Pfingsten: Tröstlich, begeistern und spielerisch

Lesezeit 4 Minuten –

Von Dorothee Kanitz. Pfingsten. Das Fest des Geistes. Das Fest der Ruach (Geist im Hebräischen, wo er/sie ganz am Anfang auftaucht und über dem Urmeer schwebt). Das Fest der Weisheit, der (so im Griechischen) Sophia. So viele unterschiedliche Bezeichnungen. Die einen männlich, die anderen weiblich. Ich bleibe jetzt mal bei dir, Sophia-Weisheit. Weil das Wort „Weisheit“ so ein wunderschönes Wort ist. Weil wir Pfingsten weise werden, wenn uns die göttliche Weisheit küsst. Ich finde, das ist ein guter Gedanke.

Und tatsächlich habe ich an diesem Pfingstwochenende schon einiges davon erfahren. Pfingstsamstag war ich beim Lichtkreis im Yogini Dome. Ein wundervoller Kreis, gehalten von Elske und Bettina, den Hüterinnen des Doms. Und auch Hüterinnen der Weisheit. Da war ganz viel astrologische Weisheit. Solche, die nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz und den Bauch und den ganzen Körper und die ganze Seele berührt. Da war ganz viel Körperweisheit. Im Schwingtuch – geborgen wie im Mutterschoß. Und da war ganz viel Verbindungs-Weisheit. In dem Kreis, den wir gebildet haben, alle die wir da waren. Und natürlich war da noch ein darüber hinaus an Weisheit. An Spirit. An Ruach. An heiligem Geist. Ja. Auch wenn es ein Lichtkreis war, der mit dem Beginn der astrologischen Zwillingszeit zu tun hatte, war es gleichzeitig ein wirklich pfingstlicher Kreis. In dem sowohl der Aspekt von Schönheit und Liebe, als auch der Aspekt des Heiligen Geists als Tröster präsent war. Ein tröstlich-mütterlicher Aspekt. Und auch der Be-geisterungs-Aspekt. Die Vision von etwas ganz neuem, nie zuvor dagewesenen. Eine neue Art von Verbundenheit und der Verständigung. Mit und ohne Worte und mit ganz viel innerer und äußerer Aufmerksamkeit und Liebe. Das alles war da, gestern im Lichtkreis.

Am Pfingstsonntag hab ich das in mich einsinken lassen. Bin durch den Wald spaziert. Und auch da war die Ruach, war die Sophia, war der Heilige Geist. Überall um mich herum. Im Singen der Vögel, im Flirren der Blätter im Sonnenlicht, beim Gehen auf dem noch kühlen Waldboden.

Die Germanen haben früher Heilige Bäume und Wälder gehabt. Das waren ihre Kirchen und ihre Altäre. Und ich habe schon oft gedacht, dass die Buchenwälder, diese lichten, hellen Dome, das Vorbild sind für unsere gotischen Dome. Wir sollten sie wieder als Heilige Orte betrachten, gern neben unseren gotischen und auch neben den neuen (Yogini-)Domen. Die Idee, wieder hinauszugehen, wieder viel öfter den Boden unter den Füßen zu spüren und den Himmel oder das Blätterdach über uns zu sehen – ich finde, das ist eine sehr pfingstliche Idee. Pfingsten geht es ja in der christlichen Geschichte darum, dass plötzlich Verständigung möglich ist auch mit Menschen, deren Sprache man nicht versteht . Und ich glaube Verständigung ist absolut wichtig und „dran“. In Verbindung zu Menschen, die wir nicht auf Anhieb verstehen, sprachlich oder kulturell. Da ist Pfingsten nötig und ein wirklich wichtiges Fest. Und genauso wichtig ist eine neue (Wieder-) Verbindung mit allem anderen Lebendigen (ich nenne es jetzt einfach mal Natur, obwohl ich und wir alle ja -teil davon sind und nicht Gegenüber). Für mich sind da die Bäume immer an erster Stelle. Doch jede/r hat ja andere „Erstbezüge“, also wichtigste Liebesbezüge zur Natur. Vielleicht ist es für dich das Meer. Oder die Blumen. Oder Kräuter? Ich glaube, es ist ganz egal. Wichtig ist nur, dass wir so einen Punkt haben. So einen Punkt, an dem wir plötzlich die heilige Weisheit in allem entdecken. Die Weisheit, die „vor Gott spielt“ (So steht es in der Bibel). Und dieses spielerische ist mir im Wald sehr aufgefallen. Wie die Sonne auf dem Boden spielt mit dem Schatten. Wie Blätter im Wind spielen. Wie das alles so leicht erscheint. So spielerisch. So selbstverständlich. So ohne Anstrengung.

Pfingstsamstag war es so im Yoginidome. Pfingstsonntag war es so im Wald. Pfingstmontag darf es wieder so sein, für jede/n von uns auf besondere, pfingstliche Art. Frohen Pfingstmontag!

Ich begleite Meditierende und Menschen, die sich auf die Zeit nach dem Berufsleben vorbereiten wollen, feiere Jahreskreisrituale und biete bei Bedarf rituelle Begleitung zu Lebensfesten (Willkommensfeste, Abschiedsfeiern u.a.) an. Und nehme mir viel Zeit mit und in der Natur. Und ich schreibe gern.
Dorothee Kanitz www.meditation-spirit-ritual.de

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Gastbeitrag
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9 Kommentare

    • Liebe Bettina, da zeigt sich doch tatsächlich die verbindende Sophia/ spirit. Es wird immer deutlicher, wie wir alle verbunden sind – so schön. Danke für’s Aussprechen und Bezeugen. Umarmung, Dorothee

  1. ein wundervoller Text der so leicht und gleichzeitig so mit Wissen angefühlt ist und mit Wertschätzung. Herzlichen Dank liebe Dorothee

  2. Liebe Dorothee, ich freue mich immer, wenn Du schreibst! Meine „Erstbezüge“ sind das Meer und die Seen. Die Farben, das Glitzern, die Stimmungsvarianten… Und ich durfte am Samstag beim Konzert mit Snatam Kaur dabei sein. Auch so leicht, spielerisch und herzöffnend. Danke auch für Deinen Mai-Text auf Deiner Webseite – so ein Gleichklang.💕

    • Liebe Christine, wie wundervoll schön ist deine Resonanz auf meinen Text, danke! Und wie gut, dass der leichte, spielerische Zugang immer öfter auftaucht – bei dir, bei mir, bei Snatam Kaur, und bei vielen/vielem mehr. Was für Geschenke. Mögen wir sie freudig und spielerisch teilen :).

  3. Liebe Dorothee, mich hast du auch mit deinen Lichtworten mitten ins, schon so volle Herz getroffen, dass mir vor Freude gleich Tränen entsprangen. Danke für so viel Zartheit liebevollem Spüren. Das ist wohl auch das Geschenk, die Schwingung von Gleichklang, von Lauschen, Präsenz und SoSein. Dieses Pfingsten habe ich besonders eine leuchtende Magie wahrgenommen und alles, jede Begegnung flosst leicht und war voller Schöneheit und Freude. Jai maa

  4. Herzlichen Dank, Dorothee
    und lieben Danke Bettina und Elske.
    So entsteht in mir und um mich herum immer mehr Frieden; auch wenn mal ein Schmerz da ist, der angeschaut werden möchte.
    Die allgemeine Heilung ist voll im Gange; es zeigt sich was geheilt werden möchte und erlöst werden kann.
    Die Liebe erobert mehr und mehr auch die versteckten Winkel unseres Unvermögens, wunderbar.
    So sei allen Dank für die Unterstützung und für die mutigen Schritte.

    • Lieber Christoph,
      wie schön, deine Worte zu lesen und diese zarte Bewegung von Heilung, Wachstum und Mut dabei zu spüren!
      Ja genau so machen wir es… Schritt bei Schritt und immer ein bisschen näher, mit Liebe!

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