Liebe Magersucht…

Foto: arte

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Magersucht ist bis heute ein Rätsel für Familien, Ärzte und die Patientinnen selbst. Warum zwingen sie sich zu diesem extremen Verzicht? Junge Frauen aus Frankreich, England und Rumänien erzählen, wie sie die Krankheit besiegt haben, und engagierte Pflegekräfte geben Einblicke in die komplexe Welt der Magersucht und ihrer Heilmethoden.

Bis heute kreisen viele Fragezeichen um das Thema Magersucht. Warum essen junge Frauen absichtlich so wenig, dass sie damit sogar ihr Leben gefährden? Wie kommt ihre verzerrte Selbstwahrnehmung zustande? Und wie kann man sich dieser Krankheit sinnvoll nähern?

Im Dokumentarfilm kommen vier Magersucht-Patientinnen zu Wort. Stéphanie und Elodie aus Frankreich, Elise aus London und Catalina aus Bukarest haben ganz eigene Geschichten und doch sehr ähnliche Symptome: den Drang nach Kontrolle und den schmerzhaften Wunsch nach Vollkommenheit; den Frust des Teufelskreises, lähmende Traurigkeit und das Gefühl, ihr eigenes Leben gleiche einer Hölle. In einer Gesellschaft, in der die Identitätsbildung zunehmend über Bilder funktioniert, ist das Entstehen solcher Selbstzweifel nicht untypisch. Wie reagieren junge Frauen auf die Schlankheitsideale, den Nahrungsmittelüberfluss und den Ich-Wahn der heutigen Zeit?

In „Liebe Magersucht…” teilen der französische Sozialanthropologe Claude Fischler, der italienische Psychiater Gustavo Charmet, der in Mailand seit fünfzig Jahren mit Teenagern arbeitet, und der rumänische Psychologe Oltea Joja ihre Überlegungen zur gesellschaftlichen Konditionierung des menschlichen Körperbildes.

Engagierte Pflegekräfte erzählen von ihren Fragen und Überzeugungen, ihren Zweifeln und ihrem Erkenntnisdrang. Anorexie lässt die Grenzen zwischen Psychologie, Verhaltensbiologie und Medikamentierung verschwimmen – noch kann keine medizinische oder paramedizinische Disziplin allein die Krankheit heilen.

Bei arte Dienstag, 18. Oktober um 22.00 Uhr
Wiederholung Donnerstag, 17. November um 9.25 Uhr
In der Mediathek vom 18. Oktober bis zum 17. Dezember 2016

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