Tanzen um zu heilen


Die Tänzerin Anna Halprin erkrankte vor ungefähr 55 Jahren an Krebs. Sie wusste, dass Tanz früher auch zur Heilung benutzt wurde und beschloss, zu tanzen, um sich selbst zu heilen. Heute ist sie 97 Jahre alt. Anna sagt, dass es nicht dasselbe ist, medizinisch geheilt und wirklich geheilt zu werden. Um vollständig von einer Krankheit geheilt zu werden, muss man einen anderen Prozess durchlaufen. Um durch Krankheit zu tanzen, muss man sie zuerst annehmen. Durch die psychologischen Knoten und Wunden, welche die Krankheit geschaffen hat, können negative Emotionen freigesetzt werden.

Sie fing an, Tanz zu benutzen, um jungen Männern zu helfen, die AIDS hatten, während des Höhepunkts der Epidemie in Vereinigten Staaten. Indem sie ihre Krankheit „zusammen tanzen“, konnten sie ihre Angst, Wut und Frustration sowie ihre Liebe füreinander ausdrücken. Sie sagt, dass dieses Stammesgefühl von Gemeinschaft und Stärke den AIDS-Opfern ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Friedens gegeben habe, was eine Art Heilung sei.

Anna verwendete auch Tanz, um rassistische Vorurteile zu bekämpfen, die sie eine andere Art von Krankheit nennt. Sie gründete die erste Multi-Rassen-Tanzkompanie in den USA. Heilung kann auf vielen verschiedenen Ebenen stattfinden, auch in sozialen, sagt sie. Mit dem „Planetary Dance“, der heute in 46 Ländern der Welt stattfindet, hat Anna ihr Konzept der Heilung durch den Tanz auf eine globale Ebene gebracht. Der Tanz ist keine Aufführung, sondern ein Friedensritual für die Umwelt, das Land und die Welt.

Für sie ist der Tanz ist für jeden da, denn jeder Mensch kann etwas ganz besonderes in seinem Herzen spüren: „Ich tanze für …“ Der Tanz ihr geholfe, die wahre Natur ihres Körpers und ihre Integration in die Umwelt besser zu verstehen. Sie glaubt, dass eine Person Zeit in der Natur verbringen und sie taktil erleben muss, um vollständig zu erkennen, dass sie eins sind. Deshalb ist sie eine so starke Verfechterin des Umweltschutzes, von dem sie sagt, dass es das Leben selbst ist. Wenn wir irgendeinen Aspekt davon zu verlieren, verlieren wir, wer wir sind.

Der Unterricht ist immer noch inspirierend für Anna, denn wenn sie sieht, dass ihren Schülern etwas fehlt, ist sie dazu motiviert, etwas Neues zu schaffen, um ihnen zu helfen. „Alles ist in Bewegung, die ganze Zeit … Aus allem können wir tanzen“, sagt sie.

DVD-Tipp über das Wirken von Anna Halprin: Breath made Visible

 

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