Wir werden geführt

Foto: Sabrina Gundert

Von Sabrina Gundert. Für mich ist die Frage längst nicht mehr, ob wir geführt werden in unserem Leben. Für mich ist die Frage vielmehr: Wage ich es, dieser Führung zu folgen?

Ich erlebe es in meinem Leben so, dass die Führung meist sehr klar ist. Natürlich, die Voraussetzung dafür ist, dass ich verbunden bin mit mir. Mir immer wieder Zeit und Raum nehme, nach innen zu lauschen. In die Stille gehe, in den Wald, an den See, in die Ruhe meines Zimmers zuhause. Dass ich mir Zeit mit mir nehme. Mir erlaube, nur mit mir zu sein und zu lauschen.

Dieses Lauschen kann im Stillen geschehen, ebenso schreibend, singend mit der Stille nach dem Verklingen der Töne. Ich kann bewegt lauschen, gehend, vieles ist möglich. Wichtig ist, dass ich es tue.

Bin ich so verbunden mit mir, nehme ich die innere Führung deutlich wahr. Sie, die mir sagt: Jetzt ist das dran. Tu diesen Schritt. Dann jeden. Folgen ich ihr, kann ich zusehen, wie sich mein Tag in einem großen Tanz entfaltet, ineinanderfügt, wie eine Begegnung in die andere greift, wie Wunder meinen Tag streifen und Fügungen ihn durchdringen.

Jene Führung entspricht jedoch nicht unbedingt dem, was ich vom Kopf her vorhatte. Welche Pläne ich hatte. Was ich verwirklichen wollte. Wo ich hinwollte – an diesem Tag wie im Leben. Was ich dachte, was der nächste Schritt ist und was jetzt ansteht.

Diese mit dem Kopf gefassten Pläne loszulassen, braucht Mut. Ich als Planungs- und Sicherheitsfan kenne das gut. Ich finde meine Pläne super und denke, alles gut durchdacht zu haben. Vor allem aber will ich meine Pläne behalten, weil ich Angst vor dem habe, was das Leben bringt, wenn ich sie loslasse (der Witz ist ja, dass das Leben das eh bringt, der Unterschied ist nur, ob ich strampele und mich dagegen wehre oder mitgehe).

Jenen Moment, in dem ich sage: Ich gebe auf. Liebes Leben, übernimm du. erlebe ich als sehr wertvoll. Kraftvoll und groß. Er bringt mich zurück in den Fluss.

So oft ich mich manchmal immer noch gegen diesen Fluss wehre, so habe ich doch auch gelernt, den Widerstand immer rascher aufzugeben. Mitzufließen. Anzuerkennen, dass das Wissen des Lebens um so vieles größer ist als mein eigenes. Dass es einen Weitblick und eine Fernsicht hat, die ich nicht haben kann. Oft verstehe ich erst im Nachhinein, wofür etwas gut war. Manchmal nie. Dann wieder sofort. Immer weiß ich, dass jene Führung in ein größeres Ganzes eingebettet ist, die der Entwicklung meines Lebens im Gesamten dient.

Ich habe einmal von Mary Oliver gelesen: Someone I loved once gave me a box full of darkness. It took me years to understand that this too, was a gift. Jemand, den ich geliebt habe, hat mir mal eine Kiste voller Dunkelheit gegeben. Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass auch das ein Geschenk war.
Wie geht es dir? Erlaubst du dir, der Führung deines Lebens zu folgen? Hast du schon einmal erlebt, was sich wandelt, indem du es tust? Sind Ängste aufgetaucht? Gab es
Wunder und Überraschungen?

Was passiert in dem Moment, in dem du deine Pläne niederlegst und sagst: Liebes Leben, hier bin ich! Was wird dadurch möglich?

Ich wünsche dir eine gute, genährte und vertrauensvoll geführte Zeit in diesen Herbst, herzlich, Sabrina.

Sabrina Gundert begleitet Menschen dabei, sich zu erinnern, warum sie hergekommen sind auf diese Welt. Sie bietet Einzelsitzungen und persönliche Seelenbotschaften an – ortsunabhängig, telefonisch und vor Ort nahe des Bodensees. Ebenso kommen bei ihr Menschen in Kreisen zusammen: So startet am 02. Oktober 2019 ihr Onlineretreat Herbst 2019 für Frauen „Schwellenzeiten in unserem Leben“ – eine dreieinhalbwöchige Reise (von zuhause aus) zum Wesen und Wert der Schwellenzeiten im eigenen Leben.
Am 02. November 2019 geht ihre 1-jährige Ausbildung „Frauenritualkraft – Verbunden mit dem Zyklischen“ in den nächsten Jahrgang.
Mehr zu ihrer Arbeit hier: www.sabrinagundert.de

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15 Kommentare zu “Wir werden geführt
  1. Avatar Jutta sagt:

    Oh ja, dem kann ich voll und zustimmen!
    So eRebe ich das Leben auch.
    Manchmal heißt es dann durch das Nadelöhr gehen…..und gerade dadurch kann sich mein Leben wandeln!
    Lieben Dank für deinen Text, Sabrina!
    Tut mir sehr gut!
    Jutta

  2. Avatar Aurelia sagt:

    Gemau so fühlt man sich, wenn man an Dingen und Situationen festhält. Dabei hilft nur annehmen und dem Leben (wie von dir beschrieben) die Führung zu überlassen, denn oft stellt sich im nachhinein heraus, dass die Richtungsänderung ein Segen war. Mut spielt dabei auch eine große Rolle…….. Dank für den schönen Text – eine Bestätigung und Unterstützung für den neuen Weg. Aurelia

  3. Avatar Dagmar sagt:

    Liebe Sabrina, vielen Dank für den Tipp mit der Stille. Mir hilft folgende Affirmation : ich ergebe mich dem Fluß des Lebens und fließe mit ihm mit.

  4. Avatar Anne P.-D. sagt:

    Danke liebe Sabrina, deine Gedanken erreichen mich sehr. So ähnlich erlebe ich mich gerade und sehr oft, Pläne werden oft in andere Richtungen umgeleitet. Immer wieder ein neuer Lernprozess. Liebe Sabrina, liebste Grüße sende ich dir. Anne

  5. Liebe Sabrina!
    Erinnerst du dich an die Seelenbotschaft, die du mir vor einiger Zeit gesprochen hast? Sie reiht sich wunderbar ein in das, was du hier schreibst.
    Ja: Immer, wenn es mir gelingt, los- und zuzulassen, kann ich die Geschenke sehen, die mir das Leben macht.
    Und ja, die scheinbar dunklen Kisten entpuppen sich als große Geschenke, denn nur durch sie kann ich mich mit meinen Schatten sehen und annehmen, mit mir und dem Außen in den Frieden kommen. Das ist der Heilungsprozess, zu dem wir alle eingeladen sind.
    Ich habe so nahezu heilen dürfen (vielleicht kommen noch dunkle Kisten, aber sie machen mir keine Angst mehr!) und gehe meinen Weg in vollem Bewusstsein dieser Führung!
    Ich wünsche uns und Mutter Erde, dass die Bewusstheit weiter wächst, damit wir und sie in den Frieden kommen.
    Danke für dein so sein!
    Segensgrüße aus Molbergen
    Imke

  6. Avatar Alexandra Thoese sagt:

    Danke liebe Sabrina,
    für deine Worte. Immer wieder passend und zum richtigen Zeitpunkt.
    Manchmal denkt “es” in mir, kann es wirklich so einfach sein?
    Wenn im Leben immer alles für mich ist, was ich fest glaube, dann kann es nur so sein.
    Von Herzen einen lieben Gruß zu dir, Alexandra

    • Oh, liebe Alexandra, von Herzen Danke für diese Ergänzung. Für diese zwei Fragen: Was, wenn es wirklich so einfach sein kann?
      Was, wenn im Leben immer alles für mich ist?

      Ich danke dir – eine schöne Perspektiverweiterung und -ergänzung!

      Herzensgrüße zu dir,
      Sabrina

  7. Avatar Verena sagt:

    Liebe Sabrina,

    ich finde es einfach großartig, wie liebevoll und aufmerksam du auf jeden einzelnen der Kommentare eingehst. Das hat mich beim Lesen wirklich berührt. Danke dafür.

    Alles Liebe dir
    Verena

    • Danke dir, liebe Verena, für deine Wertschätzung 🙂

      Ja, für mich steckt hierin sehr viel Heilkraft: Einander wieder wissen zu lassen und zu zeigen, dass wir einander sehen, hören und wertschätzen.

      Herzensgrüße zu dir auf deinen Weg,
      Sabrina

  8. Avatar Saran. sagt:

    Danke Sabrina. Ja Sabrina: meine Stimme&die Stimmen der Anderen bilden eine schöne Symphonie. “Wie bringe ich die Göttin zum Lachen? Indem ich plane!”

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