Wenn Wunder wahr werden und Wunden heilen

Manchmal heilt das Leben genau dort, wo einst die tiefsten Wunden entstanden sind. Mitte Juli reiste ich wieder einmal an einen Herzensort, den ich vor einigen Jahren kennenlernte. Es ist eine Jurte in Bayern, die liebevoll von einer Freundin gehütet wird.
Ich habe an diesem Ort viele wunderbare Momente erleben dürfen, einschließlich meiner ersten Seelenpoesie-Lesung vor zwei Jahren in einem feinen, kleinen Kreis von neun Frauen. In diesem Sommer und an diesem besonderen Ort durfte ich erfahren, wie es ist, wenn Wunden sich in der Tiefe schließen.
Vor drei Jahren schrieb ich bereits über meine beiden Ausdruckswunden: mein Schreiben und meine Stimme. Liebevoll nannte ich sie WunderWunden. Meine Reise mit ihnen begann in meiner Schulzeit, als das Außen in Gestalt von Lehrern begann, mein Schreiben, meinen Ausdruck zu bewerten. Ich war eine zurückhaltende, introvertierte junge Frau, die sich im Schulleben verlor und alles daransetzte, unsichtbar und unhörbar zu bleiben. Aus meinen Erfahrungen heraus formte sich ein Selbstbild, welches schmerzte und sich gleichzeitig wie ein Mantel um mich legte. Dies war eine unerfreuliche Weise des Wachsens und ließ mich jahrzehntelang äußerlich verstummen.
Mein Weg der Heilung dieser Wunden eröffnete sich mir mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit, als ich nach einer Coaching-Begleitung für eine Frau ungeplant eine Poesie schrieb. Die Worte kamen sozusagen über mich. Ich nahm damals an, dass es eine einmalige Geschichte sei. Doch die Ergebnisse in Form von Büchern und Seelentexten, die seitdem entstanden sind, bezeugen etwas anderes: Mit Worten auszudrücken, was ich wahrnehme und fühle, ist Teil meines Wirkens in dieser Welt und verwebt sich oftmals mit meinen Begleitungen von Menschen.
In diesem Sommer nun kam es zur Vollendung meiner Reise mit meinen Ausdruckswunden und ihrer Heilung. Denn zum einen durfte ich vor 30 wunderbaren Menschen meine Poesie lesen und mich von dem großartigen Musiker Frank Wendeberg begleiten lassen, und zum anderen bot er mir an, meine Poesie in seinem Tonstudio einzulesen. Was das für mich bedeutet, kann ich kaum in Worte fassen.
Vor Beginn meiner Reise in den Süden zeigten sich allerdings viele meiner inneren, ängstlichen Stimmen mit sehr lautem Tamtam und rieten mir dazu, zu Hause zu bleiben, denn sicher ist sicher. Ich entschied mich, ihnen nicht zu glauben, und fuhr aufgeregt meinem Abenteuer der Sicht- und Hörbarkeit entgegen. Hierfür wurde ich reich beschenkt, denn es war ein so magischer und berührender Abend für uns alle. Als ich zwei Tage später im Tonstudio saß und meine Texte einlas, vollendete sich das Wunder.
WunderWunden sind Wegweiser – das kann ich aus tiefstem Herzen bezeugen. Wann und wie sie in die Heilung gehen, liegt oftmals verborgen, bis die Zeit reif ist. Voller Dankbarkeit blicke ich auf die Menschen und Möglichkeiten, die mir das Leben offenbart hat. Wunder sind unplanbar – sie finden uns, wenn wir unsere Herzen offen halten. Ich mag dir zuflüstern: Glaube an Wunder – entscheide dich für Heilung. Es ist möglich.
Sobald es das Hörbuch „Poesie und Klang“ gibt, wirst du es erfahren.
Das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.
G. K. Chesterton





Ufff. 🥺🥹 Liebe Alexandra, deine Worte haben ganz tief in mir was berührt. Die Verletzungen in der Schulzeit durch Lehrer, die ohne Empathie bewerten. In einer Lebensphase wo so viel wachsen und sich entwickeln will. Es fühlt sich so an wie Knospen am Baum, die der Gärtner erbarmungslos abschneidet, weil sie in seinen Augen nicht gut genug sind. 🙈 Aber dann deinen Weg der Heilung zu lesen und zu fühlen, hat mein Herz wieder geweitet. Geschichten wie deine machen mir Mut. Alles Liebe zu dir. 🫶🏼✨💝
Das ist ja wirklich WUNDERVOLL, liebe Alexandra!
Ich wünsche mir Wunder für uns alle 🙂
Gudrun
Liebe Alexandra! Wie bin ich froh, dass deine Schulwunde heilen durfte, denn deine Poesie macht mich tief glücklich und berührt immer wieder. Und jetzt noch die Vorfreude auf das Hörbuch….! Welch ein Geschenk bist du und Mutmacherin, auch eigene Schulwunden zu heilen. DANKE ❣️
Grüße, Anne
Danke dir, liebe Alexandra. Ich konnte jedes Wort fühlen, obwohl – oder gerade weil ? – ich vom Ausdruck her in der Jugend in das genaue Gegenteil gekommen bin.
Herzlichst Danke!