Hab Vertrauen in den Prozess

Hab Vertrauen in den Prozess

Foto: Sabrina Gundert

Von Sabrina Gundert. Immer, wenn ich an einer Stelle stehe, an der mein altes Leben nicht mehr weitergeht, und das Neue noch nicht sichtbar ist, ist da dieses Zögern. Dieses Zögern, das mich mich fragen lässt: Bin ich wirklich richtig hier? Kann ich den nächsten Schritt wirklich gehen? Ihm trauen? Oder ist das Ganze nicht ein riesiger Irrtum?

Spüre ich in mich rein, verbinde ich mich wieder bewusst mit meinem Körper, ist es vielmehr als nur ein Ahnen, dass ich genau richtig bin. Es ist ein Wissen, das auf einer tieferen Ebene immer da ist – auch, wenn ich manchmal, wenn der Geist wild und die Gedanken zahlreich sind, den Zugang dazu nicht finde.

Jedes Mal ist diese Engstelle – an diesem Nicht-mehr und Noch-nicht – eine Herausforderung an mich selbst: Bleibe ich mir treu? Glaube ich an mich? Vertraue ich meiner Wahrnehmung?

Immer wieder zögere ich. Gehe hin und her in meinen Gedanken. Vor und zurück. Zugleich weiß ich: Ich folge. Ich folge mir und dem, was ich als stimmig empfinde. Oft braucht dieses Folgen einfach seine Zeit. Und das Wissen, dass es kein Fehler ist, zwei Schritte vor und einen zurück zu gehen.

Was ich in diesen Zwischenzeiten lerne, ist das Vertrauen in den Prozess. Darein, dass ich, wenn ich mittendrin bin, nicht sehe, was am Ende auf mich wartet – und dass ich dennoch gehen kann. Im Vertrauen, dass es gut sein wird. Und gut bedeutet hier vor allem stimmig. Dass dieses, was da am Ende jenes Prozesses auf mich wartet, Sinn für mich macht. Dass eine Aufgabe und ein Geschenk zugleich in ihm sind.
In unserer Gesellschaft sind wir es nur wenig gewohnt, mit Vertrauen und Gelassenheit durch die Prozesse unseres Lebens zu gehen. Oft kämpfen wir gegen sie an, versuchen am Alten festzuhalten oder das Neue zu beschleunigen. Doch: Die Prozesse tauchen immer wieder auf. Weil sie natürlicher Teil des Leben sind.

Wie wertvoll ist es da, wenn wir uns verbinden mit Menschen, die ebenfalls in jenem Prozesssein unterwegs sind. Die wissen, dass Entwicklung und Veränderung die natürliche Bewegung des Lebens sind. Und die uns daran erinnern, wenn wir es selbst einmal vergessen haben.

Hab Vertrauen
Hab Vertrauen,
darein, dass alles gut sein wird,

dass du vertrauen darfst,
dass du geborgen bist, immer warst.
Hab Vertrauen,

dass dieser Weg der deine ist,

dass du genau richtig bist,

mit allem, was du entschieden hast 
und was vor dir liegt.
Hab Vertrauen,

in diese Entwicklungen,
in das, worin du gerade bist.
Hab Vertrauen,

dass es sich zeigt,
dass du einfach mitgehen darfst,

dass du Teil bist, vom großen Ganzen.


Zur Person: Sabrina Gundert begleitet Frauen mit ihren Coachings, Seminaren, Büchern und Seelenbotschaften auf dem Weg zurück zu sich selbst, in ihre Kraft und zu ihrer Essenz. Und damit zu dem, was ihnen wirklich, wirklich wichtig ist. www.sabrinagundert.de

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5 Kommentare zu “Hab Vertrauen in den Prozess
  1. Anne P.-D. sagt:

    Liebe Sabrina, was du ansprichst, da stehe ich auch oft und vor allem gerade in dieser Zeit! Ich bin gerade aus der Reha zurück und muss sehr an mir arbeiten, Veränderungen zulassen und das Vertrauen zu finden, dass sie mir mehr helfen als das, was ich vorher hatte. Es ist nicht leicht, jeden Tag neu bin ich gerade mit mir selber etwas überfordert, um mich neu zu finden, wie es mir hoffentlich in der Zukunft gut tun wird!
    Dein Text: „Hab Vertrauen“ werde ich mir aufbewahren! Er könnte mir eine Hilfe werden!
    Ich wünsche dir auf deinem Weg alles Liebe,.. ich schätze dich und deine Homepage sehr, in den letzten Wochen war ich dort nicht zugegen, weil ich keinen PC bei hatte! Auf das Magazin freue ich mich schon!!!!!
    Lieben Gruß,
    Anne

  2. Sabrina Gundert sagt:

    Liebe Anne,

    hab Dank für deine Rückmeldung udn dein persönliches Teilen! Ich glaube, wir dürfen uns selbst und gegenseitig immer wieder an dieses Vertrauen erinnern. Annehmen und anerkennen, dass wir diese Erinnerung brauchen. Und zu vertrauen, dass uns diese Erinnerung eine neue Ausrichtung gibt – hin zu dem, wofür wir gehen wollen, was wir stärken wollen, was wir spüren am Ende (oder hinter der Engstelle) des Prozesses. Auch, wenn wir noch keine Worte für es haben, vielleicht nur eine Ahnung, vielleicht nichtmals das. Wenn wir einfach gehen, weil wir wissen, dass es jetzt dran ist zu gehen. Weil es sich stimmig anfühlt – oder wir nicht anders können.

    So wünsche ich dir stärkenden Mut und Rückenwind durch diesen Text und vielleicht noch weitere, die dich auf deinem Weg begleiten.

    Auf das Magazin Verbundensein freue ich mich ebenfalls schon sehr – es ist gerade in der Grafik!

    Mit einem Herzensgruß zu dir,
    Sabrina

  3. Gitta sagt:

    Wahre und selbst erfahrene Worte … DANKE liebe Sabrina

  4. Anette Gelfarth sagt:

    Liebe Sabrina,
    ich lese Deine Texte und Erkenntnisse sehr gerne. Sie sind einfach und genau auf den Punkt gebracht. Besonders wichtig ist es im Vertrauen zu sein, wenn die inneren und vor allem die äußeren Kritiker dein Vertrauen anzweifeln. Da ist es wirklich hilfreich in die Stille zu gehen und dem guten Gefühl zu folgen, das aus deinem Inneren sich zeigt. Wie man so schön sagt, lass dein Herz sprechen. Es verbindet sich mit dem Positiven und heilt alles Negative.
    Für Anne wünsche ich ein gütiges Vertrauen zu ihr selbst. Ich war letztes Jahr in der Reha und bin im Prozess vollkommen mein Leben zu ändern. Und es wird alles gut. Denn es ist mein Geburtsrecht gesund und glücklich zu sein.
    Friedliche Grüße
    Anette

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