Putzkräfte wertvoller als Banker

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Foto: Marianne J. / pixelio.de

Die Arbeit von Putzhilfen ist gesellschaftlich wertvoller als die von Bankern. Britische Ökonomen der New Economic Foundation haben errechnet, dass während Putzkräfte in einem Krankenhaus für jeden Euro Lohn, einen sozialen Wert von elf Euro schaffen, Banker acht Euro vernichten. Sie verwenden für ihre Analysen das Prinzip des Social Return on Investment. Im Gegensatz zu herkömmlichen betriebswirtschaftlichen Ansätzen quantifiziert die „soziale Investitionsrechnung“ neben dem wirtschaftlichen auch den gesellschaftlichen und ökologischen Wert, der durch eine bestimmte Arbeit geschaffen oder zerstört wird.

„Das Gehalt reflektiert oft nicht den wahren Wert, der geschaffen wird. Als Gesellschaft brauchen wir eine Lohnstruktur, die Arbeitsstellen auszeichnet, die den meisten sozialen Nutzen bringen, und nicht Profite auf Kosten von Umwelt und Gesellschaft machen“, erklärt Eilis Lawlor, eine Sprecherin des Think-Tanks gegenüber BBC Online.

Durch die Studie sollen nicht Berufsgruppen mit hohem Gehalt zu diskreditiert werden, sondern eine neue Bewertung einführt werden: „Es sollte einen Zusammenhang geben zwischen dem, was wir für eine Arbeit bezahlt bekommen, und dem Wert, den sie für die Gesellschaft schafft“, meint Lawlor.

Insgesamt haben die Ökonomen sechs Berufsgruppen analysiert. Ein Bespiel Topmanager in Banken verdienen in Großbritannien zwischen 550.000 und 88 Millionen Euro pro Jahr – und vernichten im gleichen Zeitraum den siebenfachen Wert. Das negativste Resultat haben die Forscher allerdings für Steuerberater errechnet: Da gehen für jeden Euro, den sie verdienen, rund 50 Euro für die Gesellschaft verloren.

Der Think-Tank New Economic Foundation hat soeben die Studie „A Bit Rich: Calculating the real value to society of different professions“ veröffentlicht.

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