Können wir den Krieg beenden?

Lesezeit 6 Minuten –

Von Sabine Lichtenfels. Die Welt ist in Aufruhr. Unser verwundetes Herz sucht nach Antworten. Eines weiss ich mit Sicherheit: Krieg kann nicht mit Krieg beendet werden. Wir wissen, daß er mit militärischen Kräften nicht beendet werden kann. Mit jeder Rakete wird neuer Tod und weiteres Leid produziert. Syrien, Armenien, Afrika, Ukraine, und jetzt die entsetzliche Zuspitzung des Krieges in Palästina und Israel. Stehen wir vor einem nächsten Weltkrieg? Was können wir, die wir mit Entsetzen zuschauen, wirklich tun?

Oder haben wir uns längst daran gewöhnt?

Seit langem wissen wir, dass sich die westliche Welt mit allen Parlamenten auf immer weitere Waffenlieferungen geeinigt hat und damit eine lange Fortsetzung des Krieges bewirkt. Wir wissen auch, daß dahinter Machtinteressen stehen, die Krieg wollen. Wir wissen, dass unsere Wirtschaft vom Krieg lebt. Wir kennen die Verbindungen zwischen Rüstungsindustrie und den amtierenden Regierungen. Das ist die Logik der kapitalistischen Welt. In diesem Kreislauf von Täter und Opferspirale sind wir alle zu Opfern geworden und leben gleichzeitig in stillschweigender Mittäterschaft. Klar ist, dass einige am Machthebel sitzen und andere aus Verzweiflung und Wut mit immer schlimmerer Grausamkeit reagieren. Da ist ein Kreislauf in Gang gesetzt, der der Kriegslogik immanent ist. Er wird zu immer mehr Gewalt, Grausamkeit und Bürgerkriegen führen.

Und jetzt werden wir Zeuge, wie immer neue Zwietracht gesäät wird und wie in den wenigen Friedensarbeitern, die neue Wunde brennt: auf welche Seite stellst du dich?
Wir können nur sagen, was im Nahen Osten geschieht, geschieht nicht in unserem Namen. Was in der Ukraine und in Russland geschieht, geschieht nicht in unserem Namen. Was die Hamas getan hat ist eine nicht zu tollerierende grausame Handlung. Wie die israelische Regierung darauf reagiert, ist ein krimineller Akt.

Was können wir tun, wenn wir alle diese Dinge mit eigenen Augen und Herzen miterleben? In einem Ritual im Steinkreis hier in Tamera wurden wir Zeuge, wie Israelis und Palästinenser ihren unendlichen Schmerz, ihre Verzweiflung und Trauer zum Ausdruck gebracht haben. DA gibt es keinen Trost! Viele von uns sind absolut erschüttert, wir spüren schon lange, dass wir unser bisheriges normales Leben nicht weiterführen können. Etwas ruft zwingend, dass wir in eine innere Besinnung gehen müssen, um Antworten zu erhalten, wie diese furchtbaren Dinge beendet werden können, die seit so langer Zeit das menschliche Leben auf der Erde beherrschen.

Die Welt befindet sich in Krieg, Feindschaft und Absicherung. Die Kriegsgeschichte ist in uns allen als historisches Erbgedächtnis gespeichert. Im Untergrund unserer menschlichen Beziehungen existieren überall die emotionellen Reste, die zu Spaltung und emotioneller Feindschaft führen. Wir wissen, dass die meisten Gemeinschaften im Moment an internen Machtkämpfen, Konkurrenzkämpfen, Beziehungskonflikten oder ideologischen Kämpfen zerbrechen. Wir alle kennen diese Erfahrungen, auch in uns selbst. Unter diesen Bedingungen lassen sich keine Kriege verhindern, denn die Kriege sind ja nur ein direkter Ausbruch dieser kollektiven traumatischen Strukturen im Seelenkeller der Menschheit. Wir müssen den Krieg an seiner Wurzel entmachten.

Kennen wir den inneren Punkt, wo das Konzept der Feindschaft im Schöpfungsplan nicht vorgesehen ist? Jeder von uns ist jetzt gefragt: Kenne ich die Friedensvision? Wer sind wir im Ganzen, wo liegt unsere Friedensmacht? Kennen wir unseren heilen Ursprung? Wo ist unsere Kohärenz, unsere Solidarität und Wahrheit, die das Leben selbst uns offenbaren möchte, und die nicht immer zu neuen Spaltungen führt? Wir können im Äußeren nur so viel Frieden bewirken, wie wir ihn in uns tragen!

Ich war drei Tage und drei Nächte in der Dunkelheit – meine Seele fordert ihr Geburtsrecht ein: warum sind wir hier auf dieser Erde? Wie kommen wir in Berührung mit der Macht, die höher ist als alle Gewalt und die wirklich in der Lage ist, den Krieg zu beenden?

Ich bin müde, ob der vielen Diskussionen und Schuldverschiebungen. Ich weiss, dass Friede existiert – wie ein Paralleluniversum. Und ich weiss auch, dass ich im Moment nicht aus einer Position der Macht spreche. Aber ich weiss, und ich konnte es wieder so klar erleben und erfahren: Es gibt Kräfte im Universum und Kräfte in uns Menschen, wo Krieg nicht existiert.

Ich höre die Stimme des Universums, des Lebens der Liebe. Sie sagt mir: hört auf mit Schuldzuweisungen. Erlaubt eure Ratlosigkeit und eure Tränen, euren Aufschrei! Erlaubt die Trauer, aber lasst euch nicht von Hass, Rache oder Resignation zerstören. Erlaubt es nicht, dass die Matrix des Krieges euch niederreisst, solange ihr in Freiheit lebt und handeln könnt! Überprüft, warum ihr immer wieder der Realität des Krieges in euch selbst mehr Macht gebt, als der Entscheidung für die Liebe. Eine Liebe, die kein Gegenteil kennt, die nicht umschlägt in Hass und Verzweiflung.

Eine leise Stimme flüstert mir zu: Verankere dein Herz auf einer anderen Ebene, wo sich der menschliche Geist mit den ethischen Regeln der universellen Lebensordnung verbindet. Es mag fast zynisch erscheinen, in dieser Situation zu sagen: es gibt ein Wissen darüber, wie Menschen diesen Planeten Erde friedlich bewohnen können. Und doch kommt die klare Aufforderung aus meine Seele: Suche dieses Wissen. Stunde um Stunde. Tag um Tag. Suche nach den Antworten, wo sich das Feld des Friedens verankert und ausbreiten kann, ein wahres Feld der Anteilnahme unter Menschen. Beginne mit dir selbst. Der einzigen Mensch, den du wirklich verändern kannst, bist du selbst. Wenn du dem Frieden in dir selbst die Macht gibst, wirst du auch seine Strukturlogik erkennen. Von dort können sich neue Frequenzen und Schwingungen bilden.

Fordere es nicht ein von anderen, beginne damit selbst, täglich und unbedingt. Das ist die einzige Macht, die dir zur Verfügung steht. Es gibt diese Führung. Horche hinein in die Stimme des Lebens, der Wahrheit, der Anteilnahme und der Liebe.

Fast schüchtern treten wir jetzt mit der Vision von der urgeschichtlichen Utopie da, mit dem Buch „der Steinkreis“, das eine Friedensvision darstellt, in die Öffentlichkeit. Eine vision, die als Geburtshelfer für den Plan der Heilungsbiotope dienen soll. Ganz zerbrechlich fühlt es sich an, die Botschaft einer globalen Transformation jetzt auszurufen, die uns sagt: Geht zurück an den heilen Kern, an die Quelle, aus der alles Leben kommt, dort findet ihr alles, was ihr braucht, um aus den Trümmern eine neue Welt zur Geburt zu bringen. Es beginnt ein neues Zeitalter. Die Vision führt zu unserer Herkunft als Menschen, zu derselben göttlichen Quelle des Lebens, die uns allen innewohnt. Unsere wahre Sehnsucht nach Verbundenheit, die tiefe Sehnsucht nach Frieden ist unsere Erinnerung und unser Wegweiser.

Die Erinnerung an frühgeschichtliche friedliche Hochkulturen konnte nicht ganz zerstört werden, wenn wir still genug werden, lebt sie in uns auf, als Erinnerung, sie zeigt uns eine heilige Weise zu leben. Sie ruft eine Ethik in uns wach, die uns helfen wird unser Leben auf ein gemeinsames Zentrum auszurichten, entschlossen suchen wir gemeinsam nach den Spuren, die in der Lage sind, Frieden zu leben und Krieg zu beenden und wir sind bereit dafür viele gewohnte Strukturen hinter uns zu lassen. Altes muss sterben und neues zur Geburt kommen.

In Anteilnahme und grossem Dank an alle, die unter schwierigsten Lebensbedingungen durchhalten und der Vision einer geheilten Erde treu bleiben. Möge die Vision unsere Arbeit stärken und ein Tor öffnen in die universelle Realität des Friedens. Yaasim

Für diejenigen, die das Buch „Der Steinkreis“ und das dazugehörige Tarotdeck bereits bestellen wollen. Bitte unterstützt den Vorgang unter folgendem link: https://www.kickstarter.com/projects/stonecircle/tameras-stone-circle-cards-and-book?

Sabine Lichtenfels ist Mitbegründerin von Tamera, Friedensbotschafterin, Autorin, Leiterin der Globalen Liebesschule und der spirituellen Forschung in Tamera und Begründerin des Rings der Kraft.

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Gastbeitrag
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