Permakultur als Antwort auf den Klimawandel


Lange Trockenperioden und seltene, aber extreme Starkniederschläge machen den Weinbau in der französischen Provence immer schwieriger. Um diesen Klimaveränderungen entgegen zu wirken, wurde auf dem Delinat-Forschungsweingut Château Duvivier ein zukunftweisendes Permakultur-Konzept entwickelt: Bei Niederschlägen wird so viel Wasser wie möglich auf der Betriebsfläche gesammelt.

In trockenen Perioden kann von diesen Reserven gezehrt werden und der Grundwasserspiegel wird dauerhaft erhöht. So konnte auf Château Duvivier bisher eine ressourcen-intensive Bewässerungsanlage vermieden werden.

Schon 2017 begann die Planung für das zukunftsweisendes Modellprojekt auf Château Duvivier. Die Permakultur-Experten Josef Holzer und Jens Kalkhof konnten für die Umsetzung gewonnen werden. Inzwischen sind die Erdarbeiten abgeschlossen, und das kostbare Regenwasser wird in Versickerungsmulden und Teichen gesammelt.

Die Permakultur-Massnahmen sollten darüber hinaus Schäden durch Starkregen verhindern. Denn wenn die ausgetrockneten Böden die Wassermengen nicht aufnehmen können, werden die wertvollen oberen Schichten einfach weggespült. Im Oktober 2021 gab es den ersten Härtetest: Innerhalb von 24 Stunden fielen 200 mm Regen, die Hälfte davon in nur einer Stunde.
Auf Château Duvivier konnte der grösste Teil der Wassermassen auf den Versickerungsflächen, den Kanälen, Teichen und im See zurückgehalten werden. Ohne die Wasserretentions-Massnahmen wäre es vermutlich zu Überschwemmungen und Erosion gekommen. Auch der Grundwasserspiegel ist gestiegen, so dass die Reben nach wie vor nicht bewässert werden müssen und die Ökosysteme gestärkt werden.

Hintergrund: Andauernde Hitzewellen und flächendeckende Brände, ausgetrocknete Seen und Dürre: In diesen Wochen spüren wir einmal mehr die Auswirkungen des Klimawandels. Der aktuelle Dokumentarfilm «Dürre in Europa» auf arte zeigt, dass er zum grossen Teil selbst verschuldet ist.

Die besten Weine entstehen im Einklang mit der Natur. Aus dieser Überzeugung heraus setzt Delinat zu 100 Prozent auf Wein aus biologischem Anbau. Bei Wein aus kontrolliert biologischem Anbau dürfen – im Gegensatz zum konventionellen Weinbau – keine Kunstdünger und keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel (Herbizide, Fungizide und Insektizide) eingesetzt werden. Dieser Unterschied geht Delinat nicht weit genug: Mit eigenen strengen Richtlinien, die vom WWF Schweiz 2010 mit dem Prädikat «sehr empfehlenswert» ausgezeichnet wurden, wird ein Weinbau mit hoher Biodiversität abseits von Monokulturen gefördert.

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2 Kommentare zu “Permakultur als Antwort auf den Klimawandel
  1. Sabine sagt:

    Was mir seit Jahren schon durch den Kopf geht?

    Wie viel Landfläche wird (weltweit) für Weinanbau ver(sch)wendet?

    Für die Herstellung eines Achtele Weins werden durchschnittlich 109 Liter Wasser verbraucht, für Anbau und Weiterverarbeitung.

    Und ganz zu schweigen über die weitere Verschwendung von Rohstoffen bei der Glas-Produktion und die Flaschenabfüllung (meistens) ohne Rückgabepflichten.

    Und das alles und noch viel mehr geschieht weltweit (mit steigender Tendenz), allein, um ein Rauschmittel zu produzieren! – Da sollte man lieber über die Nutzpflanze Hanf (auf diesen Flächen) mal nachdenken.

    Natürlich habe ich nichts gegen ein gutes Glas Wein!

    Aber, was zu viel ist, ist eben auch hier, schon lange, zu viel geworden.
    Wie bei so vielen Dingen, die der Mensch verwirtschaftet (Forst-WIRTSCHAFT, Land-WIRTSCHAFT, Medizin-WIRTSCHAFT, u.s.w.).

  2. Anjulie sagt:

    schliesse mich Sabine s Gedanken an, weil ich es aus meiner Würzburger Zeit kenne, habe dort den Überfluss der Weinflaschenlagerungen in den Märkten, im Weinhandel der Region schon im verträglichen Mass überschritten gesehen und bereits diskutiert. Die Regale sind randvoll und dazu kommen die überregionalen und ausländischen Produkte.
    Es stellt sich die Frage, da wir Wein nicht wie Wasser brauchen, ob in Zeiten der dringenden Ressourcenschonung nicht vollen Fokus auf biologischen Anbau nur lebensnotwendiger Saaten geben.
    Die Vorräte der Weinlager werden für diejenigen, die einen Übergang brauchen für Jahre reichen
    Die klimatischen Veränderungen bedürfen des Umdenkens und Handelns jedes Einzelnen, wir brauchen die Schätze des Bodens und der Boden braucht unsere Sorgfalt und Pflege 🌈

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