Die Kraft der Verletzlichkeit

Verletzlichkeit zu zeigen ist der Schlüssel zu einem aus ganzen Herzen erfüllten Leben. Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Mut, Courage und ermöglicht erst Kreativität, Innovation und Wandel. Nur die Scham es möglichlicherweise nicht wert zu sein, hält uns davon ab. Brené Brown (Buch: Die Gaben der Unvollkommenheit) hat zu ihren bemerkenswerten Forschungsergebnissen einen wundervollen Vortag gehalten. Ihre persönliche Geschichte der Entdeckung und Integration von Verletzlichkeit und Scham ist inspirierend.

In ihrer inzwischen 12jährigen Forschungszeit fand Brown heraus, was es Menschen ermöglicht, sich verletzlich und ohne Scham zu zeigen. Erstens Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben, glauben, dass sie der Liebe und Zugehörigkeit würdig sind. Sie haben die Courage unvollkommen zu sein. Sie haben Mitgefühl und sind zuerst zu sich selbst liebenswürdig und dadurch auch zu anderen. Zweitens nehmen diese Menschen Verletzlichkeit gänzlich bereitwillig an. Sie glauben, dass das, was sie verletzlich macht, sie wunderschön macht.

Wenn uns das nicht gelingt versuchen wir in einer verletzlichen Welt unsere Verletzlichkeit mit Pillen, Drogen und Essen zu betäuben. Trauer, Beschämung, Angst, Enttäuschung, ich will diese Gefühle nicht haben. Doch man kann Gfeühle nicht selektiv betäuben. Wenn wir also jene negativen Gefühle betäuben, dann betäuben wir auch Freude, Dankbarkeit, Glücklich-Sein. Dann fühlen wir uns elend, suchen nach Sinn und Bedeutung im Leben, fühlen uns verletzlich, dann nehmen wir wieder ein paar Bier und einen Banane-Nuss-Muffin. Daraus entsteht ein Teufelskreis.

Doch es gibt Wege da raus, die Brown herausgefunden hat: „Zulassen, gesehen zu werden, tiefgehend gesehen, verletzlich gesehen, zu lieben mit unserem ganzen Herzen, auch wenn es keine Garantie gibt … Fähig sein inne zuhalten und, statt darüber zu katastrophisieren was passieren könnte, zu sagen: ‚Ich bin einfach so dankbar, weil sich so verletzlich zu fühlen bedeutet, dass ich lebe.‘ Und zuletzt das, was ich glaube, dass wahrscheinlich das allerwichtigste ist: daran zu glauben, dass wir genug sind. Denn wenn wir sagen können: ‚Ich bin genug.‘ dann hören wir auf zu schreien und beginnen zuzuhören, sind liebevoller und freundlicher zu den Menschen um uns herum, und sind liebevoller und freundlicher zu uns selbst.“

Ihren persönlichen Weg mit diesen Erkenntnissen führte Brene Brown zu einem „Breakdown“ oder wie ihre Therapeutin sie beruhigte „einem spirituellen Erwachen“. Das sie diesen Prozess via TED und youtube mit inzwischen über 6 Millionen Menschen geteilt hat, führte sie zu weiteren Erfahrungen mit Scham und Verletzlichkeit, die sie in ihren aktuell veröffentlichten TED-Talk wieder mit viel Humor und Herz veröffentlicht. Sie hat entdeckt, das sie gleichzeitig nichts mehr wünschte und nichts mehr fürchtete, als das ihre Arbeit von vielen Menschen gesehen wird. Die Videos haben deutsche Untertitel. Bitte aktivieren.

Foto: Brené Browne

Zur Person: Brené Brown, Ph.D., ist LMSW ein Forschungs-Professor an der Universität von Houston Graduate College of Social Work. Sie hat in den vergangenen 12 Jahren Verletzlichkeit, Mut, Authentizität, und Scham erforscht. Hier geht es zu ihrem Blog.

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2 Kommentare zu “Die Kraft der Verletzlichkeit
  1. Doris sagt:

    Liebe Bettina, 

    ich danke dir herzlich für diesen Beitrag und das Teilen des TED Talks. Es trifft mich zu dieser Zeit besonders. Einfach nur DANKE! Doris

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