Borrelien, Parasiten und Pilze – Feind oder Freund?

Borrelien, Parasiten und Pilze - Feind oder Freund?Inaqiawa vergleicht unsere Körper mit einer Wohnanlage und inspiriert zu einer neuen Sichtweise und Grit Scholz antwortet mit ihrem persönlichen Heilungsweg von Borreliose 3. Grades:

In den vergangenen Tagen sind mir ein paar außergewöhnliche Gedanken in Bezug auf Borrelien, Parasiten und Pilze begegnet, die mich berührt haben und die ich sehr gerne mit Euch teilen möchte.

In der Regel empfinden wir diese und andere Eindringlinge (nicht nur) in unseren Körper als Schädlinge und betreiben einen sehr hohen Aufwand, um sie wieder loszuwerden.

Was wäre, wenn sie „nur“ eine Aufgabe übernommen haben, die wir in unserem System nicht mehr wahrnehmen?
Was wäre, wenn sie gar keine Schädlinge, sondern hilfreiche Geister wären?
Was wäre, wenn sie einfach nur Platzhalter sind, weil wir einige unserer „Räume nicht mehr bewohnen“, sie leer stehen oder vielleicht sogar verfallen lassen?

Ich möchte ein Bild malen und lade Euch ein, dies als ein Gerüst zu sehen, um darin Euren eigenen Gedankenspielen zu folgen.

Nehme ich also einmal an, dass ich mir das, was ich auf allen Ebenen bin – also das Gesamtsystem Inaqiawa, wie ein Haus vorstelle. Vielleicht beschreibt das Wort Haus noch nicht das richtige Ausmaß.

Wohnanlage kommt dem schon näher. Ein Komplex mit Stockwerken, Nebengebäuden und einem räumlichen Umfeld auf verschiedenen Ebenen.

Da stellen sich mir einige Fragen:

  • Kenne ich alle Winkel und Ecken in dieser Wohnanlage?
  • Sind alle Nebengebäude bewohnt?
  • Wann habe ich das letzte Mal einen ausgiebigen Rundgang gemacht und nach dem Rechten gesehen?
  • Gibt es vielleicht Kellerräume oder Dachböden, zu denen ich schon lange nicht mehr gegangen bin, weil ich dort alles verstaubt oder gar schmutzig in Erinnerung habe?
  • Weiß ich um den Zustand der Zimmer, die ich eigentlich gar nicht (mehr) benutze?
  • Um welche Ecken und verborgene Winkel habe ich mich schon lange nicht mehr gekümmert?

Einige von Euch kennen sicher noch die „Hausbesetzer-Szene“ der vergangenen Jahrzehnte … und in manchen Großstädten macht Hausbesetzung gerade wieder Schule, weil der Wohnraum unbezahlbar geworden ist und sich der Eine oder die Andere denken: es ist doch zu schade, wenn diese wundervollen Gebäude von ihren Eigentümern nicht mehr genutzt werden und ziehen ein. Sie verhindern damit, dass Wohnraum ungenutzt bleibt und verfällt.

Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich die sogenannten Schädlinge in unseren Körper-Wohnanlagen betrachten. Sie beleben ungenutzten Raum und halten dadurch die Dinge zusammen. Bei den Pilzen können wir das besonders gut erkennen. Ihre Myzelgeflechte sind Verknüpfungen, die Verbindungen herstellen und dadurch einen Zusammenhalt erzeugen.

Also gut, manche dieser „Bewohner“ knabbern auch an unseren Gelenkknorpeln und saugen an unserer Gelenkflüssigkeit, aber von irgend etwas müssen sie ja leben. Ich bin davon überzeugt, dass sie grundsätzlich – genauso wie menschliche Hausbesetzer auch – nicht wirklich auf Schaden aus sind, sondern eher Schaden am Gesamtsystem verhindern wollen. Das wäre doch mal ein anderer Gedanke, ein neuer Aspekt sie zu sehen. Wir befinden uns also immer noch in der Analogie: würden die Besitzer ihre Räume
nicht leer stehen lassen, so hätten „Hausbesetzer“ jeglicher Couleur keine Chance!

Es liegt also auf der Hand was zu tun ist, um wieder frei von „Hausbesetzern“ zu leben: erobern wir uns unsere Räume zurück und füllen sie selber mit Leben … mit unserem Leben. Der erste Schritt dazu ist eine offizielle „Eigenbedarfskündigung“ als Absichtserklärung damit klar ist, dass w i r wieder bestimmen, was in Zukunft in unserer Wohnanlage geschieht.

Und dann feiern wir die Lebens-Party in unseren Räumen und zwar in allen Räumen! Wir tanzen, singen, lachen und weinen. Wir laden Freunde ein und diskutieren. Wir spielen Karten oder Gesellschaftsspiele und wir sorgen dafür, dass alle Nebengebäude, Kellerräume, Dachböden und andere vernachlässigten Ecken und Winkel wieder integriert werden.

Wir werden faktisch und im übertragenen Sinne wieder ganz … also heil.

Wenn alles wieder belebt ist und gefeiert wird, haben Eindringlinge von außen keine Aufgaben mehr und können sich verabschieden, weil sie sehen, dass sie nicht mehr gebraucht werden, denn wir haben unsere Wohnanlage wieder vollständig übernommen!

In Anbetracht der zunehmenden Erkrankungen aufgrund „unbelebter und nicht integrierter Räume“ finde ich diese Analogie bedenkenswert und eine schöne Lösung für so manches Problem.

Wie seht Ihr das?

Die Antwort von Grit Scholz

Liebe Inaqiawa,

Deine Gedanken zu den Borrelien, Pilzen und Bakterien, die im Grunde unsere Helfer und Freude sind, weil sie lediglich die unversorgten und ungenutzten inneren Räume besiedeln – fand ich sehr schön. Vor allem deckt es sich 100% mit meiner Erfahrung.

Ich hatte 2005 Borreliose 3. Stadium, was bedeutet, dasss die Borrelien auch im Nervenwasser, sprich Gehirn angekommen sind… Dort reicht angeblich kein Antibiotika hin und mir wurde gesagt, dass es fraglich ist, wie lange ich noch leben werde.

Witziger Weise dachte ich damals, dass das für mich schon immer fraglich war und ist 🙂

Doch mir ging es damals nicht gut, ich war im Krankenhaus und schaffte es kaum die Kraft aufzubringen, auf die Toilette zu gehen, den Löffel zum Mund zu bewegen, überhaupt etwas zu verdauen…

Ich las zu der Zeit ein Buch, über eine ganz integere Frau, die wider aller Umstände nur das tat, was sich für ihr Inneres gut und richtig anfühlte. Nur daran allein orientierte sie sich. Ich erkannte mein Dilemma, meinen Dauerkonflikt – da ich innerlich ganz andere Impulse hatte, als das, was meine Prägungen mir rieten und ich mich oft nicht traute, es mir regelrecht unvorstellbar war, meiner inneren Stimme zu folgen.

Wie „man“ sich zu verhalten hatte, was „man“ tun muss, was „man“ auf keinen Fall tun darf – war meist ausschlaggebender… Dieses Buch inspirierte mich total und mir wurde klar, dass ich mich bisher nie gewagt habe, MICH wirklich ganz zu leben.

Da mir nun mein baldiges Ableben bescheinigt war – dachte ich mir, dass ich mich vor nichts mehr zu fürchten habe und wenigstens jetzt beginnen könnte, nur noch das zu tun, was für mich innerlich stimmt.

Schon diese Entscheidung/Erkenntnis brachte mir erstaunlich viel Energie und verschmitzte Freude.

Mit dieser Kraft stellte ich mir vor, wie ich am nächsten morgen meine Tasche packe und das Krankenhaus verlasse, wie der Stationsarzt mich entsetzt davon abhalten will, wie ich ihn anlächle und einfach meiner Wege gehe. Wie ich nach Hause komme und alle Papiere meiner Krankheitsgeschichte, die bereits zwei Ordner füllte und die ich ganz unbedingt aufbewahren sollte, da mir sonst keiner mehr helfen könne – Seite für Seite dem Feuer übergab.

Diese Vorstellung beflügelte mich so, dass ich das in der Nacht nochmal träumte und am nächsten morgen einfach machte.

Ich hatte plötzlich die Kraft, mich anzuziehen und ging am Arztzimmer vorbei – rief einen Abschiedsgruß und ein Danke hinein…

Wie geahnt, wollte der Arzt mich stoppen, mir klar machen, dass ich unmöglich gehen könne. Zumindest müsse ich warten, bis er die nötigen Papiere erstellt hat und ich müsse alles mögliche unterschreiben – auf eigene Verantwortung usw.

Ich lächelte ihn an und sagte fröhlich, er solle mir alles nötige mit der Post schicken, denn jetzt habe ich keine Zeit. Meine Heimfahrt mit Bus und Bahn und Auto fügte sich auf wundersame Weise und meine erste Handlung war, das Feuer zu entzünden, die Papiere zu verbrennen und damit deutlich zu machen, dass ICH jetzt wieder das Steuer in die Hand nehme.

Ich erholte mich sehr schnell und wenn ich einen Schub bekam – trank ich viel Brennesseltee und klärte die Fronten in mir. Denn Schübe kamen immer dann, wenn ich mich in einer ausweglosen Situation fühlte, mich ausgeliefert fühlte, als Opfer fühlte…

Das Gefühl hatte, nicht ICH sein zu können, nicht meinen inneren Impulsen folgen zu können/dürfen…

So lernte ich gut, zu unterscheiden wann ich mich automatisch entsprechend meinen Prägungen verhielt und somit mich selbst übergangen hatte und wie ich das vermeiden konnte.

Heute denke ich, dass die Borellien, Pilze oder was auch immer in uns schlummern und sobald wir in diese Konfliktsituationen kommen und es nicht schaffen, unserer inneren Stimme zu folgen – verändert sich das Immunsystem und weckt die Schläfer auf, die sich dann an die Arbeit machen. So wurden die Borrelien zu meinen besten Freuden, weil sie mich darauf hinwiesen, wann ich mich selbst verleugnete und unbewusst alte Muster bediente.

Inaqiawa, http://inaqiawa.net/
Grit Scholz, https://www.lebensgut-verlag.de/

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4 Kommentare zu “Borrelien, Parasiten und Pilze – Feind oder Freund?
  1. Jochen Lehner sagt:

    Klingt sehr gut. Aber für alle, denen noch kein „baldiges Ableben“ in Aussicht gestellt worden ist und die folglich doch noch dies und das „zu fürchten“ haben, wenn es darum geht, der eigenen inneren Stimme zu folgen, wäre es sicher gut, das Buch über diese „ganz integere Frau“ zu kennen. Wie heißt es denn?
    Danke
    Jochen

    • Grit Scholz sagt:

      Lieber Jochen,
      ich wüsste es auch gern, welches Buch es war…

      Diese Frau im Buch kam durch ominöse Umstände dazu, mit lauter Männern unterwegs zu sein und am Ende auf einem Segelboot – wo man nicht entfliehen konnte und sie schaffte es halt immer, unter allen widrigen Umständen, bei sich zu bleiben und sich nicht irritieren zu lassen – obwohl sie heftigsten Gegenwind hatte…
      Die Männer machten sich lustig über sie… verhielten sich echt krass und oft verletzend und übergriffig…
      Ganz am Ende, hatte jeder der Männer vor ihr tiefsten Respekt, den hatte sie sich sozusagen echt verdient 😉

  2. Astrid Wolf sagt:

    Toll!

    Ich denke jetzt darüber nach, was mir mein Körper sagen will und wo ich in die Opferrolle gehe, wie ich meinen Körper und mein Leben wieder voll vereinnahme.

    Danke ihr mutigen Frauen, ihr macht Mut auch mutig meinen Weg zu gehen.

    Astrid

  3. Naras sagt:

    Danke Grit: 1 tolle und wahre Sicht auf Unsere „Krankheiten“. Sie zeigen Uns nur, dass WIR von Unserem richtigen Weg abgekommen sind. Das Tiere Uns sogar dabei helfen, wusste Ich noch nicht. Damals habe Ich in Amsterdam auch Häuser besetzt und drin gewohnt oder gearbeitet. Schön, dass das wieder geht. <3 <3

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