10 Gebote für den Planeten, die Menschheit und das Leben

Wappen Boliviens

Zehn Gebote, um den Planeten, die Menschheit und das Leben zu retten wurden von Boliviens Präsident Evo Morales verfasst und auf der UNO-Generalversammlung vorgetragen: Vom Ende des Kapitalismus und Konsumismus über den Schutz von Mutter Erde und des Wassers bis zum „Bien vivre“ (dem guten Leben). Daran sollten sich mal andere Staatspräsidenten ein Vorbild nehmen.

1. Mit dem Kapitalismus aufhören

Um den Planeten, das Leben und die menschliche Spezies zu erhalten, müssen wir mit dem Kapitalismus aufhören. Es ist Zeit, die finanziellen Schulden des Südens gegen die ökologischen Schulden des Nordens aufzurechnen.

2. Auf Kriege verzichten

Kriege sind die größte Verschwendung und Plünderung von Leben und der natürlichen Ressourcen. Wir, die indigenen Völker des Planeten, müssen der Welt sagen, dass wir glauben, dass die Millionen und Abermillionen von Dollar, die heute in die Industrie des Todes investiert werden, in einen großen gemeinsamen Fonds gehen sollten, um den Planeten, die Menschheit und das Leben zu retten.

3. Eine Welt ohne Imperialismus und Kolonialismus

Das kapitalistische System trägt in seinen Eingeweiden den Imperialismus und den Kolonialismus. Den anderen zu beherrschen, den anderen zu unterwerfen, den anderen zu kontrollieren und den anderen unterzuordnen sind die Formen des „Lebens“ dieses Modells der „Entwicklung“, die auf der Konkurrenz basiert und nicht auf der Ergänzung/Vollständigkeit.

4. Das Wasser als Recht aller Lebewesen

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Der Grundwasservorrat geht weltweit zurück. Um uns mit dieser Weltkrise des Wassers auseinanderzusetzen, müssen wir damit anfangen, den Zugang zu Wasser als Menschenrecht zu erklären und folglich als eine öffentliche Dienstleistung, die nicht privatisiert werden kann. Wenn das Wasser privatisiert und vermarktet wird, können wir kein Wasser für alle garantieren. Es ist fundamental, den Zugang zu Wasser zum Menschenrecht zu erklären.

5. Saubere und umweltfreundliche Energiearten

Einige Daten ermöglichen uns zu verstehen, was in der Welt im Hinblick auf die Anwendung von Energie und ihre Beziehung zur Natur vor sich geht. Die Entwicklung sauberer und umweltfreundlicher Energien ist eine weitere grundlegende Aufgabe zur Rettung des Planeten, der Menschheit und des Lebens.

6. Achtung vor der Mutter Erde

Der Schändung unserer Mutter Erde und aller ihrer Lebewesen werden wir mit der Kraft der Erkenntnis und der Liebe zur Schöpfung entgegenwirken. Die Erde kann nicht nur als eine natürliche Ressource angesehen werden. Wir respektieren die Natur, ehren unsere Mutter Erde und erkennen die Naturgesetze als höchstes Gesetz an.

7. Die Grunddienstleistungen als Menschenrecht

Der Zugang zu Wasser, Energie, Bildung, Kommunikation, Gesundheit und Transport ist ein Grundrecht, das jeder Staat seiner Bevölkerung als grundlegendes Menschenrecht garantieren muss. Diese Dienstleistungen können nicht zuprivaten Geschäften gemacht werden. Sie müssen zur Grundlage der öffentlichen Dienste werden.

8. Verbrauchen, was notwendig ist, und Konsum des lokal Produzierten

Wir müssen Schluss machen mit dem Konsumismus, der Verschwendung und dem Luxus. Im ärmeren Teil des Planeten verhungern jedes Jahr Millionen Menschen; gleichzeitig werden im reicheren Teil des Planeten Millionen Dollar ausgegeben, um die Fettleibigkeit zu bekämpfen. Wir verbrauchen im Exzess, wir vergeuden Naturressourcen und produzieren Müll, der die Mutter Erde vergiftet. Verbrauchen, was notwendig ist, und dem Verbrauch dessen, was wir lokal produzieren, den Vorrang geben, das ist von erstrangiger Bedeutung, um den Planeten, die Menschheit und das Leben zu retten.

9. Respekt vor kultureller und wirtschaftlicher Vielfalt

Der Kapitalismus reduziert die Menschen auf ein Leben als Konsumenten. Wir – die indigenen Völker dieses Planeten – glauben nicht an Einheitslösungen für alle. Menschen sind verschieden. Wir leben in Gemeinschaften mit Identitäten, mit eigenen Kulturen. Eine Kultur zu zerstören, die Identität eines Volkes anzugreifen – das ist der größte Schaden, den man der Menschheit zufügen kann.

10. „Vivir Bien“ – das gute Leben

Wir – die indigenen Völker dieses Planeten – wollen einen Beitrag leisten für eine gerechte, vielfältige und ausgeglichene Welt, die einschließt und nicht ausgrenzt. Wir sagen „Vivir Bien“ – das gute Leben. Ich denke, dass wir Menschen unsere Wurzeln wiederentdecken können – und sollten. Ich glaube daran, dass die Menschheit eine gerechtere Welt aufbauen kann. Eine vielfältige Welt, eine Welt, die integriert und ausgeglichen ist, eine Welt im Einklang mit der Natur, mit der Mutter Erde.

Zur Person (Quelle Wikipedia):
Juan Evo Morales Ayma (* 26. Oktober 1959 in Isallawi im Cantón Orinoca im Departement Oruro, Bolivien) ist seit dem 22. Januar 2006 Präsident Boliviens. Außerdem ist er Führer der sozialistischen bolivianischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS) und der Bewegung für die Rechte der Coca-Bauern. Evo Morales gewann mit 54 Prozent der Stimmen die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen 2005. Er wurde damit als erster Indígena Staatsoberhaupt von Bolivien und errang den deutlichsten Wahlsieg seit Ende der letzten Militärregierung 1982. Bei der Präsidentenwahl vom Dezember 2009 übertraf er mit einer Zustimmung von 64 Prozent der Bürger das Ergebnis von 2005. Morales’ Markenzeichen sind sein Pullover (Chompa) und eine gerne lässig darübergeworfene traditionelle Lederjacke (Chamarra), die er zur Betonung seiner indigenen Wurzeln auch bei seiner Weltreise zu Staatsoberhäuptern anlässlich seiner Einführung als Präsident trug. Im Oktober 2009 wurde Morales von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „World Hero of Mother Earth“ ernannt.

Die Übersetzung der 10 Gebote wurde erstmals bei sein.de veröffentlicht.

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4 Kommentare zu “10 Gebote für den Planeten, die Menschheit und das Leben
  1. Markus Gastl sagt:

    die konsequenz daraus ist, das wir, jeder von uns sich ändert…
    wie soll das funktionieren?
    das ist die grosse frage…
    die politik liefert keine lösungen, denn sie unterstuetzt das ganze system…

    ich denke viel ueber diese fragen nach und sehe für mich nur eine möglichkeit,
    …. ich fang selber an, verbrauche weniger energie, gehe weniger in die arbeit, kaufe nichts was nicht notwendig ist…
    …. ich gestalte meinen garten, mein land, so vielfältig und lebendig wie die erde sein sollte…und könnte

    wenn nur menschen ihr glueck nicht nur im materiellen, sondern im ideellen suchen wuerden… aber da liegt schon zu meinen unmittelbaren nachbarn ein riesen grosser berg der abgetragen werden muesste…

    hoffnung?

    nein da muss es eine grosse revolution geben, die von den menschen und nicht von den politikern getragen wird, so schön die worte von morales auch klingen…

  2. Kirsten Berr sagt:

    Ich bin zutiefst überzeugt, dass es nur so gehen wird, wie Markus es schreibt: jeder fängt bei sich selbst an. Wenn jeder für sich das realisiert, was er in der Welt sehen möchte, dann hätten wir in nullkommanichts eine Welt voll von Liebe.
    Andere Menschen oder auch Systeme ändern zu wollen funktioniert nicht.

  3. Björn S. sagt:

    Schließe mich an. Jeder ist der Schöpfer seiner Wirklichkeit. Packen wir es an.

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