Herbstlaub: Drei Gründe, es im Garten liegen zu lassen

Herbstlaub ist kein Abfall, sondern ein wertvoller Baustoff für den naturnahen Garten: Es schützt Böden und Wurzeln, liefert Humus und schafft zusätzlichen Lebensraum – für Igel, Insekten und Vögel. „Lassen Sie die Finger bitte vom Laubbläser. Sie können der Natur einen viel größeren Gefallen tun, wenn Sie Laub einfach liegen lassen“, erklärt Corinna Hölzel, Gartenexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
1. Laub als Mulch nutzen
„Vom Rasen sollte das Laub entfernt werden. Lassen Sie jedoch das Laub auf Beeten, unter Hecken und in Baumscheiben liegen oder verteilen Sie es dort gezielt. Eine Schicht von etwa zwei bis zehn Zentimetern schützt vor Austrocknung und Erosion, hält die Bodentemperatur stabil, unterdrückt Beikräuter und versorgt Regenwürmer sowie Mikroorganismen mit Nahrung“, so Hölzel. Beim Verrotten von Laub entstehen Humus und Nährstoffe. Diese nutzen Pflanzen zum Wachsen und Gartenbesitzer*innen müssen weniger düngen. So geht das Mulchen: Boden vorher lockern und von Beikrautwurzeln befreien; Aussaaten und junge Setzlinge aussparen. Besonders geeignet ist Laub für Stauden, Gehölze und Obstbäume.
2. Einen Laubhaufen für Igel bauen
Igel bauen ihre Winterquartiere aus Laub, Gras und Gestrüpp. Ein großer, stabiler Laubhaufen – etwa unter einer dichten Hecke oder in einer ruhigen Gartenecke – bietet ihnen warme, trockene Verstecke. Mit Reisig, Ästen, Steinen oder Totholz lässt sich der Haufen fixieren. Der Komposthaufen soll zwischen November und März nicht umgeschichtet werden, weil Igel und andere Kleintiere ihn gern als Unterschlupf nutzen. Außerdem sollten Gärten für Igel durchgängig sein: mindestens zehn Zentimeter Bodenfreiheit am Zaun oder Öffnungen von mindestens zehn mal zehn Zentimetern.
3. Laub für Vögel, Insekten und Mäuse liegen lassen
„Für Vögel, Insekten und andere tierische Gartenbewohner ist Laub vor allem bei Kälte überlebenswichtig. Sie helfen den Tieren, indem Sie das Laub auch hier einfach liegen lassen“, erklärt Hölzel. Laub dient vielen Tieren als Nahrung und Versteck. Frösche und Kröten verstecken sich im Winter in Laubhaufen, Vögel finden zwischen Laub ihre Nahrung, Marienkäfer überwintern dort. Wer zusätzlich etwas für die Artenvielfalt tun möchte, stapelt Äste und Zweige zu einem Reisighaufen, zu einer Käferburg oder zu einer Benjeshecke. Darauf kann anschließend Laub geschichtet werden. Wenn dann immer noch Laub im Garten übrig ist, legt es auf den Kompost – Laub gibt hervorragenden Humus, der im Frühjahr auf den Beeten verteilt werden kann.
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Dagmar