„Was wir scheinen“ Hannah Arendt und die Freundschaft mit der Welt

Hannah Arendt Foto: Barbara Niggl-Radloff wikipedia

Von Miriam Licht. Mit Margarete Trottas mehrfach preisgekröntem Film „Hannah Arendt“ von 2012 hat uns Barbara Sukova in der Hauptrolle die große Philosophin, Journalistin und deutsch-jüdische Emigrantin nahegebracht.

Jetzt hat die Schweizerin Hildegard Keller der Welt ihren Roman über die 1906 geborene Philosophin geschenkt. In „Was wir scheinen“ unternimmt sie eine Reise, in der sie die außergewöhliche und außergewöhnlich unerschrockene Frau von ihren inneren Bewegungen her porträtiert. Ausgehend von ihrem letzten Urlaub im Tessin, im schweizerischen Dorf Tegma im Jahr 1975 erzählt sie in Rückblicken das Leben der Hannah Arendt. Ihr Erzählen ist unterlegt von Zitaten und Gedichten der Philosophin, die es unerschrocken wagte, „auch dorthin zu denken, wo es schmerzte“.

Nach ihrer Rückkehr in ihre New Yorker Exilheimat starb Hannah Arendt im Dezember 1975. Unerschrocken hatte sie auf sich genommen, von der Welt angefeindet zu werden seit ihren Einsichten in die „Banalität des Bösen“, wie sie sich ihr als Beobachterin in Jerusalem im Prozess gegen Adolf Eichmann eröffnet hatte.

„Das Böse kann nicht banal und radikal zugleich sein. Radikal ist immer nur das Gute.“

Hildegard Keller, „Was wir scheinen“ Hannah Arendt und die Freundschaft mit der Welt. Ein Roman über Liebe und Unabhängigkeit

Hildegard Elisabeth Keller, geboren 1960 in St. Gallen, ist eine Schweizer Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Kulturunternehmerin. Sie lehrt und forscht an der Universität Zürich. 2008 bis 2017 war sie Professorin an der Indiana University Bloominghton (USA).

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Ein Kommentar zu “„Was wir scheinen“ Hannah Arendt und die Freundschaft mit der Welt
  1. Almut Lichte sagt:

    Vielen Dank, Miriam,

    für die Erinnerung an diese mutige, (selbst-) bewußte Frau. Sie erinnert mich daran, zu meinen Worten und Gedanken zu stehen und diese zu zeigen. In jedem Moment:
    Sie hat in der Verhandlung einen Mann gesehen, der glaubte, das „Richtige“ zu tun. Was ist richtig, was ist falsch? Es hat Millionen Menschenleben gekostet, bis Hitler gestoppt wurde. Warum hat es so lange gedauert, vom „Richtig“ zum „Falsch“ zu gelangen?
    Wann lösen wir Konflikte gewaltfrei?
    Die Achtung des Lebens fängt mit Selbstachtung an und Selbstliebe. Diese führt zu innerem Frieden, der nichts haben will, was andere haben. Und zu einem Bewusstsein führt, das die Welt verändert.
    Und an dem Punkt war Hannah Arendt.
    Danke.

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