August – ein letzter voller Sommermonat

Lesezeit 2 Minuten –

August – der letzte volle Sommermonat! Hier in Niedersachsen sind noch Ferien, die Straßen sind ruhiger als sonst, der Sommer, teils mit Hitze und kräftigen Regenfällen, liegt auf dem Land, über der Stadt. Meist wie eine warme, leuchtende Hülle, die goldenes Sonnenlicht einfängt und speichert. Hier jedenfalls. Woanders sengende Hitze, Feuer und Chaos. Und all das ist gleichzeitig wahr und da.

In den ersten Augusttagen liegt das alte Fest der „Schnitterin“ – des ersten Ernteschnitts für die Kräuter, deren heilende und kräftigende Seelennahrung im Winter gebraucht wird.
Ein erstes Zeichen, dass der Sommer irgendwann enden wird, auch wenn die Hitze jetzt vielleicht am größten ist.

Einen Schnitt setzen. Gerade dann, wenn die Kraft der Kräuter am stärksten ist, sie auf dem Höhepunkt ihrer Kraft sind. Dazu muss frau be-herzt sein. Um den richtigen Zeitpunkt wissen. Das Kraut schneiden, das doch so lebendig ist – um seine Kraft halt- und nutzbar zu machen. Die darin eingefangene Sonnenkraft für die dunkle Jahreszeit konservieren.

Ich finde das nicht leicht:
Mein Sommerprogramm war eine lebendige, intensive und prallvolle Familienzeit mit meinen Kindern und Enkelkindern aus Deutschland, Portugal und Neuseeland.
Jetzt ist der Schnitt gesetzt, alle sind wieder weg, und die Wunde des Abschieds tut sehr weh.
Da ist noch kein Gedanke an die Ernte, die mich hoffentlich über den Winter trägt, die Erinnerungen und Erlebnisse, die meine Seele wärmen und stärken. Da ist eine rohe Wunde, der Schmerz des Schnitts und der Verlust von viel Lebendigkeit.
Gleichzeitig bin ich froh, dass noch Sommer ist, dass ich die Wunde in die Wärme der Sonne halten kann, die Kräuter der Lebendigkeit zum Trocknen ausbreiten darf in den Sommertagen und -Nächten, dass meine Tränen fallen dürfen und die Sommerfülle mich einhüllt in ihre freundliche Mütterlichkeit. Denn der August ist auch der Monat der Großen Mutter, der Maria, mit den Festen Maria Schnee am 5. August, Maria Himmelfahrt am 15. und Maria Krönung am 22. August.
Diese Verbindung zur Großen Mutter – domestiziert in Maria, doch dahinter sichtbar in ihrer Kraft – tröstet und stärkt mich, lässt mich den Zusammenhang von Schnitt und Ernte, Schmerz und Dankbarkeit ahnen, erlaubt mir zu trauern und zu fühlen und dem Leben zu vertrauen.

August. Hoch-Sommer. Der Schnitt gesetzt.
Beherzt spüren, was das bedeutet für mich, für dich.
Damit gehen, durch Sonne, Sturm, Hitze und Hagel. In allem das Leben sehen und – mit Chance – feiern.

Habt einen reichen, gesegneten Sommermonat!

Sharing is caring 🧡
Dorothee Kanitz
Dorothee Kanitz

Dorothee Kanitz ist Mitglied des newslichter next level Teams, Autorin, Seelfrau und Wegbegleiterin. www.meditation-spirit-ritual.de

Ein Kommentar

  1. Liebe Dorothee,
    wie treffend du diesen Moment beschreibst und auch wie berührend, das du deine Trauer und den Schmerz nimmst (wahr-nimmst). Wie viele Menschen tun das heute? Ich danke dir sehr für dein Teilen und auch für die Zuversicht, die aus deinen Zeilen strahlt und die bei mir landet.
    DANKE SEHR 💛

    Alles Beste und LIEBE
    von Meike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wow, Du hast aber viel zu sagen!

Möchtest Du nicht lieber als AutorIn für uns schreiben?

Zum Kontaktformular