Mein neues Lieblingswort: Gelingkultur

Bild von Ralf Kunze auf Pixabay

Von Claudia Shkatov für Waltraud. Ihr Lieben, ich hörte das wundervolle Wort ‚Gelingkultur‘ diese Woche von einer Freundin. Und da ich eine leidenschaftliche Wort-Sammlerin bin, hab‘ ich es gleich für mich und Euch mitgenommen. Es drückt auf herrlich unspektakuläre Weise genau das aus, worum es für mich immer und überall geht: Die neue Geschichte. Es ist weder spirituell oder esoterisch, religiös oder sonst irgendwie verdächtig. Es erzählt von einer klaren Ausrichtung auf das, was funktioniert. Mit dieser Ausrichtung wird jedes Problem per Definition zur Chance für mehr Ausdehnung und Wachstum – und damit zur Lösung, die jedem sogenannten Problem stets immanent ist. Und bei der Gelegenheit lasst uns doch auch gleich das Wort Spiritualität neu definieren. Wie wäre es mit ‚Weglassen von allem, was uns nicht mehr dient‘?

Noch ist eine solche Haltung für die meisten von uns ungewohnt. Und auch ich übe jeden Tag. Wir haben uns über Jahrtausende hinweg angewöhnt, uns auf jedes Problem oder jeden Gegner zu stürzen, es/ihn bis ins kleinste Detail zu analysieren und zu besprechen, unerbittlich zu verfolgen, einmal am Rockzipfel erwischt auf den Boden zu zwingen und zu killen. Wenn ich darüber nur schreibe, werde ich schon müde.

Jetzt stellt Euch mal vor, es kommt ein Problem daher. Und wir setzen uns zusammen mit einem mindset, das sich mit dem Sichtbarwerden eines Problems umgehend auf das Gelingen und die Lösung ausrichtet. Widerstand, Angst, Sorge, Drama, Vorstellungen von Scheitern, die Suche nach Schuldigen, Verurteilung und Verteidigung, schlaflose Nächte, worst case Szenarien und Gedanken darüber, wie das Problem beseitigt werden könnte, erhalten keine Energie. Stattdessen fließt diese umfassend in Überblick, Klarheit, Möglichkeiten, Ressourcen, lösungsorientierte Fragestellungen, in Vorstellungen davon, wie die Welt in der Lösung aussehen wird, in die Mobilisierung positiver Kräfte.

Stellt Euch vor, unsere Probleme werden zu Chancen. Und wir erleben jeden Tag, dass es tatsächlich die Ausrichtung unserer Gedanken ist, die den Verlauf der Dinge lenkt. Jetzt stellt Euch weiter vor, dies wäre die grundsätzliche Haltung in unseren Beziehungen, Familien, Schulen, in Regierungen, Vorstandsetagen, in der Medizin, unter Wissenschaftlern, in Unternehmensteams und in den Medien. Was würde alles wegfallen? Was würde dafür Raum bekommen? Wie würden wir uns alle damit fühlen?

Ich widme meine Arbeit der Erforschung und Erschaffung einer solchen Gelingkultur. Weil es mich glücklich macht. Und weil ich weiß, dass alles andere eine reine Verschwendung von Ressourcen und Lebenszeit ist. Meine Erfahrung ist, dass die Lösung immer bereits zeitgleich mit jedem sogenannten Problem existiert. Abhängig davon, worauf ich meinen Blick richte, werde ich vornehmlich das eine oder das andere sehen.

Womit befasst Du Dich? Mit dem Problem? Oder mit der Lösung?

Worauf richtest Du Deinen Fokus? Auf das Gelingen? Oder auf das Scheitern?

Jeden Tag. Zuhause. In Deiner Arbeit. In Deinen Beziehungen. In Bezug auf Deine Kinder. Deine Gesundheit. Deine Finanzen. Deine Träume.

Deine Antwort auf diese Fragen ist wesentlich.

Claudia Shkatov
TELLING A NEW STORY
www.claudiashkatov.com
Transformational Coaching for Life & Business
@soulquestretreats
instagram.com/soulquestretreats

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19 Kommentare zu “Mein neues Lieblingswort: Gelingkultur
  1. Liebe Claudia!
    Gibt es Zufälle?
    Nein, die gibt es nicht!
    Gestern erst habe ich diesen Impuls von einem Gesundheits-Coach gehört und genau wie gestern schwingt diese Energie auch bei deinen Worten strahlend durch meinen Körper.
    Gerade noch damit beschäftigt, ob ich mich dauerhaft krankschreiben lasse und mich so mit meiner chronischen Erkrankung (Fibromyalgie scheint endlich auch bei den Schulmedizinern als solche gesehen zu werden) „abzufinden“, kommt plötzlich der Gedanke auf, mit ihr leben zu wollen. Statt zu fragen, was alles nicht geht und damit jede positive Energie zu dämpfen, frage ich mich also, welche Chance und welche Lösung es gibt, ohne mich auf „Krank-sein“ zu reduzieren.
    Und? Die Energie hat mich heute um 06:00 Uhr aus dem Bett „geholt“ und mich positiv in den Tag starten lassen.
    Herzensgrüße
    Imke

  2. sylvia sagt:

    liebe claudia, dankesehr für deine weisen worte. jedesmal bei deinen texten sprichst du mir aus der seele und mein herz jubelt darüber, wie deine worte wesentliches in mir berühren. ich sag einfach mal danke.sylvia

  3. Sarah sagt:

    Liebe Claudia,

    alle Deine Texte der letzten Wochen sprechen mich so stark an! Darum erneut: Danke!

    In der letzten Woche habe ich in meiner Yogaausbildung von meiner Lehrerin immer wieder die Antwort bekommen: Du hast die freie Wahl – finde den Mittelweg. Gebe an einer Stelle etwas nach oder ab, nimm an anderer Stelle etwas mit dazu! Dieses kleine Mantra steht für mich ebenfalls unter dem Stern der Gelingkultur.

    Ich bin sehr gerne mit dabei!

    Herzlich,
    Sarah

  4. Wunderbar, da bin ich dabei, im ‚Forschungs- und Erschaffungsteam einer solchen Gelingkultur‘!!!
    Was für eine Weite und Freude allein der Gedanke und die Vorstellung davon schon auslöst! Welcome Neue Welt❣️❣️❣️
    Von Herzen Danke, für diesen gelungenen und lichtvollen Beitrag, liebe Claudia! 🙏❤️🌈

  5. Miriam sagt:

    Ja, ja, ja! Dank dir, liebe Claudia. So so reich! Die Perspektive des Gelingens hat sich mir ins Leben geschenkt, als ich mich vor langen Jahren intensiv mit aktueller Hirnforschung befasst habe. Mein Kopf hatte damals begonnen „verrückt“ zu spielen in der Begleitung einer nahen Freundin. Deren Erkrankung mit Parkinson und demenzähnlicher Entwicklung mich in Atem hielt. Wie so oft: es eröffneten sich völlig neue Welten. Ein weiter Himmel tat sich auf und nichts war so, wie ich es „beigebracht“ bekommen hatte. Die Möglichkeiten waren da. Reich und wundervoll. Die ganze Zeit. Ich hatte es nur nicht gewusst. Es war vor allem der Wissenschaftler Prof. Gerald Hüter, der mich damals durch seine Einsichten und sein großes Engagement reich beschenkt hat. Und mir scheint, er hätte die Saat für „eine Kultur des Gelingens“ gelegt. Denn das waren seine Worte. Immer und immer wieder.

  6. Michelle sagt:

    Liebe Claudia
    Herzlichen Dank für deinen erfrischenden Text!
    Interessanterweise erlebe ich das genau so im Umgang mit Corona: Ein Problem tauchte auf, und fast gleichzeitig wurde nach Lösungen gesucht- und gefunden. Ist das nicht wunderbar?

    „Und wir setzen uns zusammen mit einem mindset, das sich mit dem Sichtbarwerden eines Problems umgehend auf das Gelingen und die Lösung ausrichtet.“
    Genau das haben die Wissenschaftlerinnen und Forscher getan- und ich bin dankbar dafür.
    Und es ist für mich manchmal schwierig nachzuvollziehen, weshalb gerade die Menschen, die sonst immer von „wir-sind-alle-eins“ reden, sich nicht an diesem möglichen Lösungsweg beteiligen möchten?
    Welche Geschichten tauchen da auf?
    Ich richte meinen Fokus auf das Gelingen und bleibe zuversichtlich.

    Liebe Grüsse
    Michelle

    • Liebe Michelle, mir scheint es beim C-Thema eher so, dass die ‚Lösung*en‘ bereits VOR dem ‚Problem‘ existiert*en… und genau DAS lässt mich wach werden und genau(er) hinschauen! Und so bedeutet ‚Gelingen‘ in diesem Fall für jede*n etwas anderes.

      • Meike sagt:

        Teil 2 meiner Antwort:
        sie wird oder könnte uns gänzlich unbekannt sein. Sich auf Nichtwissen einzulassen, braucht Stärke. Braucht Mut und Vertrauen. Vertrauen in mich, in die Gruppe und in das Leben. Vertrauen auf allen Ebenen des Seins. Dann – und ich wage zu sagen: NUR DANN! entsteht wahrlich NEUES. Gänzlich NEUES.

        Ahow! So sei es!

    • Meike sagt:

      Äähmm, räusper, liebe Michelle, von was für einem Gelingen von Lösungen sprichst du hier? Ich fühle, verstehe, denke und sehe die Worte von Claudia so: Es geht hier um einen Raum, der vorher noch nicht da war. Der erst entsteht, indem wir uns darauf einlassen, uns einstimmen und gemeinsam zulassen, dass eine Lösung sich zeigt. Wir lassen einfach auftauchen, was auftauchen möchte. WIR bestimmen nicht was auftaucht. Mit keinem einzigen Gedanken. Denn der Raum, von dem ich spreche, der existiert auch ohne uns. Er ist einfach da. Seit Millionen von Jahren. Wir docken uns quasi an. Und dieser Raum geht über all das, was wir in der Lage sind zu denken, sehr weit hinaus. So weit hinaus, dass es eine sehr große
      Bereitschaft in uns braucht, diesen Raum und die darin auftauchende Lösung überhaupt zuzulassen.

  7. Gisela Minz sagt:

    Genau! Gerald Hüther bleibt unermüdlich das zu erklären. Er spricht von Kohärenz und einem gelingendem Leben. Ein wichtiger Vorschlag findet sich in seinem Würdebuch S. 181 ff. .
    Dein Text, liebe Claudia, ist wundervoll. Mit dem Lesen solcher Texte kann ein Tag einfach nur gelingen. Der Inhalt des Textes ist auch mein großes Anliegen. Ob mit Gelingkultur oder einer Kultur des Gelingens kann ein Kulturwandel würdevoll gelebt werden. Nochmals: Danke!

  8. Susanne Reiter sagt:

    Liebe Claudia,

    danke und lass es uns angehen, das Gelingen.
    einfach wundervoll.
    Danke für Deine Texte von Herzen.
    Susanne

  9. Michelle sagt:

    Liebe Johanna
    Magst du an diesem Beispiel erklären, was du mit „dass die Lösungen bereits vor dem Problem existierten“ meinst, das würde mich interessieren?
    Herzliche Grüsse
    Michelle

  10. Liebe Claudia,
    ich bin da auch schon lange am Üben.
    Deine Zeilen sind für mich immer so inspirierend, dass ich mich von Herzen einschwinge, mitschwinge, da wird so viel wach, lebendig……..
    DANKE! Immer wieder!

    Alles Liebe, Birgit

  11. Wim Lauwers sagt:

    Danke Claudia: Ja, alles gelingt, wenn ich es will! Ein für mich immer noch unglaubliches Beispiel: Meine Freundin und ich waren den ganzen Tag zusammen, hatten in einem Demo unseren Banner getragen. Alles war supi. Meinte ich. Wir waren nur fertig. Als wir dann mit Anderen am Tisch saßen, war sie voll grantig und machte mich an. Dann zog sie sich in ein Buch zurück. Ich war platt und wütend, wollte schon mit der Bahn all-eine zurückfahren statt mit ihr in ihrem Auto. Ich ließ es. Immer noch böse gingen wir einen langen Weg zum Auto. Normalerweise Hand in Hand. Das konnte ich nicht. Ich wollte erst mal mit ihr sprechen im Auto. Dann teilte sie aufm Weg Alles, was sie in dem Büchlein gefunden hatte. Sie taute so richtig auf. Im Auto haben wir uns dann nur angeguckt und geküßt und Alle Spuk war vorbei. Ohne darüber geredet zu haben. Das ist neu für mich. Danke.

  12. Axel Doderer sagt:

    wunderbar! beim Lesen deiner Zeilen denke ich: ja, genau! Und: „mein Gott ja! Genau sio ist es und „wieso habe ich das eigtl. bisher noch nicht in dieser Klarheit geshen – oder formulieren können“ Danke für deine Geburtshilfe! 🙂
    Noch eine Assoziation bzgl. „Wort-Sammlerin“. Kennst du den Film „Ulzhan – Das vergessene Licht“ v. Volker Schlöndorff – dort spielt David Bennett einen Wort-Sammler – ein eindrucksvoller, mystischer Film.

  13. Margitta sagt:

    Wortsammler(in) – was für ein schönes, treffendes Wort. Ich war für meine Mutter eine „Wörtelklauberin“ in meiner steten Such nach dem Sinn der Wörter- es klang abwertend für mich. Doch ich blieb dabei und hatte Freude an Wörtern, die mit einem Gedankenstrich zum Erforschen aufforderten – z.B. bemerkens – wert. Jetzt integriere ich gern „Gelingenskultur“ in meinen aktiven Wortschatz und mein Handeln. Und freue mich, daß wir viele sind, denen das Gelingen am Herzen liegt.

  14. Meike sagt:

    Liebe Claudia,
    wieder einmal ein Artikel von dir, der viel Raum lässt und schafft.
    Von Herzen DANKE ♥️💖💖

    In oft zu lesen ist sehr wertvoll und eine wunderbare Erinnerung!
    Eine Erinnerung an DAS – was wichtig ist. Für mich.

    Alles Liebe zu dir.

    Meike

  15. Ihr Lieben, wie freue ich mich über Euer feedback, das Teilen Eurer wertvollen und berührenden Erfahrungen und über Eure tollen Impulse!! Ich danke Euch von Herzen und wünsche uns allen weiterhin gutes Gelingen mit allem, was uns auf diesem einmaligen Planeten noch so erwartet. Das Leben ist so schön :-). Fühlt Euch umarmt, Claudia

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