Die Liebe in der Angst finden

Angst ist ein ziemlich unangenehmes Gefühl. Und je bewusster wir durchs Leben gehen und je feinfühliger wir werden, desto intensiver erleben wir dieses Gefühl. Angst macht uns fest und eng. Sie versetzt unser Nervensystem in Alarmbereitschaft. Wir entscheiden und handeln aus einer Art Überlebensmodus heraus. Und fühlen uns alles andere als frei damit.
Viel Angst über längere Zeit kann in die Erschöpfung führen. Oder andere Symptome hervorrufen. Kein Wunder also, dass wir sie am liebsten einfach nur loswerden wollen. Wir suchen Ablenkungen … oder wir wollen sie wegtherapieren bzw. weg transformieren.
So erleben wir oft ein Hin und Her zwischen Angst und Vertrauen. Zwischen Angst und Entspannung. Zwischen Angst und Liebe.
Wir wollen mehr Liebe und weniger Angst. Und das ist total nachvollziehbar. Denn in der Angst können wir meist die Liebe nicht spüren. Das ist menschlich.
Wir haben ja tatsächlich auch die Wahl. Wir haben einen freien Willen. Wir können uns gegen die Angst und für die Liebe entscheiden.
Doch das Ganze hat einen Haken. Denn je mehr wir uns abwerten, wenn wir in Angst sind, desto mehr binden wir uns an sie. Wir fühlen uns in einem Negativkreislauf gefangen, der nie zu enden scheint. Und wir bekommen Angst vor der Angst. Wir fühlen uns ungenügend, unreif, ungeliebt, wenn wir Angst haben. „Sie ist immer noch da, obwohl ich doch daran gearbeitet habe!“, sagen wir. „Das Leben mag mich nicht!“
Wirklich frei für die Liebe sind wir nur, wenn wir keine Angst vor der Angst mehr haben und wenn wir sie nicht mehr bewerten. Doch gerade das fällt uns ja so schwer. Doch irgendwann dürfen wir den ersten Schritt in diese Richtung tun. Und aus der “Spirale nach unten” aussteigen.
Es beginnt in unserem Bewusstsein. Indem wir uns bewusst werden, was in uns ist und es nicht bewerten, sind wir nicht mehr nur Angst. Wir realisieren, dass wir viel mehr sind.
Wir können die Liebe wählen, während wir gleichzeitig Angst spüren. Wir können einen liebevollen Blick auf dieses so menschliche Gefühl werfen.
So wie eine Mutter (oder ein Vater) idealerweise auf ihr (sein) Kind schaut, wenn es Angst hat.
Sie liebt ihr Kind auch mit Angst.
Vielleicht sagt sie auch: „Du musst keine Angst haben.“
Doch sie vermittelt ihm auch, dass es immer geschützt und geliebt ist. Auch mit Angst.
Und so hält sie ihr Kind und hüllt es so lange mit Liebe ein, bis sich die Angst gelegt hat. Bis sie sich gewandelt hat. Denn das weiß diese Mutter oder der Vater ganz sicher: die Angst WIRD wieder gehen, die Wunde WIRD heilen.
Das Kind lernt, dass es vertrauen darf. Sein Urvertrauen wird bestärkt. Es vertraut zutiefst darauf, dass es nie getrennt von der Liebe ist, auch wenn sie mal nicht direkt spürbar ist. So würde es nie auf die Idee kommen, dass Angst und Liebe sich gegenseitig ausschließen könnten. Daher hat es auch keinen Impuls, die Angst abzulehnen oder sich mit ihr zu identifizieren. Es kann sich vertrauensvoll in seine Angst hineinentspannen.
Auch in dir gibt es so ein Lichtkind. Es weiß, dass die Liebe überall ist. Es weiß, dass es selbst Licht und Liebe ist. Und dass es hier ist, um die Welt damit zu beschenken.
Auf der allerhöchsten Ebene des Seins gibt es nur noch allumfassende, alles durchflutende Liebe. Und diese Liebe hat nichts gegen die Angst. Sonst wäre es keine bedingungslose Liebe.
Meine Klientinnen und Klienten erleben in meinen Coachings einen Raum, in dem sie mit all ihren Gefühlen und Themen da sein können. Weil sie sich damit vollkommen angenommen fühlen. Nicht, um weiterhin bis in alle Ewigkeit in diesen Gefühlen zu schmoren. Sondern um den inneren Kampf zu beenden und diese Emotionen liebevoll und wertschätzend zu wandeln. Vor allem, wenn sie nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben. Und wenn sie unnötig belasten.
Wir haben die Wahl, uns ein erfülltes, glückliches, leichtes Leben zu erschaffen. Und das Schöne ist: wir können dies im Einklang mit der Liebe und unserer Seele tun – und damit allen anderen dienen.
Alles Liebe,
Amaresh
Kostenlose Meditation “Wandle deine Angst”: https://amaresh.de/medi-wandle-deine-angst/
PS: Die hier beschriebenen Impulse sind für alltägliche Angstprozesse gedacht. Wenn Angst dein Leben stark bestimmt oder dich dauerhaft überfordert, braucht es mehr Halt, als ein Artikel geben kann – bitte hol dir in diesem Fall liebevolle professionelle Unterstützung.





