Charlotte kocht Pfannkuchen

Lesezeit 4 Minuten –
Foto: Charlotte Sachter
Foto: Charlotte Sachter

Wie einzigartig der Mensch, so vielfältig sein Essverhalten, das besonders morgens zur Tragen kommt. Vom Nicht-Esser- bis zum Genießer-Frühstück finden am Morgen sehr unterschiedliche Rituale in den Küchen statt. Dieses schnelle „Löffelrezept“ für einen „knusprigen“ Morgen eignet sich für alle, denn der Pfannkuchen lässt sich genausogut mitnehmen wie er am Morgen warm genossen werden kann. Die Aromen beim Ausbraten des Pfannkuchens erinnern vielleicht an Kindheit oder verschaffen ein Gefühl von Geborgenheit – Sinnesanregung jedenfalls.

Sowohl aus der Sicht der Chinesischen Ernährungslehre als auch aus der westlichen Analytik bringt dieser Pfannkuchen alles mit, um mit anhaltender Energie und wohl temperiert in den Tag zu gehen. Chinesisch betrachtet, stärkt der Pfannkuchen die Mitte und ist sozusagen ein „Schmeichler“. Die Gewürze sorgen für eine ausgewogene Temperierung, denn ein zu ‚kaltes’ Essen wird schwer verdaut und belastet die Mitte. Dabei geht es um die Qualität einer jeden Zutat, die den Körper kühlen oder wärmen kann. Dies ist eines der wichtigen Beurteilungskriterien in der Chinesischen Medizin. Dabei entspannt der süße Geschmack, der scharfe kurbelt den Stoffwechsel an, die Bitteraromen helfen der Verdauung; das Salz macht den Geschmacksklang rund und sorg dabei für die Geschmeidigkeit der Verdauungs-Passage.

Nach westlicher Analytik bringt die Braunhirse Bindegewebe stärkende Kieselsäuren, gepaart mit wertvollem Eisen, B-Vitaminen, natürlichem Fluor und ungestättigten Fettsäuren, die den Nerven eine „Schutzschicht“ gibt. Außerdem wird Hirse als krebshemmendes Lebensmittel empfohlen. Die Erdmandeln sind reich an Ballaststoffen, bringen eine natürliche Süße mit, die den entspannenden Charakter der Speise betonen und dabei den Blutzuckerspiegel in einem wunderbaren Gleichgewicht zu halten vermögen. Die Nüsse oder Nuß-Ähnlichen bringen viele Eiweiße, so dass die Mischung aus Eiweiß, Fett und Kohlehydraten hier in einem förderlichen Verhältnis zueinander stehen.

Die jeweiligen Toppings ergänzen sowohl ernährungsphysiologisch wie ganzheitlich betrachtet die Grundrezeptur.

Und nach so viel Informationen nicht zuletzt das Wichtigste. Der Pfannkuchen mit seinen im ersten Moment vielleicht ungewöhnlichen Gewürzkombinationen bringt volles Aroma auf den Teller und ist von daher auch ein sinnlicher Genuß.

GUTEN APPETIT wünscht Charlotte aus der Shiatsu-Cuisine

Foto: Charlotte Sachter
Foto: Charlotte Sachter

Zutaten Grundrezept:
1 EL Braunhirse | 1 EL Weizen- oder Dinkelgrieß | 1 EL Erdmandelflocken | 1⁄2 -1 El. Nußmus*

2-3 EL Sojajoghurt oder Reismilch / Hafercreme

*Wer eine Nussallergie hat, ersetze das Nußmus durch Maronenmus oder –mehl (Esskastanie).

Gewürze süß:
1 EL Ahornsirup, 1 TL Ingwersirup, 1 Pr. Pfeffer, 2 Pr. getrocknete Orangenschale (fein gemörsert), 1-2 Pr. Meersalz

Topping süß:
Mit gedünsteten Früchten nach der Jahreszeit. Z.B. Birne in feine Schnitze teilen, in etwas Wasser und hellem Reiswein dünsten. Es gehen hier alle Früchte. Im Sommer eigene sich alle Beerenfrüchte, dann auch roh einfach dazu gegessen.

Für Menschen, die nur wenig Fruchtzucker vertragen empfiehlt es sich, die Früchte zu dünsten.

Gewürze herzhaft:
Die Samen einer Kardamomkapsel, 1 Wacholderbeere, 2 Pr. Meersalz, 2 Pr. Rosenpaprika mild oder scharf, 1⁄2 TL frischen Zitronenabrieb oder 1 Pr. Getrocknete fein gemahlene Zitronenschale

Topping herzhaft VEGAN:
Lauchringe oder Ringe von der Frühlingszwiebel (pro Person ca. 7 Ringe) in einer Pfanne in etwas Sesamöl auf kleiner Hitze mit Deckel schonend anbraten, Tofu in Scheiben geschnitten dazugeben und mit anbraten. Mit einer Mischung aus 1 TL Shiro-Miso mit wenig Wasser (ca. 2-3 EL) ablöschen und durchziehen lassen.

Das Topping vegetarisch kann mit Feta-Schafskäse statt mit Tofu zubereitet werden, dann ohne Shiro-Miso, das wäre sonst zu salzig. Mit Deckel gedünstet lässt es den Käse zart schmelzen.

Hintergrund Shiatsu Cuisine: Auf welcher Basis arbeitet Charlotte Sachter in der Shiatsu-CUISINE? Grundlage ist die Chinesische Diätetik – ein System, Nahrungsmittel nach ihrer Wirkung auf den Körper zu beschreiben. Das Prinzip heißt, in eine Mahlzeit alle fünf Geschmacksrichtungen einzubinden. Es entsteht ein harmonisch-‚ runder Genuss, bei dem ein vielschichtiges Geschmackserlebnis entsteht.

charlotte“Bei meinem Angebot einer SHIATSU- CUISINE geht es mir vor allem um alltagstaugliche Rezepte, die auch von Berufstätigen schnell und einfach zu bereiten sind. Sie sind so aufgebaut, dass sie den Körper mit bioaktiven Substanzen auffrischen. Bei allen Kursen erhalten Sie eine Einführung über die Wirkung der verwendeten Nahrungsmittel, wie sie sich aus der chinesischen Medizin ergeben: Neulich abends war ich richtig hungrig und müde. Die rechte Stimmung für eine Tiefkühlpizza. Schnelle Kost und große Entspannung. Nur – stimmt das? Kurz und gut. Auf der Fahrt nach Hause kam es mir in den Sinn: Vorgekochte Spätzle, frisch gedünsteter Grünkohl, überbacken mit etwas Parmesan, salzen, pfeffern. Alles in einer Pfanne – in 10 Minuten fertig…”

Dazu bietet Charlotte auch regelmäßig Kochkurse in Hamburg an. Alle Infos hier

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2 Kommentare

  1. Ich finde das Grundrezept für Pfannkuchen sehr interessant. Frage mich aber, ob man die Hirse und den Grieß vorher dünsten muss? Vielleicht könnte man mir diesbezüglich einen Zubereitungstip geben.
    Lieben Dank sagt schon mal
    Christine

  2. Liebe Christina,
    die Braunhirse wird ausschließlich als Mehl angeboten, sie ist so hart weil ungeschält, dass sie auch gekocht nicht zu beißen wäre.
    Der Grieß oder auch Polenta kann roh verwendet werden, sie werden beim braten gar.

    Die Pfanne fette ich mit 1 TL Kokosöl, darin brate ich den Teig langsam gar. D.h. ich lasse auf kleiner Flamme den Pfannkuchen von einer Seite bräunen und warte, bis der Pfannkuchenteig von unten durchgart (stockt) Wenn der Pfannkuchen dicker gerät benutze ich einen Deckel dafür. Dann erst, wenn er gestockt ist, den Pfannkuchen wenden. Ich lasse ihn auf den Deckel gleiten und drehe dann mit dem Deckel. Das funktioniert gut und ist gleichzeitig die Garprobe. Wenn der Pfannkuchen nach kurzem lockern am Rand gut rutscht, ist der schon gut gegart; dann muss nur noch die andere Seite knusprig gebräunt werden.

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