Dem Geheimnis auf der Spur – David Steindl-Rast

Diese Reportage lässt uns teilhaben an der Biografie von Bruder David Steindl-Rast. Dieser inzwischen 90jährige immer noch sehr wache Benediktiner-Mönch beeindruckt in seiner Einfachheit und Tiefe. 45 Minuten wie eine Meditation.

Hintergrund Bruder David Steindl-Rast von Robert Neumüller

Wie kommt es, dass ein „ganz einfacher Mönch“ mit seinen Büchern auf der ganzen Welt eine riesige Leserschaft findet? Dass seine Homepage „Dankbar – Leben“ von Amerika ausgehend ein globaler Erfolg ist? Dass der Dalai-Lama das Vorwort für sein zutiefst christliches Buch „Credo“ schreibt?

Bruder David Steindl-Rast wurde 1926 in Wien geboren. Nach Krieg und Studium trat er 1952 im Staate New York dem Benediktinerorden bei. In der Neugründung Mount Saviour lebten die Mönche in einer zugigen Scheune streng nach der alten Regel. Durch den interreligiösen Dialog kam er mit dem Buddhismus in Berührung. In Tassajara (Kalifornien) fand er seinen Meister Suzuki Roshi, bei dem er einige Jahre blieb und lernte. Zu seiner eigenen Überraschung fand er nicht nur große Ähnlichkeiten im Mönchsleben, sondern auch in der spirituellen Tiefe. Erst mit 60 Jahren, nach 30 Jahren Kontemplation, Studium und Meditation, schrieb er aus diesem Erfahrungsschatz heraus sein erstes Buch, „Fülle und Nichts“. Viele weitere sollten folgen. Dieser Schritt in die Öffentlichkeit führte zu Vortragsreisen, Fernsehauftritten und er wurde sogar Teacher in Residence im renommierten Esalen-Institute in Big Sur (Kalifornien). Es war die Hochblüte von New Age, wo er mit seinem spirituellen Erfahrungsschatz die nötige Ernsthaftigkeit und Tiefe beizutragen wusste.

„Ich bin Christ“, sagt der heute 90-Jährige, wenn er wieder mehr Zeit in Österreich verbringt. Hier schreibt er auch an seiner Autobiografie. Für diese Arbeit ist er seinen eigenen Geheimnissen auf der Spur. Diese Reise, auf der ihn der Film begleitet, führt ihn viele Generationen zurück in das Schloss seiner Vorfahren und in den Wallfahrtsort Maria Rast (Ruše, Slowenien), dem die Familie ihren Namen verdankt. Voller Humor und Offenheit begibt er sich auch zu den Stationen seines eigenen Lebens. Vom Geburtshaus in Hietzing zur Kaasgrabenkirche, wo sie die Nazizeit im Widerstand überlebte, bis zu jener Gasse nahe der Neulandschule, wo er sein eigenes Leben dem Opfer eines anderen Lebens verdankt. Dankbarkeit begleitet ihn seither ein Leben lang.

Rilke als Begleiter
Auch ein Leben lang begleitet ihn die Lyrik Rainer Maria Rilkes, seit seine Mutter ihm als Zehnjährigen „Das Stunden-Buch“ geschenkt hat. Für Steindl-Rast ist Rilke nicht nur der „Rock ’n’ Roll“ seiner Jugend, sondern ein wahrer Mystiker. Zum ersten Mal besucht Bruder David das Schloss Duino, wo Rilke seine „Duineser Elegien“ schrieb.

Regisseur Robert Neumüller hat bereits vor bald 25 Jahren mit Bruder David gedreht. Aus dieser Zeit gibt es mehrere ORF-Produktionen, aus denen auch Ausschnitte im Film zu sehen sind. So entstand ein sehr persönliches Porträt eines ganz außergewöhnlichen Menschen. „Dem Geheimnis auf der Spur“ zu sein bedeutet für Bruder David auf einer lebenslangen Reise zu sein – auf Gott zu, von dem er aus großem Respekt und aus dem Wissen um das Nichtwissen-Können heraus als das „große Geheimnis“ spricht.

Mehr zum Wirken von Steindl-Rast hier

Aktuelle Biografie ist erschienen hier.

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3 Kommentare zu “Dem Geheimnis auf der Spur – David Steindl-Rast
  1. Eine wunderbar berührende Dokumentation über diesen beeindruckenden Menschen, dem ich schon so lange mit Demut und Dankbarkeit folge. Ich ging so intensiv mit, danke!
    Diese Augen, da liegt unendlich viel darin, viel Weisheit, Humor, Jugend, Liebe, Freude… so wache, weise, liebevolle Augen…

    Herzlichen Dank!
    Elisabeth

  2. Günther sagt:

    Ich bin erst jetzt auf diesen Seite gestoßen.

    Ein sehr einfühsamer Beitrag und eine sehr schöne Spiritualität von Br. Steindl-Rast, die mir sehr gut gefallen. Nicht das übliche theologische Gequatsche. Diese schönen Sachen findet man halt nur bei newslichter, wehalb ich die Seite auch so gerne lese.

    Lg Günther

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