Lilith – das weibliche Prinzip

roseKolumne von Karl Gamper Die Wiederentdeckung, das Zurückkommen von Lilith – als Symbol für das weibliche Prinzip – halte ich für eines der hoffnungsvollsten Zeichen der Wendezeit, in der wir uns befinden. Diese Wendezeit ist in meinem Verständnis nicht auf ein Jahr oder gar auf ein Datum begrenzt, sondern umfasst mehrere Generationen. Sieben bieten sich an. Wobei wir nicht die erste sind.

LILITH – ALS MYTHOS
Der Name Lilith leitet sich aus dem semitischen Wort „Laila“ ab, was soviel heißt wie Nacht. In dieser buchstäblichen Sicht steht sie für dunkle Träume, Unruhe und Unsicherheit und ist verantwortlich für die Ambivalenz der Seele. In talmudischen Quellen (3. bis 5. Jhd. n. Chr.) geistert Lilith als Nachtdämon umher und wird erst ab dem 9. Jhd. n. Chr. zu Adams erster Frau erhoben. Lilith ist nun die Gegenheldin zur biblischen Eva, die der patriarchalen Tradition zugeordnet wird. Während Eva für die brave, mütterliche Frau steht, die dem Manne gerne dient – ist Lilith die starke, ihrer Macht und Kraft bewusste Frau, voller Sinnlichkeit und Leidenschaft, mit LavaGlut und Feuer, geführt von der weisen Intelligenz des Herzens; inspirierend, nährend, das Neue gebärend. Bereit, ihre Grenzen stets zu dehnen und doch tief verwurzelt mit dem elementaren, zyklischen Verständnis des „Stirb und Werde“ der Natur. In diese Rhythmik ist ein essentieller Friede eingewoben, der die grundsätzliche Gleichwertigkeit allen Lebens umhüllt.

LILITH ALS PRINZIP …

ist die personalisierte Provokation eines desaströs gewordenen „männlichen Prinzips“, das sich in einem linearen, nicht enden wollenden „immer größer, immer höher, immer mehr, immer noch mehr“ verfangen hat und sich im pathologischen Sinn in die Idee verrannt hat, wir könnten uns die Natur untertan machen. Finanzielle Interessen begraben seit Jahrzehnten die Würde der Natur.
Das mag überspitzt klingen. Doch wer immer einen Blick in Deutschlands führende Wirtschaftsmagazine wirft wird nur jene als Sieger, als Heroen im Rampenlicht der Bewunderung finden, die den Gewinn ihres Unternehmens verdoppelt haben. Wachstum um jeden Preis ist die Heilige Kuh, deren lineares „immer mehr, immer noch mehr“ nicht ernstlich angetastet wird. Dem steht das „Prinzip Lilith“ mit einem gesamthaften Verständnis eines innigen Miteinanders mit der Natur gegenüber; co-kreativ, co-evolutionär verbunden mit dem Werden des Lebens.

LILITH – DIE STILLE SEHNSUCHT DER MENSCHEN

So viele haben genug von diesem permanenten Kampf, von diesem unermüdlichen Rennen und wenden sich ihrer inneren Lilith zu, in deren Licht sich ein innerer Himmel öffnet. Ein Lauschen auf die Quelle der Inspiration in uns, die uns deutliche Handlungsimpulse sendet. In dieser Hinwendung finden wir den inneren Fluss, der uns nach und nach in Einklang mit unserem Wesen bringt, mit unserer Seele – mit dem größeren Licht. Und damit auch mit LavaGlut und Feuer. Lilith ist nie linear – nie kontrollierbar. Lilith ist der Schrecken des Verstandes und der Tanz des erwachten Herzens, das nach einer höheren Ordnung ruft.
Das Wort Kosmos bedeutet Ordnung. Diese kosmische Ordnung zeigt sich in einer Qualität, genauer gesagt in essentiellen Qualitäten wie Friede, Liebe, Freude, Stille, Dankbarkeit. Diese Ordnung offenbart sich in einem Jetzt, das sich als offenes Werden zeigt.
Die Erneuerung des „weiblichen Prinzips“, das Lilith repräsentiert, ist die stille Sehnsucht der Menschen.
karl_gamperZur Person: Karl Gamper ist ein Fährmann zwischen den Welten Spiritualität und Wirtschaft. Sein lebenslanges Forschungsprojekt lautet: Wie können wir die Ressourcen unseres Bewusstseins nützen für ein gut gelebtes, geglücktes, freudiges Leben? Er ist Bestsellerautor, Geschäftsführer der edition.SIGN und wirkt gemeinsam mit seiner Seelengefährtin Jwala, einer international bekannten Schriftkünstlerin,  im gesamten deutschen Sprachraum. Sein neuestes Buch, verfasst mit seiner Frau: “Karawane der Freude”, 192 Seiten, Trinity Verlag

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