Die menschliche Bibliothek

The Human Library ist ein innovatives und brillantes Projekt, das inzwischen in über 70 Ländern wirkt! Im Gründungsland Dänemark gibt es mehrere solche Bibliotheken, in denen man statt eines Buches eine Person “ausleihen” kann, um 20 Minuten lang seiner Lebensgeschichte zu lauschen.

Ziel? Vorurteile bekämpfen. Denn jeder Mensch bekommt oft ein “Label”, wie z.B. “Arbeitslos”, “Flüchtling”, “Bipolar”. Aber wenn man der Geschichte eines jeden einzelnen Menschen genauer zuhört, zählen diese Labels nicht mehr, sondern der komplexe Mensch mit all seinen Gefühlen und Erfahrungen wird sichtbar und fühlbar: “Beurteile nie ein Buch nur nach dem Cover”. Gestartet vor 20 Jahren gehen die MacherInnen heute sogar noch weiter: “Un-judge someone” ist das neue Ziel. Lass Deine Beurteilungen los  – Jetzt wichtiger denn je.

Hintergrund: „Das Konzept „Human Library“ wurde von der dänischen Jugendinitiative „Stoppt Gewalt!“ entwickelt und im Jahr 2000 auf dem Roskilde Festival in Dänemark das erste Mal umgesetzt. Mittlerweile ist die Human Library Organisation eine eigenständige NGO, die in über 70 Ländern Human Libraries veranstaltete. Ziel der Methode ist es, einen sicheren und positiven Gesprächsraum zu schaffen, in dem schwierige Fragen erwartet, wertgeschätzt und beantwortet werden. Die Teilnehmenden können ihre eigenen Vorurteile und Stereotype hinterfragen und durch die persönlichen Geschichten der “Bücher” ein besseres gegenseitiges Verständnis erzeugen. So werden Menschenrechte und die Gleichberechtigung eines jeden Menschen mehr in das Bewusstsein der Teilnehmenden gerückt.

In einer Human Library gibt es, wie in jeder anderen Bibliothek auch, Bücher, Lesende, Bibliothekare, die Ausleihe und einen Katalog. Anders als in einer gewöhnlichen Bibliothek können Menschen anstelle von Büchern für ein Gespräch ausgeliehen werden. Die Menschen haben in ihrem Leben Erlebnisse und Erfahrungen gemacht, die sie von anderen unterscheiden. Sie haben Vorurteile, Stereotype oder auch Diskriminierung erlebt. Jeder Mensch als „Buch“ der Human library hat seine eigene Zusammenfassung geschrieben, um den Lesenden einen Eindruck zu vermitteln, über welches Thema sie sich unterhalten können.

Aus diesen Zusammenfassungen entstand ein Katalog, mit dessen Hilfe sich die Lesenden über die menschlichen Bücher informieren und sich entscheiden konnten, mit wem sie sprechen und über welches Thema sie mehr erfahren wollen. Die Gespräche mit den menschlichen Büchern finden den in Gruppen von zwei-drei Personen statt und dauern ca. 20 Minuten.

Inzwischen auch als Online-Zoom-Event.

Mehr hier.

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5 Kommentare zu “Die menschliche Bibliothek
  1. Großartiges Projekt! 🙏
    In Deutschland bisher (nur) in Berlin.
    Da geht noch was…!!! 😉

  2. Amaaaaaaaaazing!!! Danke für diesen inspirierenden Beitrag!!!

  3. Sylvia sagt:

    find ich ganz toll – super!

  4. Jutta sagt:

    Eine tolle unterstützenswerte Idee, ich überlege schon, wie es gehen kann…Jutta

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