Herzensgrüße von unserem Künstlerfreund

Bild: Frederick Bunsen

„ … mit Pinsel und Farbe sende ich Euch viel Licht und Wärme!“ Frederick. Als im März 2015 eine zurechtgeschnittene Pappkarte unseres Stuttgarter Künstlerfreundes Frederick Bunsen durch den Briefkastenschlitz in den Hausflur fiel, zauberte sie ein Lächeln in unser Gesicht. Das „España“ der Briefmarke sagte uns mit dem freundlichen „Feliz Año“, dass unser Freund zu seinem jährlichen Workshop mit einer Gruppe künstlerisch interessierter Menschen auf La Gomera weilte.

Das Blau, das Grün, das Rot und das Gelb, kombiniert mit der prägnanten Linienstruktur des Künstlers auf der postkartengroßen Pappe, zeigte dessen kreative Handschrift. Waren da nicht auch Sonnenstrahlen zu entdecken und konnte der Hauch von Rosa und Weiß ein Hinweis auf Schnee auf der Vulkaninsel sein?

Meine Gedanken gehen bei seinem Vornamen Frederick in die Richtung des Schriftstellers Leo Leonni, der die Maus Frederick Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammeln lässt. Leo Leonni gibt mit der Geschichte der Mäusefamilie ein wundervolles Bild für die besondere, außergewöhnliche Aufgabe von Künstlern.

Frederick Bunsen macht in den langen Jahren seines bewegten Künstlerlebens aus unterschiedlichen Perspektiven Kunst lebendig, bringt sie ins Gespräch. Er sammelt Gedanken, Farben, Flächen und Formen – letztlich Eindrücke von Menschen und Begebenheiten an vielen Orten auf der Welt. Seinen künstlerischen Ausdruck findet er in der abstrakten Malerei, in verschiedenen Installationen, überraschenden Performances, Ausstellungen und vielen anderen großen und kleinen Präsentationen. In der sich „entwickelnden Verkettung seines Lebenslaufes“ (so schreibt er auf seiner Homepage: www.spacetime-publishing.de) spielen stets kommunikative Elemente eine maßgebliche Rolle. Unterricht in verschiedenen Institutionen sowie ein Kaffeetreff, ein Art-Kulturtreff für Künstler in der Region gehören neben Podiumsdiskussionen mit anderen namhaften Künstlern zu seinem Schaffensspektrum.

Frederick Bunsen wurde 1952 in El Paso/Texas geboren und verbringt seine Kindheit und das erste Studium im farbenreichen Oregon, um nach einer ereignisreichen, manchmal auch entbehrungsreichen Lebens- und Schaffensreise in Ammerbuch bei Stuttgart weitere Seiten seines „Journals of a Journey“ zu füllen. Immer wieder, in allen Lebenssituationen, vertraut er der Kraft des Anfangs, zeigt Beharrlichkeit und erlebt schließlich gutes Gelingen.

Meinen Mann, Dr. theol. Karl-Heinz Minz, lernt er durch den Geodäten und Organisten Fritz Müller bei einem spontanen Besuch im Regenwetter in seiner Stuttgarter Wohnung in der Römerstrasse kennen. Zu dieser Zeit (ca.1982) war er als Lektor in einem Stuttgarter Verlag tätig. Seither loten sie bei gemeinsamen Treffen oder in langen Telefonaten die Ursache-Wirkung-Nachwirkung von Kunst aus. Es kann schon mal vorkommen, dass die beiden darüber sprechen, was „passiert“, wenn der Pinsel des Künstlers das Papier berührt. Bei solchen Gesprächen haben die beiden Freunde dann einen besonderen Blick für zeitgenössische Kunst und Spiritualität. Frederick und Karl-Heinz sind in ihrer Arbeits- und Denkweise grundverschieden. Frederick arbeitet als Künstler kreativ-intuitiv. Karl-Heinz forscht mit der gedanklichen Präzision eines wissenschaftlich geschulten Philosophen und Theologen, kennt die Fallstricke der Logik und die Einsamkeit des Nach-Denkens in der Studierstube.Trotz aller Unterschiede hält ihre Freundschaft mittlerweile über 40 Jahre!

Ich persönlich sehe eine wichtige Übereinstimmung in der Haltung beider Freunde. Kurz vor seiner ersten Sizilienreise im Herbst 2018, zu der er sich hatte bewegen lassen, sagte Karl-Heinz nachdenklich:

„Wir können versuchen, alle großen Philosophen zu lesen, zu diskutieren und zu verstehen, doch am Ende bleibt meines Erachtens nur ein Ergebnis. Das Wichtigste in unserem Leben ist, dass wir Licht in diese unsere Welt bringen.“

Genau das hat Frederick Bunsen im Dialog mit vielen Menschen getan.

Und wenn Du die Augen schließt, fällt auch bei Dir eine liebevoll, mit Pinsel und Farbe gemalte Postkarte in den Briefkasten, die Dir sagt: Ich schicke Dir viel Licht und Wärme!

Autorin Gisela Minz erinnert sich beim Lesen der Geschichte Frederick von Leo Leonni in den newslichtern an eine besondere Postkarte ihres Künstlerfreundes Frederick Bunsen.

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2 Kommentare zu “Herzensgrüße von unserem Künstlerfreund
  1. Miriam sagt:

    Liebe Gisela Minz, mit Freude lese ich deinen Artikel – so schön! Mich berührt dein Erzählen auch darum besonders, weil ich gerade innig mit der Schönheit von gemaltem Licht verbunden bin. Ausschau halte nach Kunst, meine eigene genieße, neues entdecke. Welch eine Fülle des Ausdrucks in der Malerei möglich ist. So üppig, so unendlich reich. Dank dir!

  2. Gisela Minz sagt:

    Ich danke Dir, liebe Miriam. Es hat mir sehr viel Freude bereitet diese Gedanken aufzuschreiben.

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