Poesie: Strand von Tunix1 min read

Foto: Sabrina Gundert
Foto: Sabrina Gundert

Von Stefan König. „Uns langt’s jetzt hier!
Der Winter ist uns zu trist,
der Frühling zu verseucht,
und im Sommer ersticken wir hier.

Uns stinkt schon lange der Mief aus den Amtsstuben,
den Reaktoren
und Fabriken,
von den Stadtautobahnen.

Die Maulkörbe schmecken uns nicht mehr
und auch nicht mehr die plastikverschnürte Wurst.
Das Bier ist uns zu schal
und auch die spießige Moral.

Wir wollen nicht mehr immer dieselbe Arbeit tun,
immer die gleichen Gesichter zieh’n.
Sie haben uns genug kommandiert,
die Gedanken kontrolliert,
die Ideen,
die Wohnung,
die Pässe,
die Fresse poliert.

Wir lassen uns nicht mehr einmachen
und kleinmachen
und gleichmachen.

Wir hauen alle ab! Zum Strand von Tunix!“

Hintergrund: Ende Januar 1978 versammelten sich in West-Berlin Tausende von Spontis zum „Tunix“-Kongress. Das Treffen vor 30 Jahren wurde zur Geburtsstunde der Alternativbewegung – und von Institutionen wie der „taz“ oder den „Grünen“. Der Entwurf des „Aufrufs zur Reise nach Tunix“ stammte von Stefan König, der heute ein renommierter Strafverteidiger in Berlin ist. Mehr bei Spiegel Online.

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