Der Wald als Ökosystem und nicht als Holzfabrik

Der Wald als Ökosystem und nicht als Holzfabrik

Bäume in Reih und Glied: eine “Waldverjüngungsfläche” im Leipziger Auwald. Foto: NuKLA

Angesichts des offensichtlichen Waldsterbens fordern Experten, Waldbesitzer und Verbändevertreterfordern Abkehr von Aufforstung und Holzfabriken. In einem offenen Brief präzisieren Sie ihr Anliegen.

Sehr geehrte Frau Ministerin Klöckner, die aktuelle Situation des Waldes in Deutschland ist besorgniserregend. Es handelt sich um eine nicht nur vom Klimawandel getriebene Waldkrise. Das aktuelle Krisenmanagement der Forstwirtschaft allerdings ist rückwärtsgewandt und waldschädlich. Die beim Ministertreffen in Moritzburg verkündete Erklärung ist als „Moritzburger Bankrott-Erklärung” zu bezeichnen. Wir fordern die staatliche Forstwirtschaft auf, anstelle teurem Aktionismus endlich eine sachkundige Fehleranalyse des eigenen Wirkens vorzunehmen und dabei alle Akteure mit einzubeziehen. Gefordert werden eine konsequente Abkehr von der Plantagenwirtschaft und eine radikale Hinwendung zu einem Management, das den Wald als Ökosystem und nicht mehr länger als Holzfabrik behandelt.

Den ganzen Brief hier lesen

Aktuelle Einschätzung von Deutschlands berühmtester Förster Peter Wohlleben zum Waldsterben

Peter Wohlleben rechnet mit Julia Klöckner und der Forstwirtschaft bei Markus Lanz ab!

Die Youtube-Videos werden mit einer Datenschutzkonformen 2-Klick-Lösung ausgeliefert, die erst nach dem Klick auf das Vorschaubild eine Verbindung zum Youtube-Server aufbaut.

3. Internationales Leipziger Auenökologiesymposium

Vor den Hintergrund von Klimawandel und dramatischem Artensterben sowie schleichend zunehmender Bedeutung von natürlicher (Trink-)Wasserspeicherung kommt alten Wäldern eine Bedeutung zu, die auch bei Forstwirten ganz langsam Resonanz findet. Aber diese Art des Umgangs mit unseren Wäldern ist noch sehr die Ausnahme – nach wie vor sind alle Beteiligten (bis hin zu den Rechnungshöfen) am schnellen Geld und der klassischen Routine von Abholzung und plantagenmäßiger Aufforstung mit den entsprechenden Folgen interessiert – wiewohl sie permanent von Nachhaltigkeit reden – in seiner ursprünglichen forstlichen Bedeutung.

„Wirklich alte Bäume und bewegtes Wasser für die Auenwälder Europas“ 10. bis 12. September 2019 in der alten Handelsbörse in Leipzig. Unter anderem wird Knut Sturm einen Vortrag halten (der Begründer des seit 30 Jahren erfolgreichen Lübecker Modells), von dessen beeindruckender Möglichkeit, wertschöpfend, naturnah und naturschonend zu förstern wir uns vor Ort im Mai überzeugen konnten.

Hier das ganze Programm

Hintergrund: Der Verein NuKLA

Der rein ehrenamtliche agierende Verein NuKLA ist in Sachsen auf höchster ministeriealer Ebene unterwegs. Nicht nur wurde die Stadt Leipzig verklagt, es wurde auch der Staatsbetrieb Sachsenforst bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wegen Zerstörung von Lebensräumen streng geschützter Arten, Eremit, Rosenkäfer in besonderes schweren Fällen. Artikel in der örtlichen Presse.

Auch auf Bundesebene schenkt man dem Verein inzwischen Beachtung als einem Verein, der unabhängig und unbeirrt seinen Weg geht, der viele ausgeklügelte Abläufe und abgesprochene Feigenblattaktivitäten aufdeckt und ausspricht, was wirklich getan werden müsste, und den viel mehr Insider, Fachleute und Wissenschaftler richtig und wichtig finden, als sie in ihrer jeweiligen Position zugeben dürfen.

Der Wald als Ökosystem und nicht als Holzfabrik

Screenshot facebook Peter Wohllebe zum LeipzigerAuwald

Wolfgang Stoiber ist Vorsitzender von NuKLA e.V.. Er schreibt den newslichtern: „Peter Wohlleben unterstützt ausdrücklich unsere Klage gegen die „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“ auf EU-geschützten Waldflächen. Nach einer Einstweiligen Anordnung im Herbst 2018, um die drohende Fällung zahlreicher Biotopbäume in Schutzgebieten des Leipziger Auwaldes zumindest im Zuständigkeitsbereich der Stadt Leipzig zu stoppen (was uns auch gelungen ist), haben wir jetzt beim OVG in Bautzen Klage in der Hauptsache eingereicht. Wir gehen davon aus, dass hier eine endgültige und von beiden Seiten dann zu akzeptierende Entscheidung erst auf EU-Ebene getroffen werden wird. Dies wäre dann der von uns angestrebte Musterprozess mit Auswirkung auf die Art und das Ausmaß forstlicher Eingriffe zumindest in geschützten Wäldern europaweit. Hierüber besteht, wenn auch unausgesprochen, Einigkeit bei den Prozessbeteiligten – sofern wir ausreichend finanzielle Unterstützung, also Öffentlichkeit bekommen.“

Video mit Peter Wohlleben hier.

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