Der perfekte Moment ist jetzt

Foto: Sabrina Gundert

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Warum unsere Sehnsucht wichtiger ist als jeder Businessplan von Sabrina Gundert. Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie auf den richtigen Zeitpunkt warten. Darauf, dass sie genügend Geld haben. Dass es sich perfekt anfühlt. Dass ihre Freunde und ihre Familie zustimmen. Dass sie noch die zwei Fortbildungen belegt und die Ausbildung beendet haben, damit sie den ersten Schritt gehen können.

Ich glaube da nicht mehr dran.

Ich glaube nicht daran, dass wir erst noch jene Kurse, Erlaubnisse und Geldsummen brauchen, um der Sehnsucht in unserem Herzen zu folgen und den ersten Schritt auf unserem ureigenen Weg zu gehen.

Vielmehr bin ich davon überzeugt: Der beste Zeitpunkt ist immer hier und jetzt. Und: Es gibt immer etwas, das wir jetzt tun können.

Kleine, wesentliche Schritte
Manchmal mag dieser Schritt sehr klein aussehen. Wenn wir beispielsweise Künstlerin werden wollen und bereits von der erfolgreichen Ausstellung in New York träumen – und heute erst einmal Leinwand und Farben kaufen gehen, um unser erstes Bild zu malen.

Wenn wir ein Café eröffnen wollen, bereits die Kunden lachend an den kleinen Tischen die Orange-Mandel-Torte vor unserem inneren Auge essen sehen – und heute in das Café ums Eck gehen, das uns so gut gefällt, um zu fragen, ob wir einmal in der Woche für drei Stunden hier aushelfen können.

Doch genau dieser erste Schritt ist so wesentlich. Denn er bringt unsere Sehnsucht, das, wohin es uns zieht, raus aus unserem Kopf und rein in unser Leben. Er ist es, der den Boden bereitet auf dem wir anschließend aufbauen können.

Foto: Sabrina Gundert

Foto: Sabrina Gundert

Kraftvolle Vision
Kürzlich habe ich ein Zitat des Pfarrers und Autors Norman Vincent Peale gelesen: Leere Taschen haben noch nie jemanden aufgehalten. Nur leere Köpfe und leere Herzen können das.

Gehen wir zur Existenzgründungsberatung, machen wir einen Businessplan, können wir schnell das Gefühl haben, über zu wenig Geld und zu wenig Kenntnis zu verfügen, um überhaupt etwas Neues wagen zu können.

Nicht, dass es schlecht wäre, sich beraten zu lassen und einen Plan zu haben. Ich glaube nur, eine Vision, etwas, für das ich brenne, trägt mehr Zugkraft als jeder Plan in sich.

Das Wie folgt nach dem Was
Immer wieder erlebe ich genau das auf meinem Weg wie auch mit den Menschen, die ich in Coachings und Seminaren begleite oder mit denen ich bei Lesungen spreche. Am Anfang stand immer ein Traum, eine Idee. Etwas, das sie tief berührt, irritiert, bewegt und nicht mehr losgelassen hat. Von dem sie gespürt haben, dass es ihres ist und dass es für sie darum geht, genau dem zu folgen.

Oft erfahre ich dabei, wie sich das Wie von alleine zeigt, wenn das Was klar ist, wie Julia Cameron in „Der Weg des Künstlers“ einmal so treffend geschrieben hat.
Denn: Die Wege des Lebens sind so viel größer als das, was ich mir ausdenken kann. Sie sind so oft um so vieles raffinierter, dass mir nur bleibt demütig zu staunen.

Dem Neuen Raum geben

Sicher, es kommt nicht immer alles so, wie ich es geplant habe. Den Sinn darin kann ich oft zunächst nicht sehen. Manchmal, da braucht es Wochen, Monate oder Jahre, ehe ich erkenne: Ach dafür war es gut! Manchmal, da bleibt es auch ohne Sinn.

Und doch erfahre ich immer wieder, wie sich mein Leben auf wundersamste Weise zu entfalten vermag, wenn ich es zulasse. Wenn ich dem, was ich da in mir spüre – als Sehnsucht, als Knarzen, als Unstimmigkeit oder Ruf, dem ich folgen muss – Raum gebe.

Das muss nicht gleich ein ganzer Tag die Woche sein. Das muss nicht gleich ein ganzes Zimmer in meiner Wohnung sein. Das darf klein anfangen. Mit fünf Minuten am Tag. Mit einem Eck, in dem das Neue Platz finden, sein und sich ausdehnen darf.

Vor allem kann ich genau heute damit beginnen. Mich forschend auf die Reise machen. Meiner Sehnsucht nachspüren. Und sie Schritt für Schritt – mit Blick auf das, was ich genau jetzt tun kann – in mein Leben bringen.

Sabrina Gundert

Sabrina Gundert

Zur Person: Sabrina Gundert begleitet Frauen mit ihren Coachings, Seminaren und Büchern dabei, ihren eigenen Weg zu finden und ihm zu folgen. Denn sie ist überzeugt: Jede von uns trägt etwas in sich, das nur sie auf diese Weise in die Welt bringen kann. www.handgeschrieben.de. Bei den newslichtern schreibt sie jeden Monat über ein Thema, dem wir unweigerlich auf unserem eigenen Weg begegnen.

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Ein Kommentar zu “Der perfekte Moment ist jetzt
  1. Andre sagt:

    Ein schöner Artikel. Als Selbstständiger der „seinen Weg“ geht nur soviel dazu.

    Sollte man mit dem eienen Weg Geld verdienen wollen ohne sich kaputt zu machen, ist aus meiner Sicht das Allerwichtigste nachdem man seine Vision hat, sehr gründlich zu untersuchen, ob genug Leute wirklich Lust auf das „Neue“ Angebot haben oder es brauchen um ein wirklich brennendes, d.h. zeitlich drängendes und „schmerzendes“ Problem zu lösen.

    Wenn nicht, kann es schnell passieren, dass „der Markt“ den „neuen Weg“ nicht annimmt und sich der gewünschte Erfolg in vollem Umfang nicht einstellt. Gerade vorgestern habe ich zu meinem Erstaunen in einem Workshop erfahren, dass oft die Leute die „Ihr Ding“ beruflich machen, nur wenig Lebenszufriedenheit haben, da der Markt für Ihr Ding einfach nicht bereit ist – egal wie nützlich oder gut es dem betreffenden selbst scheinen mag.

    Wer jedoch eine Idee hat die ein echt brennendes Problem der Kunden besser löst, als das bereits vorhandene – und bereit ist sich mit den Kunden zu entwickeln, für den ist Selbstständigkeit ein interessanter und vielversprechender Weg.

    Sonst bleibt immer noch, sich einfach ein neues Hobby zuzulegen ;-).

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