Selbst zum eigenen Leuchtturm werden

Foto Sabrina Gundert

Von Sabrina Gundert. In dieser Zeit, in der die Schreckensmeldungen einander jagen und immer etwas anderes uns Angst machen will, ist es wichtig, den eigenen Leuchtturm zu halten.

Selbst die Kraft zu verkörpern, in der ich leben will.

Wenn das Außen tobt und mir weißmachen will, dass ich mich unbedingt davon mitreißen lassen muss (was sicherlich auch immer wieder passiert), ist es umso wichtiger, dass ich einen Anker habe in mir.
Dass ich weiß: Ich kann in mir zuhause sein. Und: Ich kann die Energie einstellen, in der ich leben will – wie ich mich fühlen, denken, handeln möchte.

Die eigene Energie ausrichten

Wir fühlen uns oft ausgeliefert, sagen vielleicht: Ja, wenn alles so schrecklich ist, wie soll ich mich da gut fühlen? Wie soll ich mein Licht halten, wenn es um mich so dunkel ist?

Doch so, wie du einen Radiosender wechselst, kannst du auch dein inneres Energiefeld ändern.
Du kennst das: Denke an etwas Schlimmes, das auf der Welt passiert. Oder auch in deinem Umfeld. Etwas, das dich ängstigt. Spürst du, wie dein Körper sich verkrampft? Wie es hart wird in dir und dein Denken auf Notfallprogramm – Flucht, Kampf oder Erstarrung – umstellt?

Dann denke an eine Freundin oder einen Freund. Jemand, dem du sehr dankbar bist für etwas, das er oder sie für dich getan hat. Spüre eure gute Beziehung. Wie dieser Mensch für dich da ist. Erinnere eine konkrete Situation, in der du die Dankbarkeit so stark gespürt hast, dass dieser Mensch in deinem Leben ist. Merkst du, wie sich dein Körper verändert? Vielleicht wird es weit und warm, vielleicht kommt ein Lächeln auf dein Gesicht.

Im Außen hat sich während dieser kurzen Zeit nichts verändert, jedoch in dir. Das zeigt: Du kannst dich innerlich jederzeit in den Zustand versetzen, von dem aus du in der Welt sein möchtest.

Deine Möglichkeiten wieder sehen

Es geht nicht darum, zu sagen, da draußen ist nichts, was schwierig ist. Natürlich gibt es Herausforderungen, Katastrophen, Schwierigkeiten, all das in unserem eigenen Leben wie um uns herum. Es geht nur darum, dass du dem nicht hilflos ausgeliefert bist. Dass du eine Wahlmöglichkeit bekommst.
Versetzt du dich innerlich in eine Qualität wie Dankbarkeit, ändert sich dein Fokus. Du kannst das Schöne, Liebevolle, Wertschätzende in der Welt sehen. Du gehst anders auf die Menschen zu. Die Welt begegnet dir anders. Und du bleibst handlungsfähig – weil du auf einmal Möglichkeiten siehst, wie du den Menschen und den Dingen um dich herum begegnen kannst. Du wirst kreativ, siehst Lösungen und neue Wege, die aus diesem neuen, weiten Denken kommen. Ebenso bekommst du Zugang zu deiner Intuition, deiner inneren Stimme, die dir den Weg weist.

Ich wünsche dir die Möglichkeit, selbst zu dem Leuchtturm zu werden, den du händeringend bislang im Außen suchst. Und die Kraft zu verkörpern, aus der heraus du im Leben stehen willst. Immer wieder.

Sabrina Gundert begleitet Menschen in Krisen und an den Schwellen ihres Lebens. Dabei, herauszufinden, wofür sie hier sind auf dieser Welt und wie sie ihr Leben gestalten wollen. In diesem Jahr hat sie mit der Luzerner Firma Fidea Design einen Dankbarkeits-Adventskalender herausgegeben, der die Dankbarkeit im eigenen Leben stärkt. 24 Impulse, Rituale, Ideen und konkrete Handlungen begleiten durch die Adventszeit und darüber hinaus. Zu bestellen bis 14. November 2022 hier: https://www.sabrinagundert.ch/mini-adventskalender-dankbarkeit/

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3 Kommentare zu “Selbst zum eigenen Leuchtturm werden
  1. Lia sagt:

    Ich weiss nicht, ob es so gemeint ist…warum soll ich mein Licht halten? Ich kann Licht sein, mich mit dem Licht meiner Seele verbinden/besinnen, ja, dankbar sein…im Zentrum des Orkans ist immer Ruhe…ich muss es nicht halten…auch kein Leuchtturm sein…Licht ist sich selbst „genug“, hat in sich seinen Sinn, auch im, was wir von aussen, vom Verstand vllt als Schwäche und Zerbrechen ansehen, auch in Sterbeprozessen…das Sein spüren, Liebe, Präsenz..Licht erlebe ich in mir nicht notwendigerweise als Kraft und Leuchtturmsein…mir erscheint die Vorstellung dahinter als hinterfragenswert…

  2. Ihr Lieben!
    Leuchtturm sein ist für mich ein stimmiges Bild für die stürmischen Zeiten des Lebens. Ich komme von der Küste und da hat der Leuchtturm lebensrettende Funktionen … und so verstehe ich für mich die Funktion meines Leuchtfeuers.
    Ich für meinen Teil habe erst durch die vielen großen und kleinen Krisen gelernt, dass mich nur mein eigenes Feuer in den sicheren Hafen führt. Dass dieses Feuer aber auch immer wieder in Gefahr war zu erlöschen, als ich noch nicht um meine eigene Kraft wusste.
    Es ist in meinen Augen wieder und wieder eine bewusste Wahl, den Krisen im Außen mit dem inneren Leuchten zu begegnen. Dafür muss ich es kennen und wissen, wie ich es halten kann, wenn der Sturm die See aufwühlt.

    Herzensgrüße und eine lichtbringende Zeit uns allen
    Imke

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