Mit der Wärme des Sommers im Winter heizen

Die Heizsaison beginnt. Im nordhessischen Dorf Bracht heizen in einem Pilotprojekt 193 Häuser in diesem Winter mit Wärme aus dem vergangenen Sommer. Dafür wurde am Ortsrand ein Erdbecken gebaut, das 26.600 Kubikmeter Wasser fasst. Das entspricht etwa zehn olympischen Schwimmbecken.
Im Sommer erhitzen 11.600 Quadratmeter Solarkollektoren das Wasser auf bis zu 90 Grad. Ein schwimmender, gedämmter Deckel hält die Wärme über Monate im Becken. Im Winter gibt der Speicher sie über ein knapp zehn Kilometer langes Nahwärmenetz an die Häuser ab.
Die Sonnenenergie deckt rund 70 Prozent des Wärmebedarfs. Den Rest liefern zwei Großwärmepumpen und ein Holzkessel. Laut dem begleitenden Forschungsprojekt sinkt der CO2-Ausstoß der Wärmeversorgung um bis zu 98 Prozent.
Betreiberin des Aolradorfs ist eine Genossenschaft, die Bürgerinnen und Bürger aus dem Dorf gegründet haben. Von der Machbarkeitsstudie der Uni Kassel bis zur Eröffnung im September 2025 vergingen zehn Jahre. Der anschließende Bau dauerte ein Jahr. So geht Gestaltung der sauberen Zukunft, wenn viele Kräfte an einem Strang ziehen.
Dänemark baut solche Speicher seit den 1980er-Jahren. Der größte steht in Vojens und fasst 210.000 Kubikmeter. In Deutschland erreicht bislang kein Erdbecken diese Größe.
Quellen: https://www.cleanthinking.de/untergrundspeicher-saisonale-waermespeicher und hier https://www.solarserver.de/2025/09/19/solarthermie-und-waermepumpen-versorgen-solardorf-in-hessen/




