Rücklicht: Die Anwältin der Erde Polly Higgens

Foto Polly Higgens TEDx

„Die Erde braucht einen guten Anwalt.“ Dieser Gedanke ließ Polly Higgins nicht in Ruhe. “Er hat mein Leben verändert.“ So unterbreitete sie der Rechtskommission der Vereinten Nationen den Vorschlag, Ökozid als internationales Verbrechen anzuerkennen.

„Ich stand eines Tages vor Gericht“, sagte die Schottin in einem Interview 2012: „In einem langen Fall, dem letzten Tag des Berufungsgerichts, dauerte es drei Jahre, und wir warteten darauf, dass die Richter wiederkamen. Ich hatte meinem Klienten, dessen Rechte am Arbeitsplatz verletzt worden waren, als Anwältin vertreten. Ich schaute aus dem Fenster und dachte: „Die Erde wird auch verletzt und es wird nichts dagegen unternommen.“

Fortan setzte sie sich für ein internationales Recht ein, das Unternehmensleiter und Regierungen zur Rechenschaft ziehen würde, indem sie strafrechtlich für die von ihnen verursachten Umweltschäden haftbar gemacht würden. Als Teil dieser Arbeit schrieb Higgins Eradicating Ecocide und gründete den ersten nicht-kommerziellen Treuhandfonds für Umweltschützer. Sie war Mitbegründerin der Earth Law Alliance.

Sie wurde von der Zeitschrift The Ecologist als “eine der zehn visionärsten Denkerinnen der Welt” bezeichnet.

Polly Higgens verstarb am 21. April 2019 im Alter von 50 Jahren viel zu früh. Nun müssen wir alle AnwältInnen für Mutter Erde sein.

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