Aufbruch: Für eine Kultur des Friedens

weltfriedenIn ihrem Buch Aufbruch machen sich Anna Gamma, Pia Gyger, Annette Kaiser und Sabine Lichtenfels für eine Kultur des Friedesn stark. Auf die Frage, welchen persönlichen Beitrag Frauen zum Frieden auf unserem Planeten leisten können, gaben die Frauen, die sich kurz zuvor mit großer Ehrlichkeit ihren Schattenseiten geöffnet hatten, folgende Antworten:

1. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine eigene Seinsmacht.
2. Ich kommuniziere offen das Wesen der weiblichen Sexualität und fordere deren Achtung ein.
3. Ich stehe mit dem Herzen für mein inneres Wissen ein und vertraue meiner inneren Führung.
4. Ich gehe neue Wege mit meinem Partner, meinem Chef, meinen Kollegen.
5. Ich vermittle meinen Söhnen, was Freude bedeutet und wie wir alle dazu beitragen können.
6. Ich ehre und würdige Frauen in ihrem Potenzial und ihrem Können.
7. Ich bin bereit, Männer in ihrer inneren Schönheit zu berühren.
8. Ich mache lautstark, aber liebevoll auf die Nöte des Planeten aufmerksam.

Solche Antworten wecken Hoffnung. Sie sind Wegbereiter für eine neue Kultur des Miteinanders von Mann und Frau.

Hintergrund (Textauszug aus dem Buch): Heute, da das Boot Erde voll ist, geht es weniger um die Erhaltung der Spezies Mensch durch Reproduktion, als vielmehr um die Bewahrung des ganzen Ökosystems. Das Kind, das wir gemeinsam zu hüten und zu pflegen haben, ist die Erde selbst. Wenn die von der Arterhaltung befreite Sexualität, das Leben spendende, machtvolle Feuer in uns, nicht unterdrückt oder missbraucht wird, so wird diese Kraft nach Teilhard de Chardin zum Motor der Entwicklung neuer Sinne – eines Sinnes für die Menschheit, die Erde und das Universum.
Um dieser Bewegung Kraft zu geben haben wir – Sabine Lichtenfels, Annette Kaiser, Pia Gyger und ich – uns gefunden und verbunden. Seit Jahren treffen wir uns in regelmäßigen Abständen, tauschen uns aus, forschen gemeinsam, beseelt von der Liebe zur Menschheit und der Sorge um unseren Planeten Erde.

Annette Kaiser beschreibt in ihrem Beitrag, wie der Gestaltwandel, in dem wir uns befinden, die Identität des einzelnen Menschen grundlegend verändern wird. Nicht länger wird er sich über äußere Merkmale, familiären Hintergrund, Bildung oder Geschlecht definieren. Sein Wesen wird heißen: „Ich bin“. Sein Verhalten wird Ausdruck der Liebe sein, von Kooperation und Toleranz bestimmt. Dadurch werden die Menschen zu einem lebendigen Organismus, einem WIR zusammenwachsen und sich einfügen in das kosmische System, gleichsam auf einer neuen Bewusstseinsfrequenz.

Sabine Lichtenfels berichtet exemplarisch über einen kollektiven, ko-kreativen Prozess, der sich in der Bildung der Arbeits- und Lebensgemeinschaft Tamera im Südwesten Portugals bereits über Jahrzehnte vollzieht. In diesem Heilungsbiotop, das sie mitbegründet hat, einem Raum des Vertrauens und der Liebe, wird das kollektive Trauma von Angst und Gewalt überwunden. Nicht mehr das Abenteuer des Krieges, sondern das Abenteuer der Liebe steht im Mittelpunkt dieser Gemeinschaft. Der von patriarchalen Fesseln befreite Eros wird als Quelle des Lebens und der Liebe gefeiert. So kann Kooperation mit allem Leben wachsen und zum wesentlichen Impuls für die Heilung der Erde werden.

Pia Gyger geht in ihrem Beitrag auf die Entfaltung neuer menschlicher Sinne ein. Sie selbst hatte das Glück, in Niklaus Brantschen einen Partner gefunden zu haben, der mit ihr den Weg einer vielseitig fruchtbaren Partnerschaft geht. Sie hat die Gabe der Inspiration, die sie auffordert, visionäre Impulse in Projekte umzusetzen, deren Dimension die Kräfte einer Einzelperson weit übersteigen. Nur in Zusammenarbeit mit anderen sind sie realisierbar. Bei der Verwirklichung der wichtigsten Projekte stand ihr Niklaus ebenbürtig und partnerschaftlich zur Seite. Das wohl größte und umfassendste Projekt, „Jerusalem, offene Stadt zum Erlernen des Friedens in der Welt“, ist die Krönung ihrer Partnerschaft.

Ich, Anna Gamma, zeige in meinem Text auf, wie wir als Einzelne ein Potenzial, das im Kollektiv der menschlichen Seele ruht – das des Archetypus des Priesters, der Priesterin –, annehmen und integrieren und so zu einer die Not wendenden Bewusstseinserweiterung finden können. Die Priesterin des Alltags ist berufen, ihre im Urgrund allen Lebens verankerte Seinsmacht in den Dienst der globalen Zeitenwende zu stellen. Die Priesterin wandelt im Namen der göttlichen Kraft zerstörerische Kräfte. Sie versöhnt, was getrennt ist, und heilt, was verwundet ist. Segnend eint sie Himmel und Erde.

Bild2Von der Kriegskultur zur Friedenskultur
Unsere Freundschaft, den Prozess der Themenfindung und das Schreiben der Artikel für dieses Buch verstehen wir zudem als unseren Beitrag zur Transformation eines alten, tief in uns verwurzelten Konkurrenzdenkens, eines Verhaltensmusters, dem wir überall begegnen, und das leider auch zwischen spirituellen Lehrerinnen und Lehrern verbreitet ist. Wir legen damit Zeugnis ab für eine Transformation, in der wir auf dem Weg zu einer geeinten Menschheit stehen. Wir dokumentieren das Erwachen aus der Illusion des Getrenntseins, ein Erwachen, das uns immer besser befähigt, entsprechend der Grundmatrix des Universums das eigene Leben zu gestalten. Als Teil des großen vibrierenden Netzes, das Leben heißt, sind wir abhängig und angewiesen auf Mitmenschen und Mitwelt. Wo dieses neue Bewusstsein lebendig wird, kann es keine destruktive Konkurrenz und keinen Krieg mehr geben. Die globale Kriegskultur wird in der Konsequenz von einer Friedenskultur abgelöst.
Anna Gamma (l.o.) ist Psychologin, autorisierte Zen-Meisterin, Mitglied des Katharina-Werks und Mitgründerin des Meditationszentrums Offener Kreis in Luzern.

Pia Gyger (r.o.) ist ebenfalls Psychologin, autorisierte Zen-Meisterin und Mitglied des Katharina-Werks. Sie hat das Lassalle-Institut in der Schweiz gegründet und geleitet.

Annette Kaiser (l.u.) ist Ökonomin und spirituelle Lehrerin und u.a. Leiterin der Villa Unspunnen in der Schweiz.

Sabine Lichtenfels (r.u.) ist Theologin und Mitgründerin des Heilungsbiotops 1 Tamera (Portugal) sowie der dort bestehenden Liebesschule. Sie entwickelte u.a. die Friedensethik „Grace“.

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