Perlen im Dreck finden und feiern

Bild von Oliver Eyth auf Pixabay

Von Claudia Shkatov Erinnerst Du Dich noch, wie Du als Kind am Strand Muscheln gesucht hast? Oder schöne Steine? Wie wäre es für Dich gewesen, wenn an Deinen Kindheitsstränden ein ganzer Haufen von Muscheln und Steinen, genau wie Du sie liebtest, gelegen hätte und nichts anderes? Du wärst also nicht mehr den Strand entlanggelaufen mit Glitzerbritzeln im Herzen und Flügeln an den Füssen, die Augen fest auf den Sand gerichtet, Quallen bestaunend, Muscheln, Steine, Algen und Treibholz umdrehend und aus dem Sand freilegend. Du hättest einfach Deinen Eimer genommen und sie mit der Schaufel eingeladen. Wieviel Freude hätte Dir das gemacht? Für wie wertvoll hättest Du diese Muscheln und Steine gehalten? Wie viele kleine und große Momente des Aha und Oho und des Och-Nein, des MIST und des JAAAAAA hättest Du erlebt?

Und wie hättest Du überhaupt gelernt, welche Muscheln Du magst, wenn Du keine Möglichkeiten der Unterscheidung gehabt hättest, wenn es also nur ‚schöne‘ oder für Dich ‚passende‘ Muscheln gegeben hätte?

Meine Geschwister und ich ebenso wie meine Kinder liebten diese Entdeckungs- und Sammeltouren am Strand. Wir und sie vergaßen alles um uns herum. Und die Begeisterung über die großartigen Funde hielt noch seeehr lange an. Meine Kinder wussten sogar immer noch Jahre später, wo genau, bei welcher Gelegenheit und mit wem sie diese Muschel, jenen Haifischzahn oder diesen Stein gefunden hatten.

Unterschiede schenken uns Abenteuer und Klarheit

So ähnlich ist es mit allem im Leben. Kontraste und Unterschiede laden uns ein ins Abenteuer. Und sie geben uns die Möglichkeit zu erkennen, was wir mögen und wollen und uns auf vielen Ebenen auszudehnen und zu erweitern. Allerdings haben wir Menschen es uns über Generationen und bis heute zur Gewohnheit gemacht, Kontraste und Unterschiede dafür zu nutzen, um uns auf das zu fokussieren, was wir nicht mögen. (Stellt Euch mal vor, wir hätten damals als Kinder angefangen, die ganzen kaputten Muscheln und uninteressanten Steine zu sammeln, nur damit am Ende die schönen und spannenden für uns am Strand liegen geblieben wären…. OMG!!??!!)

Wann immer uns etwas (oder jemand) begegnet, was wir nicht wollen, tun wir alles, um es aus unserer Erfahrung zu beseitigen. (Stellt Euch mal vor, wir würden so einen Moment einfach nutzen, um uns umgehend auf das zu konzentrieren, was wir wollen…. OMG!!!???!!!)

Was vielleicht zunächst banal klingt, ist alles andere als das. Auf unserem Planeten gelten universelle Gesetze, wie zum Beispiel das Gesetz der Schwerkraft. Eines, das ebenso fundamental auf unsere Existenz auf der Erde wirkt – wenn es auch viel weniger bekannt ist – ist das Gesetz der Anziehung. Es besagt, dass nur das in meine Erfahrung kommen kann, wozu es in mir eine Resonanz gibt. Manche Menschen haben schon davon gehört. Die wenigsten von uns nutzen jedoch dieses Wissen. Und so bleiben die meisten von uns bei der alten Gewohnheit, die sinnbildlichen miesen Muscheln und Steine in ihre Eimer zu laden und mühsam vom Strand zu tragen. Damit dort dann eines schönen fernen Tages in der Zukunft nur noch das herumliegt, was sie mögen und sie endlich ausspannen können.

Dieser Fokus auf das Unerwünschte sorgt gemäß dem Gesetz der Anziehung dafür, dass an unserem Strand immer noch mehr ‚miese‘ Sachen herumliegen. Denn unser ganzer Fokus richtet sich ja auf das Einsammeln dessen, was wir nicht wollen. Und wir ärgern uns. Umso mehr, weil wir natürlich glauben, wir kümmerten uns um das, was wir wollen.

Wir dürfen also auch als Erwachsene damit anfangen überall in unserem Leben die schönen Sachen in unsere Strandeimer zu laden und überall genau danach Ausschau zu halten. Wir dürfen es genauso machen wie damals, als wir noch Kinder waren. Und wenn wir das vergessen oder nie erfahren haben, dann dürfen wir von unseren Kindern heute lernen. Denn die können das! Zumindest solange, wie wir es ihnen noch nicht abtrainiert haben. Denn das tun wir tagtäglich zuhause, an unseren Schulen, Universitäten, Lehrstellen, in den Medien und überall, wo wir sie erwischen können.

Das, was wir nicht wollen, schenkt uns die Möglichkeit einer besseren Ausrichtung

All das, worunter wir leiden, was uns Schmerzen macht und jammern lässt, wogegen wir uns auflehnen und was wir bekämpfen, vielleicht sogar hassen, sind die Muscheln und Steine, die wir nicht in unserem Eimer wollen. Wenn wir sie am Strand liegen lassen, sie anerkennen für das Geschenk der Ausrichtung auf das, was wir mitnehmen wollen auf unseren Spaziergängen durchs Leben, dann stimmt unser Fokus wieder. Und wir können immer mehr von dem zu uns hereinlassen, was wirklich zu uns gehört. Dann gibt es schließlich einfach nur noch Strände auf unseren Spaziergängen durchs Leben mit Muscheln, Algen, Quallen, Steinen. Und wir sehen das, was wir sehen wollen. Und wir nehmen das mit, was zu uns gehört.

Es geht nicht darum, die Augen vor Missständen zu verschließen. Im Gegenteil! Es geht darum zu erkennen, dass die Missstände, die uns heute begegnen, durch unseren Fokus von gestern entstanden sind. Wenn wir morgen etwas anderes sehen wollen, dann müssen wir unseren Fokus JETZT ändern. Kinder am Strand drehen alles und jedes um, um das zu finden, was sie sammeln wollen. Meine Kinder haben übrigens dabei gleichzeitig immer auch Müll eingesammelt. Einmal endete das in einer Bucht in Montenegro damit, dass sie nichts anderes mehr sammelten als Zigarettenstummel, um schließlich strahlend über die gelungene Reinigungsaktion mit mehreren 1,5 Liter Plastikflaschen, die bis zum Rand mit Kippen angefüllt waren, vor uns zu stehen. Über die vielen Kippen zu schimpfen, wäre ihnen gar nicht in den Sinn gekommen. Sie folgten einem sinnvollen Prinzip: Wenn Du etwas Unerwünschtes in Deinem Leben siehst, und Du kannst unmittelbar und nebenwirkungsfrei für andere etwas dafür tun um es zu verändern, dann tu es. Und genieße es!

Negative Gedanken sind nur eine Gewohnheit

Unser Fokus auf das (scheinbar) Negative im Leben ist nichts als eine Gewohnheit. Kein Drama und kein Teufelswerk. Ebenso wenig wie Dunkelheit ein Problem ist. Sie ist weg, sobald das Licht angeht. Und im Licht kannst Du Dunkelheit übrigens auch nicht ‚einschalten‘.

Unser negativer Fokus füttert den ältesten Teil unseres Gehirns, das sogenannte Reptiliengehirn, das nur einen einzigen Handlungsmodus Fight – Flight – Freeze kennt, mit Daten, die diesen Modus aktiv halten. Damit leben wir pausenlos im Kampf-, Flucht- oder Ohmachtsmodus und immer in der ständigen Reaktion auf das, was uns im Leben begegnet. Also müssen wir dieses Leben, alle anderen Menschen und was sonst noch kreucht und fleucht, im Griff haben, und überfordern uns damit dann restlos. Denn Fight – Flight – Freeze ist tierisch anstrengend. Und unser Körper muss mit den riesigen Mengen an Stresshormonen, die er in diesem Modus täglich ansammelt, irgendwie fertig werden. Das schafft er auf Dauer nur mit großen Verlusten an Gesundheit, Lebendigkeit und Kraft. Und das Gesetz der Anziehung folgt zuverlässig unserem Fokus.

Die einzige Möglichkeit aus diesem Teufelskreis, der uns weltweit bis in die kleinsten und größten Einheiten unserer Zivilisationen im Griff hat, nachhaltig auszusteigen ist ein Verlernen dieser alten Gewohnheit und ein Uns-Erinnern an unseren Kreativmodus – zum Beispiel den unserer Kindertage am Strand. Ein Weg dahin sind sicherlich auch die Spaziergänge mit unseren Kindern am Meer in diesen Sommertagen. Doch das allein wird nicht reichen. Es braucht unsere ganze Klarheit und Entscheidungskraft, unsere ganze Liebe zu dem, was wir heute und morgen im Leben wollen und zu uns selbst, denen wir die ganze Angst, den ganzen Stress, die Depression, die Verzweiflung, die Traurigkeit, den Unmut und die Langeweile über unseren verlorenen Lebenssinn nicht mehr täglich antun wollen.

Und es braucht unsere ganze Liebe zu unseren Kindern, denen wir ihre natürliche Ausrichtung auf die Schönheit und die Wunder dieses Lebens und auf ihren jeweils einzigartigen Weg nicht mehr abtrainieren wollen. Indem wir ihnen unseren eigenen negativen, fehlgeleiteten Fokus vorleben. Und dann von ihnen verlangen, dass sie sich so verhalten, wie wir es gerade brauchen. So dass sie uns nicht noch zusätzlich nerven.

Weil, das halten wir dann bei all dem Stress wirklich nicht auch noch aus!!!!?????

Wie kann es also weitergehen?

Da Worte nicht lehren, schlage ich vor, Ihr probiert es aus! Ich lade Euch zu einer Sommer-Challenge ein….

Für mindestens 48 Stunden während Deiner Ferienzeit lege für jeden positiven Gedanken, der Dir kommt, eine Muschel (Stein, Münze, Blume,..) in einen Schale (Eimer, Vase,…) und feiere jede/n einzelne/n mindestens mit einem Lächeln. Alle anderen Gedanken lässt Du in Ruhe. Wenn das nicht geht, leg’ Dich schlafen, rede laut Gibberish (Kauderwelsch) oder singe ein Lied und tanze dazu. Und dann spüre nach, was es mit Dir und Deinem Körper macht.

Dies ist ein radikaler Entzug von negativen Gedanken und ein absoluter Verzicht auf den Fight – Flight – Freeze Modus sowie auf jede Täter-Opfer Haltung. Und das kann Dich ganz schön in Bewegung bringen. Oder vielleicht liegst Du einfach 48 Stunden im Bett, trinkst Tee und quatscht und singst unverständliches Zeug. Informiere Deine Familie über diese 48 Stunden-Challenge. Vielleicht hat jemand sogar Lust mitzumachen.

Wenn Du feststellst, dass Deine Schale, Eimer oder Vase randvoll ist, Du vielleicht mehrere größere Gefäße brauchst für all das Schöne, Gute und Helle, das Du in Deinem Leben findest, und Dein Körper sich wohl, entspannt, lebendig und kraftvoll anfühlt, dann bist Du bereits ein/e Meister/in der Ausrichtung. Dein Leben ist voller Feste und Perlen, denn Du findest sie überall. Und ich gratuliere Dir von Herzen!!!

Wenn Du schon ein paar Steine gesammelt hast, doch sooo gern noch mehr hättest, dann Herzlichen Glückwunsch!!! Du wirst ganz sicher weitergehen, überall Perlen im Dreck finden lernen, niemals aufgeben danach Ausschau zu halten und Dein Leben auf immer neue und wundervolle Weise verändern und bewusst als Fest gestalten!

Wenn Dein Gefäß eher leer bleibt und Du tendenziell verspannt, dann gratuliere ich Dir noch mehr! Dein Potential, Dein Leben auf allen Ebenen in noch viel größeren Wohlstand zu bringen, als Du es Dir je erträumt hast, ist riesengroß! Dir Deiner Gedankenausrichtung und des Zusammenhangs zwischen ihr und Deinem Erleben der Welt bewusst zu werden, ist der erste meisterhafte und wichtigste Schritt in Deine neue Geschichte.

Claudia Shkatov
TELLING A NEW STORY

www.claudiashkatov.com
Transformational Coaching for Life & Business

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10 Kommentare zu “Perlen im Dreck finden und feiern
  1. Kathrin sagt:

    Danke, liebe Claudia, ich nehme die Challenge an! Ich fange mit einem 10 Liter Eimer an und hoffe, der reicht für die vielen Perlen und Zaubermuscheln, die mein Leben bereit hält!
    Ich liebe Deine Texte und habe jetzt schon die 1. Perle im Eimer!
    Herzensgrüsse

  2. Miriam sagt:

    Claudia, deine Nachrichten sind strahlende Sonnen für mich – danke dir für diesen Reichtum an Inspiration, segnender Verbindung, Freude entfachender Weisheit!
    In mir beginnts zu leuchten. Werd FreundInnen anstiften, die 48 Stunden Challenge gemeinsam zu begehen. Verbindung ist der Schlüssel. Zu mir selbst. Und zu “anderen”. Ich seh ihn schon!

  3. Sybille sagt:

    Danke! wunderschön geschrieben, wunderbarer Gedanke!!

    ich bin dabei

    Herzensgruss
    Sybille

  4. Anna Daskaloudi-Lampe sagt:

    Was für ein schöner Impuls, danke liebe Claudia.
    Das sehen, was wir sehen wollen und das mitnehmen was zu uns gehört….. Das klingt sehr gut und motiviert mich, sorgsam mit mir umzugehen und mich öfter zu fragen, will ich das wirklich, oder kann oder darf ich es einfach nicht annehmen, weil es mir nicht guttut. Ein zartes Freiheitsgefühl kommt in mir noch…. Ich habe doch meistens die Wahl, mich für das Schöne um mich herum zu entscheiden…. Das wird mir jetzt wieder sehr bewusst. Danke dafür.

  5. Stephanie sagt:

    Ohh, liebe Claudi,
    ich höre beim lesen Deiner Worte Deine Stimme und sehe Dein Lächeln vor mir. So ein schöner Text!!! Die Perlenchallenge nehme ich an 🍀
    von 💛en Stephi, Dicken Kuss

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