Ökotipp: Heizlüfter ? Lieber Energie sparen!

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Aus Sorge vor hohen Gaspreisen und einem kalten Winter versuchen bereits jetzt viele Menschen in Deutschland Vorkehrungen zu treffen. Vor allem diejenigen, die keine Möglichkeit haben, die eigene Heizanlage zu verändern oder nur kleinere Räume kurzfristig aufheizen wollen, greifen gerne auf Heizlüfter zurück. Allein zwischen Januar und Juni 2022 wurden mehr als 600.000 Heizlüfter verkauft, die nicht mit Gas, sondern mit Strom betrieben werden. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von etwa 35 Prozent. Ob sich der Kauf eines Heizlüfters lohnt, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Heizlüfter: Eine Anschaffung, die sich lohnt?

Nein. Heizlüfter sind im Vergleich zum Heizen mit Gas teuer und klimaschädlich. Im Winter können uns Heizlüfter finanziell, versorgungstechnisch und ökologisch große Probleme bereiten. Sie treiben Kosten weiter in die Höhe; statt diese zu senken. Denn neben Gas ist auch der Strompreis gestiegen, so dass auch hier Sparen das Gebot der Stunden ist. „Aufgrund der hohen Strompreise ist das Heizen mit einem Heizlüfter aktuell sogar teurer als Heizen mit Gas. Laut Bundesnetzagentur ist das Heizen der Wohnung mit Heizlüftern aktuell und trotz hoher Gaspreise rund 50 Prozent teurer als das Heizen mit Gas. Dazu kommt: Die vermehrte Nutzung würde den Preis für Strom weiter in die Höhe treiben“, erklärt BUND-Energieexpertin Caroline Gebauer.

Überlastung des Stromnetzes durch Heizlüfter

Nutzen zahlreiche Haushalte Heizlüfter gleichzeitig, kann dies zu einer lokalen Überlastung des Stromnetzes führen. „Es besteht die Gefahr von lokalen Stromausfällen, weil die vielen Heizlüfter nicht beim Netzbetreiber angemeldet werden müssen. Netzbetreiber können diese, anders als große Verbraucher, nämlich nicht vom Netz nehmen“, so Gebauer. Ein anderes Problem bei den Geräten: Die große Nachfrage nach Heizlüftern führt zu einem Ressourcenproblem. Da gerade günstige Geräte oftmals eine kurze Lebensdauer haben, entsteht in enorm kurzer Zeit viel Elektroschrott. Heizlüfter sind zudem nicht an Energieeffizienz- und Ressourcenanforderungen durch Ökodesign gebunden und haben im Gegensatz zu anderen Haushaltsgeräten kein EU-Energielabel. Ihr Verbrauch ist daher nicht miteinander vergleichbar.

Energiesparen ist A und O

„Das A und O ist und bleibt, Energie zu sparen. Den Energieverbrauch muss insgesamt reduziert werden. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich nicht nur an die privaten Haushalte, sondern insbesondere an die Industrie und die öffentliche Hand richtet“, sagt Caroline Gebauer. Um zu Hause Energie zu sparen, lohnt es sich aber beispielsweise Elektrogeräte nicht im Stand-By-Modus zu belassen, sondern sie ganz auszuschalten. Die Spülmaschine sollte nur komplett voll angestellt werden und das Eco-Programm der Waschmaschine genutzt werden.

Weitere Informationen:

Faktenblatt zu Heizlüftern vom BUND und anderen Umweltverbänden:www.dnr.de/sites/default/files/2022-09/Verb%C3%A4ndepapier-Heizl%C3%BCfter.pdf

BUND-Tipps zum Energiesparen: www.bund.net/energiewende/energie-sparen/energiespartipps/

FAQ zu energieeffizienten Geräten: www.bund.net/energiewende/energie-sparen/effiziente-produkte/

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6 Kommentare zu “Ökotipp: Heizlüfter ? Lieber Energie sparen!
  1. Gudrun sagt:

    Das mag schon alles richtig sein, wenn man es gesamtgesellschaftlich betrachtet, bietet aber keine wirkliche kurzfristige Lösung für Menschen, die im Winter vielleicht in einer kalten Wohnung sitzen! Und natürlich finde ich es als Verbraucher sinnvoll, einen Heizlüfter zu haben, der mal schnell wenigstens einen Raum warm macht.
    Außerdem liegt die Wurzel des Problems mit der Energieversorgung ja ganz woanders…

  2. Runa sagt:

    Ich frage mich, wie es weitergeht, wenn die Autos auch noch alle mit Strom fahren werden, wenn jetzt schon Heizlüfter zum Blckout führen.

  3. Helen sagt:

    vor 12 Jahren fing ich ein Experiment an- ich wollte ein Jahr ohne Kühlschrank leben. geht als Single mit etlichen Supermärkten in der Nähe und einem Balkon sowie ein paar Ideen zum kühlen (kalte feuchte Tücher z.B.) ganz wunderbar, ich habe mehr Platz in meiner Küche, lebe noch saisonaler 🙂
    und finde Kühlschränke mittlerweile fast sonderbar 😉

    • Miriam sagt:

      Ui, fein, dank dir Helene! Hab das auch so erlebt. Drei, vier Jahre lang ohne. Das war richtig beeindruckend. Und begann, als draußen Kälte, Eis und Schnee war. Vorm Fenster, direkt daneben drinnen mein Strom-Kühl-Schrank. Auch Hygiene lernt eine dann noch mal neu und ganz anders. Löffel nur pikobello sauber noch mal ins Marmeladeglas und solche Sachen. Ich denk drüber nach, wieder einzusteigen durch dein mich dran Erinnern und es jetzt erneut probieren OHNE Kühlschrank – denn ich ernähre mich inzwischen anders. Mal sehen, wie sich der Weg öffnet.

  4. Oliver sagt:

    Derzeit wird so viel Gas verstromt wie schon lange nicht. Strom aus Gas ist aktuell der teuerste Weg, elektrische Energie zu gewinnen. Dennoch tun wir es, weil wir günstigere, wenngleich weniger umweltfreundliche Energiequellen wie Kohle oder Kernenergie nahezu abgeschafft haben und die verbleibenden regenerativen Energien den Bedarf nicht zu jeder Tages-/Jahres-Zeit decken können. Ich will nicht sagen, dass Kohle- oder Kernkraftwerke gut sind, aber vielleicht hätte man vor dem Abschalten etwas weiter blicken sollen …

  5. Oliver sagt:

    Jetzt kaufen Menschen massenweise elektrische Heizlüfter, weil sie Angst haben, dass sie im Winter im Kalten sitzen, wenn die Heizung ausfällt. Nur dass der Grund für den Heizungsausfall mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Stromausfall sein wird. Und wenn wir bis dahin noch keinen Stromausfall hatten, dann steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, wenn jeder seine Heizlüfter einschaltet.

    Um die Wirtschaftlichkeit zu betrachten, muss man sich nur die Energieflüsse einmal klar machen:
    – Gas => Wasserdampf => Generator => Strom => Elektrische Leitungen => Heizlüfter => Wärme
    oder
    – Gas / Öl => Wasser => Heizkörper => Wärme

    Ich kann die Angst vieler Menschen nachvollziehen. Aber elektrische Heizlüfter sind keine Lösung.

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