Streit um Heilpraktiker – Information tut not!

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Von Conny Dollbaum-Paulsen Heilnetz.de. Die wichtigste Aussage vorweg, wenn es denn gelingen soll, die aktuelle Diskussion um den Berufsstand der Heilpraktiker zumindest nicht weiter anzuheizen: Die größte Gemeinsamkeit aller Beteiligten ist die Sorge um das Patientenwohl.

Diese Sorge und das damit verbundene Anliegen, hilfreich zu begleiten, verbindet Ärzte wie Heilpraktiker und darüber hinaus viele weitere therapeutisch, begleitend und beratend Tätige.

Wo bitte geht’s hier zum Patienwohl?

Aber schon die Frage, was unter Patientenwohl zu verstehen ist oder gar, mit welchen Maßnahmen Patientenwohl zu unterstützen sei, wird von den Beteiligten sehr unterschiedlich beantwortet.

Nicht so von denen, um die es geht, von den Patienten und Patientinnen. Die Tatsache, dass viele tausend heilpraktische Kollegen und Kolleginnen ihren Lebensunterhalt in naturheilkundlichen und psychotherapeutischen Praxen verdienen, zeigt: Patienten ist durchaus zuzutrauen, über ihr eigenes Wohl und die daraus resultierenden Formen der Begleitung und Behandlung zu entscheiden. Und: Sie wollen beides.

Sie wollen naturwissenschaftlich-medizinische Diagnose- und Therapieverfahren UND sie wollen ganzheitlich-komplementäre Begleitungen. Patienten und Patientinnen sind mündige Partner*innen und sicher eines: kompetent im Umgang mit sich selbst. Dies zu unterstützen, wo es aufgrund komplexer Zusammenhänge notwendig ist, muss das Ziel jeder modernen Behandlung, sei sie schulmedizinisch sich oder komplementär, sein.

Information tut not

Deshalb scheint es von Bedeutung, die Unterschiede der einzelnen Berufsgruppen, ihre Hintergründe bezogen auf Ausbildung, Weltbild (z.B. naturwissenschaftlich oder holistisch) oder ihr Verständnis von Krankheit und Gesundheit sorgfältig und allgemein verständlich herauszuarbeiten. Patient*innen sollten wissen,

  • welche Expertise (wissenschaftlich-fundiert, naturheilkundlich-erfahren, menschlich-erfahren, ausbildungsbezogen etc.)
  • welche Grenzen (juristisch, ausbildungsbezogen, berufskontext-bezogen etc.),
  • welches Ziel (Symptombehandlung, Ursachenforschung, Selbsthilfe etc)
  • welcher Rahmen (wissenschaftsbezogen, Evidenz-basiert, Erfahrungs-bezogen, ganzheitlich aber auch bezogen auf Finanzierung und Wirksamkeit etc.
  • welcher Kontext (erster oder zweiter Gesundheitsmarkt, vorherrschendes Weltbild etc.)

im Zusammenhang mit der vorgesehenen Begleitung zu beachten sind.

Das gilt für alle Angebote und würde bedeuten, dass sich jede Disziplin ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen bewusst wäre und dies transparent machen würde – der Konjunktiv ist hier wohl die angemessene Variante in der Formulierung…

So informiert, können (und müssen) Patienten entscheiden, welches Vorgehen ihnen sinnvoll erscheint.

Denn auch bezogen auf einen weiteren Aspekt haben sie wieder viel gemeinsam, die scheinbar feindlichen Brüder: Kein Arzt, keine Ärztin und keine Heilpraktiker*in können, wollen und dürfen Heilungsversprechen abgeben.

Tatsächlich gibt es wohl wenige Heilpraktiker, die von sich sagen würden, sie wären mit Ärzten zu vergleichen und würden ähnliches tun. Gerade der Unterschied macht ja das Komplementäre aus – und wie immer, wenn etwas wirklich rund sein soll, braucht es Pole, die weit auseinanderliegen und dennoch beide Teile des Ganzen sind.

Fundamentalismus führt zu nichts, außer zum Gegenteil

Fundamentalismus kennen wir aktuell vor allem aus der politischen Diskussion, der Duden schreibt dazu: Fundamentalismus: geistige Haltung, Anschauung, die durch kompromissloses Festhalten (an ideologischen, religiösen) Grundsätzen gekennzeichnet ist (und das politische Handeln bestimmt). Die aktuelle Diskussion trägt durchaus fundamentalistisch anmutende Aspekte. Die Haltung des Münsteraner Kreises, der Evidenz basierte Medizin und das Modell der Naturwissenschaft als einzig wahre Grundlage therapeutischen Handelns postuliert, ist eben eine Haltung, keine Wahrheit. Gleiches gilt natürlich für Heilpraktiker, die den Rahmen naturwissenschaftlichen Denkens verlassen und als falsch ablehnen. (Noch) nicht wissenschaftlich bewiesene Wirkungsweisen vieler ganzheitlicher Methoden sagen wenig über die Wirksamkeit aber viel über die Art der Untersuchung aus.

Und beiden „Lager“ sollten sich darüber im Klaren sein: Wir handeln aus unserem jetzigen Wissen, das sich in kurzer Zeit vermutlich als unwahr herausstellen wird. Die Irrtümer von heure sind die Wahrheiten von gestern – das geht heute alles schneller, am Inhalt an sich ändert sich nichts. Wer wollte heute noch allen Kleinkindern die Mandeln herausoperieren oder Blinddärme für überflüssige Zipfel halten, die routinemäßig entfernt würden, wie es in den 60er und 70er Jahren üblich war.

Wenn aus Esoterik eine Kassenleistung wird

Ein schönes Beispiel für einen sozusagen komplementären Entwicklungsprozess zeigt das MBSR-Training, ein achtsamkeitsbasiertes Training zur Stressbewältigung, dessen Bestandteile, u.a., Meditation und Yoga, dem Buddhismus entlehnt sind…..

Noch vor 10 Jahren, sicher aber vor 20 Jahren, galten Meditierende gemeinhin als Spinner, die vornehmlich weltabgewandt ihr persönliches Heil in der Versenkung suchten. Buddhistische Zentren waren ein Fall für Exoten, der Dalai-Lama irgendwie ganz knuffig – mit Medizin hatte das Ganze wirklich gar nichts zu tun.

Bis ebendieser Dalai Lama namhafte Wissenschaftler einlud, die Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität näher zu beleuchten. Im weiteren Kontext forschten engagierte Ärzte vor allem in den USA an Programmen für Patienten, die als unheilbar krank galten oder mit nicht behandelbaren Schmerzen zu tun hatten. Sie waren schulmedizinisch „austherapiert“ – aber ihr Leiden schrie nach neuen Lösungen.

Das daraus entwickelte, mittlerweile sehr gut wissenschaftlich erforschte MBSR-Training wird weltweit an Unikliniken und in Gesundheitszentren gelehrt. Die Uniklinik Essen lehrt und forscht dazu und selbstverständlich zahlen alle gesetzlichen Krankenkassen die entsprechenden Kurse. Achtsamkeitstraining hat einen festen Platz in der Psychotherapie, ebenso wie im multimodalen Schmerzkonzept und in der onkologischen Behandlung.

Der Grund: Die wissenschaftliche Beweislage änderte sich schlagartig, als über die funktionelle Computertomografie die Möglichkeit bestand, die Vorgänge im menschlichen Gehirn während verschiedener Tätigkeiten, also auch während der Meditation, zu beobachten und zu messen. Und siehe da: Was Buddhisten seit 2000 Jahren wissen, zeigte sich auch im modernen CT: Meditation verändert das Gehirn, kann dazu beitragen, Menschen mitfühlender, resilienter und zufriedener zu machen.

Was für ein wunderbares Beispiel einer komplementären Entwicklung.

Die Forschungsteams, die das Thema zu ihrem gemacht haben, waren sicher eines nicht: fundamentalistisch. Sie waren neugierig, offen du unbedingt daran interessiert, die Methode so hilfreich wie möglich einsetzbar zu machen.

Fazit für den Moment

Wir brauchen wirklich interdisziplinäre Gremien – so etwas wie der Medizin-G*alle-Gipfel, an dem Ärzte, Heilpraktiker*innen, Patient*innen, Menschen aus allen Gesundheitsberufen, Kassenvertreter*innen und Vertreter*innen von Initiativen wie Artabana, Gesundheitsberater*innen und so weiter – ein Gremium, das mit offenem und klaren Geist in Open Space-Manier zu den relevanten Fragen Stellung nimmt. So würde eine agile Meta-Ebene entstehen, die, immer in Bewegung, moderne Lösungsansätze finden könnte.

Das für den Moment, alle Infos zu den erwähnten Artikeln gibt es hier:

Das Memorandum des Münsteraner Kreis

Eine differenzierte Darstellung zum Berufsstand der Heilpraktiker sowie eine Stellungsnahme aus juristischer Sicht von RA Rene Sasse

Eine Stellungnahme des Bundes Deutscher Heilpraktiker BDH

Ein Artikel aus den Good News zu einer Umfrage zum Thema Heilpraktikerbesuche

Abschließend ist mir, Conny Dollbaum-Paulsen, seit 1993 Heilpraktikerin mit hervorragender medizinischer wie therapeutischer Ausbildung, wichtig, dass wir nicht nur untereinander im Gespräch sind – das hilft der Diskussion ebenso wenig wie das Säbelrasseln im Nahen Osten. Wir müssen uns zuhören, Respekt entwickeln dort, wo es nicht oder nur rudimentär gibt und gemeinsam arbeiten. Alles andere geht auch, aber gesund ist es für niemanden!

Die Autorin: Conny Dollbaum-Paulsen hat die Heilnetze ins Leben gerufen: Das sind regionale Internetportale mit Adressen für alternative TherapeutInnen, ganzheitliche Beratung und/ oder Informationen aus dem Bereich Ganzheitliche Gesundheit. Sie bilden innerhalb der Region kollegiale Netzwerke mit regelmäßig stattfindenden Austauschtreffen für alle Beteiligten. Die aktuell bestehenden neun regionalen Portale sind werbefrei, die mehrfach wöchentlich erscheinenden Artikel in den Good-News beschäftigen sich mit Mut machenden Nachrichten vornehmlich aus den Bereichen Gesundheit und Ökologie.

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12 Kommentare zu “Streit um Heilpraktiker – Information tut not!
  1. Johannes sagt:

    Sehr schönes Beispiel für die Wirkung ganzheitlicher Medizin / Naturheilkunde, die Körper, Seele und Geist im Zusammenhang betrachtet

  2. Eine Freundin hat mich auf Ihren Artikel zu diesem Thema aufmerksam gemacht – und ich kann nur sagen DANKE für Ihren Blick auf das Memorandum, die achtsame Art des Schreibens und das gut gewählte Beispiel (MBSR). Besonders gefreut habe ich mich auch darüber, dass Sie ihre hervorragende medizinische wie therapeutische Ausbildung zum Ausdruck bringen, da das Memorandum ja den Anschein erweckt, dass der Beruf der Heilpraktiker*in so leicht zu ergreifen ist und keine Fortbildungen fordert. Die Kolleg*innen, die ich kenne, haben das dringende BEDÜRFNIS sich fortzubilden. Ob Menschen (Heilpraktiker, Ärzte, Therapeuten u.a.) Patient*innen und allgemein Hilfe-Suchenden zutrauen, den Prozess der Entwicklung z.B. von Krankheit zu Gesundheit hin maßgeblich mitzugestalten, hängt wohl entscheidend von dem Menschenbild ab, das wir in uns tragen – in welcher Haltung wir jedem Einzelnen begegnen. Wenn wir wissen, dass wir nicht für jeden Menschen die „richtige Therapeut*in“ (hier meine ich sowohl Arzt, Ärztin, Heilpraktiker*in und in anderen Heilberufen Tätige) sein können, können wir in Demut und Dankbarkeit offen sein für alle anderen Methoden rund um unseren Planeten. Nicht der Ausschluss, sondern die Vielfalt der Ansätze könnte uns schöpferisch werden lassen, gemeinsam mit der Patient*in das für sie/ihn Passende zu finden, und beizutragen zu dem was auch uns am Herzen liegt: helfend und wenn es gelingt, heilend tätig zu sein, damit mehr Erkenntnis, Gesundheit, Leichtigkeit und Glück das Leben unserer Patient*innen und damit auch unser Leben erfüllt. Heilmethoden, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden angewandt werden, in anderen Teilen der Welt, ihre Bedeutung abzusprechen wirft in mir Fragen an die Autor*innen des Memorandums auf, die hier nicht gestellt werden sollen.
    Wenn wir uns fragen, was das zu Heilende sei, kommen wir wohl nicht mit einer Methode aus, dies nachhaltig und erschöpfend beantworten zu können. Welche Bereicherung könnte für Patient*innen und Ausübende der Heilberufe darin liegen, sich aller Erkenntnisse und Erfahrungen zu bedienen, die sich um einen „runden Tisch“ versammeln könnten, ganz wie Sie es in Ihrem Artikel beschreiben.
    Zu guter Letzt: Es gibt so viele Gesundheiten wie es Menschen gibt. Vielfalt ist in meinen Augen ein Muss. Bei alldem sollte nicht vergessen werden, dass Heilung nicht immer gelingt auch wenn wir uns darum bemühen. Oft ist sie Gnade. Meiner Ansicht nach ist entscheidend was geschieht, wenn Fragen wie die im Memorandum Aufgeworfenen besprochen werden und in welchem „Ton“ der Austausch stattfindet. Hier können Offenheit und Zuhören geübt werden, wie wir es auch im Patientengespräch brauchen.
    Brita Grüner
    Heilpraktikerin/Reiki-Meisterin Halle/Saale

    • Conny Dollbaum-Paulsen sagt:

      Wow, das ist ja ein wunderbar ausführlicher Kommentar, der mich sehr freut. Beim Lesen der vielen fürchterlichen Äußerungen, die gerade zum Thema im Netz kursieren ist es nicht leicht, in Ruhe weiter das zu tun, was uns am Herzen liegt, Heilsames, wie auch immer es geartet sein mag, in die Welt zu bringen. Aber hier, an dieser Stelle, kann ich wieder spüren, dass wir genau das weiterhin tun werden. Vielen Dank!

  3. Ralf sagt:

    Heilpraktiker brauchen keine Ausbildung, sie müssen nur Wissen nachweisen, um zu zeigen, dass sie keine „Gefahr für die Allgemeine Gesundheit“ darstellen. Was ein Heilpraktiker nach der Überprüfung aus seinem Beruf macht, wie er innerhalb der legalen mögliche Grenzen Patienten behandelt, ist weitgehend ihm/ihr überlassen. Sicher gibt es Heilpraktiker, denen ständige Weiterbildung wichtig ist – aber welcher Art? Weiterbildung ist eben nicht gleich Weiterbildung. Wo sind da die Kriterien? Jeder weiss: Es gibt nicht nur „Götter in Weiß“, es gibt auch Heilpraktiker, die ihr Wissen für unfehlbar halten, darunter auch solche, die einzuhaltende Grenzen – wo dann wirklich der nur noch der Arzt behandeln sollte – nicht erkennen wollen oder können. Wer sieht, mit welchen, bisweilen durchaus skurril anmutenden Behandlungsangeboten Heilpraktiker zuweilen bösartige Erkranken kurieren wollen – ist mindestens erstaunt, wahrscheinlich entsetzt.

    • Lieber Ralf, ich kenne keine einzigen Heilpraktiker, der die umfangreiche schriftliche und mündliche Prüfung ohne eine umfassende Ausbildung bestanden hätte. Auch bei deinen anderen Einwendungen würde ich konkrete Beispiele als hilfreich erachten. In den unten im Artikel angegebenen Links gibt es viele Argumente, die Deine eher pauschalen Meinungen nicht bestätigen. Das es wie überall und in allen Berufen „gute“ und „weniger gute“ und auch manchmal überhebliche Heilpraktiker und Ärzte gibt ist glaube ich unbestritten, deswegen haben wir als Patienten auch die Wahlfreiheit und sollten sie nutzen!

      • Ralf sagt:

        Nein Bettina, die vielgerühmte Wahlfreiheit reicht eben nicht aus! Angesichts gegebener Komplexität und der Schwierigkeit für den Einzelnen, die Wirksamkeit angepriesener Verfahren zu beurteilen, ist der Patient oft so ratlos, wie er überfordert ist. Nachgewiesen – im streng wissenschaftlichen Sinn – ist nur was empirisch belegt ist. Alles andere fällt in den Bereich des „Glaubens „. Im Internet, und das ist dann zur Abwechslung mal wirklich repräsentativ, bekomme ich bei der Frage, wie wirksam eine Methode ist, die unterschiedlichsten Beurteilungen – Beispiel Reiki: da reichen die Urteile von „Hilft wirklich!“ bis zu „absoluter Schmarrn“. Und was macht dann der Patient?

        • Lieber Ralf,
          tatsächlich ist es so, dass unser naturwissenschaftlich-mechanistisches Weltbild auf einem Glauben beruht, nämlich dem, die Phänomene bestünden aus kleinen Teilen. Diese zu erkunden und ihre Beziehungen zueinander, hat mit HIlfe der klassischen Physik zum Beispiel in der Technik zu tollen Ergebnissen geführt. Allein: Es ist ein Glaube, allerdings einer mit weitreichenden Folgen.
          Die Gegenposition, die Grundlage des Seins sei der Geist, ist eine andere Annahme, auch ein Glaube. Sie führt zu anderen Ergebnissen.
          Dazu haben die Heisenbergs gerade ein tolles Buch veröffentlicht: Es werde Licht.
          PatientInnen sind mündige Menschen, wie wir alle, die Entscheidungen treffen (müssen). Die Idee, da könnte eine medizinsich versierte Person mir etwas abnehmen und damit zu meiner Gesundung beitragen, ist ein Irrtum, glaube ich.
          Aber wir sollten an dieser Stelle vielleicht nicht rechten, sondern einsehen, dass wir mit unterschiedlichen Weltbildern handeln…

    • Lieber Ralf, dass Heilpraktiker keine Ausbildung benötigen, ist formell sicher richtig, real ab nicht. Die meisten AnwärterInnen besuchen über mehrer Jahre entsprechende Ausbildungsinstitute, denn ohne eine solche Ausbildung kann kein Mensch die sehr anspruchsvolle Überprüfung beim Gesundheitsamt bestehen – und sie sind auch therapeutisch überwiegend sehr gut ausgebildet. Sicher wäre es gut, eine allgemeine Ausbildungsverordnung zugrunde zu legen – das ist überigens bisher nicht an den HeilpraktikerInnen sondern an den Verbänden der Ärzte gescheitert.
      Wie auch immer: Wenn Dinge skurril anmuten, heißt es nicht, dass sie nicht wirksam sein können. Und dass Menschen sich überschätzen in ihren Fähigkeiten, ist sicher nicht auf Berufsgruppen beschränkt, oder? Helfen kann nur Dialog – und da bleibt zu hoffen, dass dieser endlich begonnen wird. In diesem Sinne beste Grüße, Conny

      • Ralf sagt:

        Liebe Conny, auch skurril anmutende Dinge können manchmal möglicherweise helfen – ich nehme mal an, dass so manches, was heute in der Schulmedizin seinen Platz hat, in der Vergangenheit als mindestens „seltsam“ beurteilt wurde. Das kann aber im Umkehrschluss kein Freifahrtschein für jeden Unsinn bedeuten, nur weil ein Heilpraktiker von einer bestimmten Methode überzeugt ist. Eine Methode „toll“ zu finden und daran zu glauben, beweist noch lange nicht ihre Wirksamkeit – was so manchen HP aber gar nicht zu interessieren scheint – der Patient kommt trotzdem in deren „Genuss“.
        In der Heilpraktikerüberprüfung wird schulmedizinisches Wissen abgefragt – da geht es nicht um Bachblüten, Reiki oder ähnliches. Was der HP aber daraus macht, ist ihm überlassen – und damit besitzt er in seiner Praxisausübung eine Freiheit, die kaum kontrolliert wird – und die möglicherweise zu Lasten des Patienten geht.

        • Ralf sagt:

          @Conny: Kleiner Nachtrag: Kommentare sind auf 1000 Zeichen beschränkt, obwohl es hier auch wesentlich längere gibt…
          Zum Schluss – man kann ja endlos weiter diskutieren – empfehle ich Ihnen das neueste Buch der Ex-Homöopathin Nathalie Grams, die ganz richtig sagt: „Wer behauptet zu heilen, muss das auch belegen!“
          Wenn ein HP das als unnötig ansieht, oder Behandlungsverläufe falsch interpretiert, nur um den eigenen „Glauben“ zu stützen, schadet nur der Zunft der Heilpraktiker!

  4. Ralf sagt:

    Liebe Bettina, natürlich wird bei der Überprüfung Wissen abgefragt, welches man sich erst aneignen muss. Eine solche Prüfungsvorbereitung kann aber keine mehrjährige Ausbildung ersetzen. Wichtiger ist jedoch die Frage, was nach der Überprüfung kommt: Theoretisch kann ein Heilpraktiker – innerhalb der ihm auferlegten gesetzlichen Grenzen – jede Absurdität an seinen Patienten ausprobieren – keiner schaut ihm auf die Finger, und Beispiele dafür gibt es durchaus. Heilpraktiker brauchen eine vernünftigte Ausbildungs- und Berufsordnung, sowie eigene, wirksame Kontrollinstanzen. Andernfalls gibt es früher oder später eben Kontrolle von aussen – es reicht eben nicht immer, schon gar nicht in Heilberufen, sich selbst gut zu finden.

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