor erfüllenden Erfahrungen schützen möchte. Gerade in den schönsten Momenten erschaffen wir uns dann unbewusst neues Drama.
Wenn wir diesen Dienst unseres Nervensystems würdigen, die ursprüngliche Verknüpfung aufspüren und auflösen, dann … entspannt das Nervensystem. Dann lernt das Nervensystem, dass Freude keine Rechnung mehr nach sich ziehen muss. Dass auf Erfolg keine Strafe mehr folgen muss. Dann fühlen wir uns wieder frei … glücklich zu sein … voller Energie zu sein … erfolgreich zu sein … ins Leben verliebt zu sein. Was, wenn wir genau dafür designt wurden?
Unser Leben immer mehr aus einem entspannten Nervensystem heraus zu leben, ist … ein Heilungsweg. Es ist ein kreativer Prozess. Immer wieder dürfen wir neu hin spüren, loslassen, unser Ego entspannen und uns selbst neu erschaffen. Je offener wir dadurch für unsere Seelenessenz werden, desto erfüllender wird jeder Moment dieses Weges sein.
Unser Nervensystem kann uns dabei helfen, dieses wundervolle Kunstwerk, das wir sind, authentisch, lebendig und lichtvoll werden zu lassen. Denn es wird mit erstaunlicher Kreativität Mittel finden, uns darauf aufmerksam zu machen, was in uns noch in Heilung gehen möchte.
Mit einem chronisch überreizten oder erstarrten Nervensystem durchs Leben zu gehen, erscheint manchmal wie eine dunkle, nie von uns weichende Wolke, die alle unsere Lebensbereiche überschattet. Wir fühlen uns subtil gestresst, unsicher, ängstlich oder erschöpft. Daher ist es so sinnvoll und kraftvoll, unser Nervensystem bewusst in unseren Heilungsweg miteinzubeziehen. Damit steigen wir aus dem Negativkreislauf aus, der entsteht, wenn wir unbewusst ständig gegen unser eigenes System kämpfen.
Wenn unser Nervensystem Schritt für Schritt lernt, dass Entspanntheit, Glück und Freiheit – entgegen der bisherigen Erfahrungen – tatsächlich viel sicherer sind als der chronische Alarmzustand, dann öffnen sich immer wieder völlig neue Türen. Dann versuchen wir nicht mehr gegen den Strom zu schwimmen, sondern übergeben uns unserem ureigenen, inneren Fluss.
Was könnte erfüllender sein?
Alles Liebe,
Amaresh
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