Der innere Schreckensherrscher

Foto: Bettina Sahling

Foto: Bettina Sahling

Von Claudia Shkatov. Wenn wir in unserem Leben Menschen und Umstände haben, vielleicht sogar in unserer Familie, die uns das Leben ‚schwer machen’, weil sie uns Sorgen bereiten, uns den Schlaf rauben, uns durcheinander bringen, uns in Streit und Kampf verwickeln – kurz: weil sie immer wieder unseren Frieden stören – dann ist unser innerer Schreckensherrscher am Werk.

Meine wichtigsten Beziehungen und mein Leben sind heute so viel glücklicher und friedlicher als noch vor einigen Jahren.

Und doch gibt es in meiner Welt Krankheit, Distanz und Unfrieden, in meiner Verwandtschaft, meiner Nachbarschaft, meinem Freundes- und Bekanntenkreis und darüber hinaus.
Und meine Bereitschaft zu sehen reicht nun aus, um mir ansehen zu können, woher das, was ich immer noch an Angst, Trennung und Angriff in meiner Umgebung wahrnehme, energetisch stammt. Weit brauche ich nicht zu schauen…

Ich weiß, dass ich nur das wahrnehme, was in mir eine energetische Entsprechung hat. Etwas anderes ist nicht möglich. Etwas anderes würde mich und somit meine Welt gar nicht berühren.

Und da ist mein innerer Schreckensherrscher. Er hat viele Gesichter. Er ist der, der sich aufopfert und selbst nicht richtig lebt. Aus Liebe (oder aus Pflichtgefühl) gibt er alles den anderen, für ihn reicht die Liebe (oder die Pflicht) dann meist nicht mehr. Er bekommt oft zu wenig, und daher will er immer wieder und endlich auch was bekommen. Aber da ist nie genug: Nie genug Zeit, nie genug Kraft, nie genug Schlaf, nie genug Zuwendung, nie genug Raum, nie genug Ruhe, nie genug Anerkennung, nie genug Liebe. Er nimmt sich zurück und sein Durst nach Leben wird so immer grösser und immer unstillbarer. Und so auch sein Groll, seine Trauer, seine Angst und seine Verzweiflung. Manchmal in seiner Fantasie will er sterben, weglaufen oder einfach alles hochgehen lassen.

Mein innerer Schreckensherrscher ist auch der, der sich abgrenzt und sich zurückzieht aus der Verbindung, in eine rastlose innere Welt, in der es mehr Fragen als Antworten gibt, in der es mehr Wege als Auswege gibt und in der Licht und Vertrauen rar sind. Eine Welt wo der Verstand regiert und das Herz keinen Zutritt findet. Weil der Verstand Antworten fordert, wo er keine kennt. Und solange will er nicht weitergehen.

Mein innerer Schreckensherrscher ist der, der starrköpfig an einer Meinung oder Forderung festhält, einer der andere mit Rat schlägt oder mit ihnen in einem vernichtenden (Konkurrenz)Kampf steht.

Und immer wieder dreht es sich darum, dass irgendetwas fehlt, dass etwas nicht ausreicht, dass wir etwas brauchen oder mehr von etwas brauchen. Wir sabotieren, intrigieren, fordern, leiden, manipulieren, bestrafen, richten, rächen, opfern, quälen und trennen. Uns und/oder die anderen. Manchmal so subtil, dass wir es selbst kaum merken. Manchmal weithin sichtbar. Manchmal im Namen der Liebe. Manchmal im Namen der Pflicht, der Gerechtigkeit oder der Tradition. Manchmal im Namen des Gesetzes. Manchmal in Gottes Namen. Manchmal in keinerlei Namen.

Jeder von uns findet den Konflikt, den Vorwurf, die Trauer, die Verzweiflung, die Enge, die Qual, den Mangel, den Angriff, die Angst und den Terror auch in sich. Ob wir diese Energien nach innen oder nach außen richten, macht keinen Unterschied für ihre fehlgeleitete Wirkung in unserer Welt.

Es sieht so aus, als stünden wir alle an einem großen Becher und versuchten daraus zu trinken. Jeder mit einem Strohhalm bewaffnet. Wir konkurrieren um den Inhalt. Wir kämpfen, wir drohen, wir geben auf, wir opfern uns, wir geben anderen von dem, was ohnehin scheinbar nicht ausreicht für alle, und wir zapfen gleichzeitig heimlich die Nächststehenden an oder graben Leitungen im Untergrund.

Wir beklagen die Opfer, wir leiden, trauern, grollen. Und wir fordern Sühne.

Dabei haben wir vergessen, dass die einzige Form der Sühne nur darin bestehen kann, uns zu erinnern an die Quelle in unserem Inneren. An unsere Herkunft und an unsere Bestimmung. Daran, dass uns alles gegeben ist und immer gegeben wird. Daran, dass wir aus dem Vollen schöpfen, wenn WIR Verantwortung für das übernehmen, was wir in unserer Welt erleben. Und indem wir unsere Fehler berichtigen und das geben, was wir zu geben versprochen haben und wofür wir gekommen sind. Jeden Tag.

Manche nennen es Frequenzwechsel.

Ver-Geben ist Sich-Geben und ist Sich-Selbst-Ver-Geben. Es braucht großen Mut, und doch ist es ganz einfach. Wir erkennen unsere Verantwortung an für das, was wir in unserer Welt wahrnehmen. Und wir entscheiden uns für den Frieden und für das Geben. Wir entscheiden uns für die Gaben, die wir in uns tragen und teilen sie. Das adelt uns und gibt uns unsere Würde zurück. Wir fragen uns, was gerade gebraucht wird und wir geben es Kraft unserer Bereitschaft und Kraft unserer Entscheidung. Wir machen unseren Partner, die Anderen wichtiger als das, was uns gerade bewegt. Wichtiger als unseren Schmerz. Und wir genießen uns dabei, wenn wir auf diese Weise die Führung übernehmen.

Wir entscheiden uns dafür. Jeden Tag. Jeder in seiner Welt. Die unsere gemeinsame Welt ist. Das ist Sühne.

Da ist kein Becher der immer leerer wird und kein Fegefeuer das uns verbrennt. Da ist ein unendliches Meer der Möglichkeiten und der Fülle. Und für alle genug. Wenn wir uns dafür entscheiden und Ver-Geben.

Gebt Euer Herz. Gebt Euch. Gebt Eure Gabe.

Wofür bist Du hier?

Und was hast Du versprochen zu geben?

Claudia Shkatov

Claudia Shkatov

Zur Person: Claudia Shkatov lebte in Wien und Moskau und arbeitete in den Bereichen Organisationsentwicklung, Personalmanagement und Unternehmensführung in internationalen Organisationen bevor sie sich in 2006 für eine spirituelle Weltsicht öffnete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Berlin und widmet sie sich hauptberuflich der energetischen Heilarbeit. Außerdem ist sie als freie Autorin tätig. Ihr Herzensthema sind Beziehungen im privaten und im beruflichen Kontext als die Basis für jedes physische und psychische Lebensthema. Claudia arbeitet in den Sprachen Deutsch, Englisch und Russisch. Info und Kontakt unter www.blissbow.de, Tel.: 0170-774 30 64.

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Ein Kommentar zu “Der innere Schreckensherrscher
  1. Ginolino sagt:

    Liebe Claudia Shkatov,

    Danke für die wertvollen Worte. Für das Herz und ins Herz.
    Für mich ist ein weiterer Aspekt des Resonanzgeseztes
    mit Herzworten beschrieben.

    Ich nannte das Resonanzgesetz in meinem Leben Spiegelgesetz:

    Wenn Dir das Leben begegnet
    und es erregt dich etwas.
    So hast Du entweder zuviel
    oder zuwenig von dieser Eigenschaft.

    Danke

    Voller Freude verteile ich dein Worte (mit Quelleangabe) weiter.

    Herzlichen Dank

    ginolino

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