Die Fliege

Foto: insplash Gabriel Manlake

Kennst Du das, wenn Du schon mit Gedankenschleifen aufwachst? So ging es mir gestern. Sie hielten mich eine Weile beschäftigt, während ich noch im Bett lag. Und ich fühlte mich gar nicht wohl. Und dann tauchte eine Fliege auf. Sie landete mitten in meinem Gesicht. Und so sehr ich sie auch mit der Hand weg wedelte, um so hartnäckiger schien sie immer wieder ein neues Stückchen von mir als Landeplatz zu finden.

Ich wurde einen Moment richtig wütend auf sie. Und dann klinkte etwas in mir ein. Und der Gedanke tauchte auf “Die Fliege ist da, um mich wieder in die Realität zu holen.” Ich spürte sofort meinen Atem wieder. Dann stand ich auf und setzte mich in meinen blauen Lieblingssessel, um einen Moment ganz still mit mir selbst zu sein und mich in mich zu versenken und zu lauschen. Die Fliege war sofort weg.

Diesem Start in den Tag folgte ein ganzer Strom innerer und äußerer Ereignisse, die mir ein Geschenk machten, das ich hier mit Euch teilen will. Ich hatte mir gewünscht, das Geschenk in der Schuld zu finden . Einen großen Teil meines Lebens fühlte ich mich nämlich verantwortlich dafür, Menschen – insbesondere, die die mir am nächsten sind – aus ihren Leiden, Schwierigkeiten, ihrer Dunkelheit zu helfen. Wenn es klappte, war ich glücklich. Wenn nicht, fühlte ich mich schuldig. Um das nicht zu fühlen, begann ich die anderen zu kontrollieren. Ich hängte mich dann so sehr rein, um meist ungefragt jemandem zu erklären, was er/sie tun oder lasse könne, dass ich mich, wenn der- oder diejenige dann WIEDER EINMAL genau das Gegenteil tat (und weiter schrecklich unglücklich, krank, leidend war) völlig leer und kaputt fühlte. Und oft litt unsere Nähe darunter sehr. Denn ich ärgerte mich zunehmend über diese ‘undankbaren’ und ‘unverständigen’ Menschen. Die ich doch so sehr liebte. Und von denen ich nichts anderes wollte, als dass es ihnen gut ging. Dachte ich!

Die Wahrheit hinter all dem sieht ganz anders aus. Und ein Teil davon war mir durchaus schon vor dem gestrigen Tag bewusst.. Doch es ist viel subtiler als ich dachte. Hier ist die Essenz:

A. Trennung, also einen Verlust von Nähe mit mir selbst und anderen oder etwas, kann ich  nur dann erleben, wenn ich etwas will, es nicht bekomme und dann wütend bin. Sehr simple Formel.

B. Ich bewege mich in dieser Schleife, solange ich daran glaube, dass die Dinge, die ich will, so werden wie ich will, wenn ICH sie MACHE und damit im Außen kontrolliere, was geschieht. Das ist der grösste Irrtum überhaupt.

C. Diesem Irrtum sitze ich immer dann auf, wenn ich die Verbindung mit mir selbst und meine Energie im Außen verliere. Die Zauberformel ist, mich buchstäblich in mich hinein zu lehnen wie in meinen Lieblingssessel. Still zu werden. Zu lauschen. Mir zu geben, was ich brauche, um genährt und erfüllt zu sein. Und aus dieser Verbindung die Inspiration für das, was getan oder gesagt werden will, zuzulassen. Und manchmal will nichts gesagt oder getan werden. Es reicht bereits, wieder bei mir anzukommen. 

D. Damit endet jeder auch noch so subtile Impuls in mir, etwas oder jemanden kontrollieren zu wollen. Ich erlaube, dass sich das zeigt, was sich zeigt. Ich lasse mich davon berühren. Und ich halte meine eigene Energie, in die ich mich hineinlehne. Dafür nutze ich jede Berührung mit einem Moment. Damit – und nur damit – nehme ich Einfluss auf jemanden oder etwas. Indem ich vollständig DA bin, als die, die ich gerade bin. Dafür braucht es keine Anstrengung. Dafür brauche ich mich nur zu spüren.

E. Fazit: Meine Kontrolle will Schuld kompensieren, so dass ich sie nicht fühlen muss. Die Schuld, die ich empfinde, weil ich mich nicht wirklich zeige. Mit Schuld binde ich meine Energie an jemanden oder etwas wie an einen Felsen, während ich im Strom des Lebens stehe und von den Fluten bombardiert werde, ohne mich bewegen zu können. Das Geschenk ist: Wenn ich die Kontrolle loslasse, kommt all meine in sogenannter Schuld gebundene Energie zu mir mit einem Schwung zurück und plötzlich trägt mich der Strom des Lebens mit solcher Kraft und Sicherheit voran, dass ich mich niemals wieder irgendwo aufhängen werde.

Ergo: In dem Moment, in dem ich ganz zu mir gehe, anstatt meine Energie irgendwo aufzuhängen’, enden Manipulation und Kontrolle. Und das ist das Ende der Schuld, die es sowieso nie gab. Stattdessen bin ich ganz da. Ich stelle als Ersatz für mein DA-SEIN und MICH-HIN-GEBEN keine energetischen Schuldscheine mehr aus, die andere dann ein Leben lang einlösen, indem sie mir sagen, ich sei schuld an irgendetwas. WisseWenn jemand Dich ständig für irgendetwas beschuldigt, dann bedeutet das (nur), dass Du Dich demjenigen nicht vollkommen zeigst und Deine Energie an die Forderung hängst, dieser Mensch möge damit aufhören.

“I had no idea that being your authentic self could make me as rich as I’ve become. If I had, I ‘d have done it a lot earlier.”
– Oprah Winfrey

Nur Du allein weisst, was genau Du zurückhältst.

Niemand muss mehr verändert werden. Alles und jeder darf so da sein, wie er gerade ist. Und ich bleibe in meiner Kraft. Lasse mich berühren. Bereit, mich und meinen Reichtum zu teilen. Fähig mich frei auszudrücken. Fähig frei zu handeln. Wenn nötig ‘Nein’ zu sagen. Oder ‘Ja’ zu sagen. Ohne Schuld. Ohne Manipulation. Würdig. Frei. Nah. Getragen von der Verbindung mit allem was ist.

Was zählt, ist immer die Verbindung. Sie offenbart sich, wenn wir die Kontrolle aufgeben und uns unschuldig, authentisch und durchaus verletzlich, nämlich menschlich zeigen.

Macht das Sinn für Dich?

Danke, Fliege am Morgen! Und Danke Dir für Dein Lesen und Einlassen auf meine Worte!

Claudia

www.blissbow.de

@soulquestretreats

instagram.com/soulquestretreats

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3 Kommentare zu “Die Fliege
  1. DANKE! 🙂
    Perfekter hätte der Moment für’s Teilen dieser Erfahrung und der Erkenntnisse für mich nicht sein können!
    Ich wünsche von Herzen ein WUNDERvolles Wochenende.
    Manuela 🙂

  2. Avatar Tanja sagt:

    Liebe Claudia, das war heute ein ganz wichtiges, in aktuellem Kontext bisher fehlendes Puzzlesteinchen. Schuld. Danke von Herzen, Tanja

  3. Avatar Björn S. sagt:

    Oh ja, das macht riesig Sinn für mich. 🙂 Es hilft mir gerade weiter ein Stück weit auf meinem Weg. Vielen Dank für das Geschenk.

    Unbekannte Grüße

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