Geschichten von Menschen, die dranbleiben

Lesezeit 3 Minuten –

Der Andere Zeiten-Journalist:innenpreis 2026 wurde für Geschichten von Menschen, die dranbleiben vergeben. Dem Danken und Ernten trotz aller Widerstände. Der erste Preis geht an die Journalistin und Filmemacherin Kokutekeleza Musebeni für ihre Dokumentation »Zu früh erwachsen«. Den zweiten Preis erhält der freie Autor Viktar Vasileuski für seine Ich‑Reportage »Wie krass kompliziert es ist, ein Deutscher zu werden«. Mit dem dritten Preis wird das Portrait »Die Eine für alle« von Reporter Martin Zinggl und Fotografin Anush Babajanyan ausgezeichnet. 89 Beiträge wurden insgesamt eingereicht.

Dokumentation

Kokutekeleza Musebenis Film »Zu früh erwachsen« aus der ZDF‑Reihe 37° Leben erzählt von zwei jungen Frauen, Rubina und Iva, die früh auf eigenen Beinen stehen müssen. Rubina zieht mit 13 in eine Jugendeinrichtung. Iva fällt gerade aus der Jugendhilfe und sucht nach einem Ort zum Ankommen. In ruhigen Bildern und mit großer Nähe zu den Protagonistinnen macht der Film spürbar, was es heißt, zu früh Verantwortung tragen zu müssen und wie wichtig es ist, dass andere hinsehen und mittragen. Für Musebeni hat dieser Film auch eine persönliche Bedeutung: »Ich bin selbst in der Jugendhilfe groß geworden. Aus dieser Zeit habe ich eine Resilienz entwickelt, die mich bis heute trägt.« Die Jury hebt die Augenhöhe hervor, mit der die Filmemacherin ihren Protagonistinnen begegnet: »Ihr Gespür für die Probleme und Herausforderungen der jungen Frauen macht ein Sozialsystem aus der Perspektive der Peer-Group sichtbar.«

Reportage

In der Ich-Reportage »Wie krass kompliziert es ist, ein Deutscher zu werden«, die bei ZEIT online erschien, berichtet der in Belarus geborene Journalist Viktar Vasileuski von den Hürden seiner Einbürgerung: von Formularen und Fristen, Erwartungen und Enttäuschungen. Den selbstironischen Ton lobt die Jury ebenso wie den Mut, sich öffentlich mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen. Am Ende des Textes bleibt die Frage: Was heißt Deutschsein?

Portrait

»Die Eine für alle« ist die Ärztin Dr. Nara, die sich in der Mongolei unermüdlich für den Kampf gegen Hepatitis einsetzt. Der Journalist Martin Zinggl porträtiert im GEO-Magazin diese außergewöhnliche Frau bei ihrer Mission. Er ist ganz nah dran an der Protagonistin, was auch die eindrücklichen Fotos von Anush Babajanyan zeigen.

Alle Beiträge Nachschauen und Lesen

Die drei prämierten Beiträge sind unter https://www.anderezeiten.de/presse/preistraegerinnen-2026 hinterlegt. Mit dem Preis und insgesamt 6000 Euro Preisgeld würdigt der Verein Andere Zeiten journalistische Arbeiten, die existenzielle Fragen von Verantwortung, Zugehörigkeit und Solidarität auf eine Weise ins Licht rücken, die Menschen berührt und zum Nachdenken anregt. In der Jury saßen in diesem Jahr die Journalist:innen Matthias Drobinski, Arnd Henze, Annette Hillebrand, Thorsten Neumann und Ronja von Wurmb-Seibel. Am 10. September erhalten die Preisträger:innen ihre Auszeichnungen in Hamburg. Andere Zeiten ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Projekte und Aktionen den Jahresrhythmus ebenso thematisieren wie Lebensthemen. Die ökumenische Hamburger Initiative ist unabhängig und steht den christlichen Kirchen nah. Bekannt wurde sie vor allem durch die Aktion Der Andere Advent.

Quelle: Pressetext Andere Zeiten überarbeitet und ergänzt.

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Bettina Sahling
Bettina Sahling

Bettina Sahling ist die Gründerin und Hauptakteurin hinter dem Online-Magazin newslichter.de, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2009 der Verbreitung positiver Nachrichten widmet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, täglich inspirierende Geschichten und gute Nachrichten zu teilen, um den Lesern Hoffnung und positive Impulse zu geben.

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