Einladung: Der rote Faden2 min read

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© S. Hofschlaeger / pixelio.de

Am 21.12.2012, beim Frühstück, erzählt mir meine siebenjährige Tochter, sie habe überlegt und meinte, alle Menschen seien miteinander verbunden, die Familien mit den Freunden, die wieder mit ihren Freunden und Verwandten undsoweiter, bis alle Menschen (und auch Tiere) irgendwie verbunden seien. Erstaunt fragte ich sie, wo sie das denn her habe. Sie sagte, nirgendwo her, sie habe sich das so überlegt. Die Welt sei eigentlich wie ein großer Klumpen, und wir sind nur kleine Punkte in diesem Klumpen, alle Teile des ganzen. Da war ich erstmal still.

Ich erzählte ihr daraufhin von einer alten chinesischen Geschichte, die besagt, dass die Menschen zu Beginn ihres Lebens von den Göttern einen roten Faden an die Fussknöchel geknotet bekommen, der sie mit anderen Menschen verbindet. Der Faden sei unsichtbar, aber die Menschen trotzdem verbunden.

(Ich erzählte ihr aber nichts von der Fernsehserie Touch, die momentan läuft und das gleiche propagiert).

Im wahrsten Wortsinne ein „soziales Netzwerk“ – und keine neue Idee einer vernetzten Welt: Rote Fäden, die uns quer über die Welt miteinander verbinden.

Später kauften wir in einer Wollhandlung rotes Wollband und knoteten uns die Bänder um das Handgelenk (es gibt einen alten jüdischen Brauch, nachdem rote Bänder um das Handgelenk den Bösen Blick abhalten).

Und dann kam mir die Idee, diese Veranstaltung zu machen. Gibt es einen Rücklauf aus den virtuellen sozialen Netzwerke in die realen sozialen Netzwerke? Gibt es neben der Computerverbindung zwischen uns allen auch eine andere (Ver)Bindung, rote Fäden?

Das ist das Experiment: Kleine, rote Bänder um das Handgelenk. In dieser Welt, die mehr auf Symbole reagiert als vielleicht alle Gesellschaften vor ihr, in der das Symbolsystem des Geldes z.B. unumschränkte Macht bekommen hat (Eigentlich nur Papier und Zahlen), Rote Bänder als Zeichen einer Idee, einer Überzeugung:

Das alles mit allem und jeder mit allen anderen zusammenhängt. Das wir alle eins sind.

Werden mir demnächst noch andere rote Bänder begegnen? Es ist nicht laut, es ist nicht grell, es ist kein „Event“. Es ist eher still und subtil.Macht noch jemand bei diesem Experiment mit?

Die Aktion läuft vom 25. Januar bis 13. März 2013 und wurde von Axelito Coyotito ins Leben gerufen. Ich fand sie auf facebook

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Ein Kommentar

  1. ein edel gehäkelter roter Faden  – einer Freundin –  ist jetzt an meinem linken Handgelenk ..
    schon Kinder haben realisierbare Visionen , die Begegnung, Frieden ermöglichen .. im Nu … wieder danke ich für das Newslicht

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