Es ist möglich

Foto: Sabrina Gundert

Foto: Sabrina Gundert

Von Sabrina Gundert. Ich glaube nicht mehr an all die Geschichten davon, was alles nicht möglich sein soll.

Mir scheint, wir haben es uns oft gut eingerichtet in den Gründen, warum etwas nicht geht. Kein Geld. Zu wenig Wissen. Keine Zeit. Nicht die notwendige Ausrüstung. Ich glaube da nicht mehr dran.

Weil ich jeden Tag auf dieser Welt Menschen sehe, die genau das tun. Die tun, wofür sie brennen, die dafür gehen. Die nicht nach dem Warum-geht-es-nicht fragen, sondern die einfach den nächsten Schritt setzen.

Ich selbst kenne die Dramen, die Vermeider, die Geht-nichts lange genug. Ich höre sie jeden Tag von den Stimmen in meinem Kopf, von Menschen um mich herum und manchmal scheint es mir fast, ist es die kollektive Stimme eines großen Teils der Gesellschaft, die ich da höre.

Was mich erschreckt ist, wie wir uns damit selbst ein Gefängnis gebaut haben. Wie wir uns selbst kleinhalten, von unserer Kraft abschneiden, indem wir uns wieder und wieder sagen, was (und warum) alles nicht möglich ist.

Ich glaube nicht, dass es immer einfach ist. Dass uns die Dinge zufallen, dass wir sie uns nur wünschen müssen und schon sind sie da. Manchmal mag das funktionieren, darauf setzen würde ich jedoch nicht. Ich glaube dafür sehr wohl an die Kraft der Träume und Visionen.

An die Kraft, die es freisetzt, wenn wir für etwas gehen, für das wir wirklich brennen. Wenn wir den Gedanken nach dem Warum-es-nicht-geht nicht länger Nahrung geben, sondern einfach gehen.
Ich glaube, dass wir immer Wege und Möglichkeiten finden, wenn wir es wirklich wollen. Dass wir uns die Fähigkeiten aneignen können, die wir brauchen, um zu verwirklichen, was uns am Herzen liegt. Dass wir die Menschen treffen werden, die uns genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort unterstützen. Dass wir genug haben, um den ersten Schritt zu machen.

Sicherlich, das Ergebnis wird oft anders aussehen, als wir es uns vorgestellt haben. Manchmal besser, größer, grandioser. Manchmal auch einfach ganz anders, vielleicht sogar scheinbar wie eine Niederlage. Doch wenn ich mir vorstelle, am Ende meines Lebens da zu stehen und nur all die Dinge aufzuzählen, die ich von Herzen gerne hätte tun wollen, aber nicht getan habe, fühlt sich das weit schlechter an, als wenn ich sagen kann, das und das und das – das habe ich getan, dafür bin ich gegangen und das ist dabei rausgekommen.

In meiner Arbeit begegnet es mir immer wieder. Das Leuchten in den Augen, die plötzliche Kraft, die Stärke, der Wille, das Durchhaltevermögen, die auftauchen bei Menschen, die wiedergefunden haben, wofür sie brennen. Die sich wieder daran erinnern, wofür sie gehen wollen. Die diesem, was sie leben lässt, was sie in der Welt teilen wollen, wieder Raum geben in ihrem Leben.

Ich glaube, wir haben uns alle viel zu lange an die Illusion geklammert, dass das Geld uns wirklich erfüllt. Ich glaube, wir tun es heute noch oft. Sicherlich, Geld ist wichtig, wertvoll. Habe ich Geld, kann ich Dinge angehen, umsetzen, kann mir gute Lebensmittel, Kleidung, das, was ich zum Leben brauche, kaufen, vielleicht sogar einige Extras. Aber ich glaube, es ist nicht der Weg, Geld gleichzusetzen mit Gott, mit Erfüllung, mit dem einzig Wahren.

Weil daran unser Innerstes verkümmert, weil dann einem Teil von uns Nahrung fehlt. Und weil wir uns dadurch in unseren Möglichkeiten selbst beschneiden.
Ich glaube, wir streben alle danach, zutiefst schöpferisch tätig zu sein. Unseren Ausdruck in der Welt zu finden. Etwas in ihr zu kreieren, in sie hineinzugeben.
Erinnern wir uns wieder daran. Jede und jeder für sich und alle miteinander. Lassen wir uns ermutigen von den Menschen um uns herum, die genau das jeden Tag tun. Erkennen wir wieder, dass es möglich ist. Umzusetzen und zu leben, wofür wir brennen. Den ersten Schritt zu machen. Loszugehen. Genau jetzt.

Sabrina-Gundert1Sabrina Gundert begleitet Frauen mit ihren Coachings, Seminaren und Büchern dabei, ihr Leben bewusst zu gestalten, zurückzufinden in ihre Kraft und ein Leben zu leben, das sie tief erfüllt. www.handgeschrieben.de

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3 Kommentare zu “Es ist möglich
  1. Michael Drews sagt:

    Wer „für etwas BRENNT“, der kann auch „für dieses Etwas AUS-BRENNEN“.
    Aber die „Leidenschaft“ hat ja auch so ihre Tücken, weil „Leidenschaft“ so manches mal „Leiden – schafft“ …
    Also, sollte man vielleicht doch lieber in seinem Leben das tun, woran man „glaubt“ oder das man „liebt“.
    BRENNEN möchte ich nicht – das ist mir zu gefährlich und könnte weh tun … autsch :)))

    Übrigens: Der obige Artikel gefällt mir sonst recht gut. Danke dafür!

  2. Sabrina sagt:

    Lieber Michael,

    brennen hat zugleich auch etwas mit dem inneren Feuer für mich zu tun, mit dem, wofür ich brenne – hier kann mir das Feuer auch Kraft geben. Und – es ist wohl wie mit allem im Leben: Das eine bedingt das andere, jede Medaille trägt ihre zwei Seiten in sich. Und wir können uns immer wieder bewusst entscheiden, welche wir anschauen, welcher wir folgen wollen – und welche Worte wir dafür wählen wollen 🙂

    Herzlich,
    Sabrina

  3. Eric sagt:

    Auch als Mann möchte ich dir Recht geben, dieser Weg braucht Zeit und Vertrauen, doch all das erlangen wir, indem wir losgeheb, weil dort werden uns Momente begegnen die uns wieder glauben lassen.

    LG Eric

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