Das Wasserelement in der TCM

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Teil 5 aus der Reihe: Einheimische Heilkräuter und die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin- Mit dem Wasserelement schießt sich der energetische Kreislauf, den ich, beginnend mit dem Äther-/Holzelement zu Heilkräutern in der Traditionelle Chinesischen Medizin begann.

Die kosmische Grundenergie des Wassers

Nachdem sich im Metallelement die Yang-Qualitäten zu einem Maximum kumulierten – alles zu fester, definierter Form wurde, schwer, spröde, (fast) unbewegt und – naturgemäß – dieses Extrem kollabierte – in ein „kleines Yin“, ein Rinnsal zähflüssiger Magma, die durch Wandlung des Aggregatzustands dem übermäßigen Gewicht und Druck weicht – treten wir in eine Phase des Fließens, der Formlosigkeit ein.

Hier gibt es nichts Festes, weder Form noch Richtung. Der Impuls besteht einzig darin, in Bewegung zu kommen, Raum auszufüllen – tastend, weich, fließend. So besteht das energetische Symbol des Wasserelements aus zwei horizontalen Wellenlinien.

Mit dem Wasserelement sind in der TCM der Winter als Jahreszeit, die Farbe schwarz, die Zahl 1 sowie die Geschmacksrichtung „salzig“ assoziiert. Die tiefe Nacht, der Norden und eine außerordentlich yinnige – offene, hingebende, ungeformte – Qualität.

Wasserqualitäten im menschlichen System

Eine der evolutionären Vorstellungen besteht ja darin, daß die Menschheit aus dem Wasser kommt – ob man nun in Amphibien denkt oder an das mütterliche Fruchtwasser oder in Wasserstoffatomen, die sich zum lebenspendenden H2O formieren. Auch die alten chinesischen Weisen maßen dem Wasser unseren Ursprung zu. Die in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) mit dem Wasserelement verbundenen Organe umfassen den gesamten Urogenitalbereich, also Blase, Niere, Fortpflanzungsorgane.

Sie verorten die begrenzte Lebensenergie (Jing), die einem Menschen zur Verfügung steht, in den Nieren. Ist sie verbraucht, endet das Leben dieses Menschen. In den Nieren sieht die TCM auch das Erbgut hinterlegt. So ist die Wasserenergie zuständig für unsere Lebenskraft – Vitalität und Willen – ebenso wie für unsere Konstitution und Gestalt. Auch Knochen und Gelenke sind Ausdruck des Wasserelements. Probleme in diesen Bereichen werden durch einen gezielten Aufbau der Wasserqualitäten beantwortet.

Ein hohes Schlafbedürfnis zeigt einen substantiellen Mangel in der Nierenenergie an.

Wenn Du Dich schon lange sehr „rein“ ernährst – fleischlos, keine industriell vorbehandelten Lebensmittel, Alkohol, Zucker oder Drogen – dann entlastest Du die Nieren, indem Du möglichst wenig trinkst. (Eine gesunde Ernährung enthält an sich fast genug Wasser – kostbares, pflanzliches Zellwasser und das Quellwasser gekochten Getreides). Nimmst Du aber viel Belastendes mit deiner Nahrung auf, mußt Du das auch irgendwie wieder aus deinem Körper „herausspülen“ – also viel trinken, wie es die westlichen Ärzte empfehlen.

Psychisch zeigt sich das Wasserelement in der Fähigkeit, loszulassen und sich hinzugeben. Ist das Wasserelement im menschlichen System blockiert oder geschwächt, zeigen sich Angst, Panikattacken, das Gefühl von Haltlosigkeit.

Die Antwort auf solche Störungsmuster heißt: Entspannung, Spüren, Loslassen

Die wenigsten Menschen wissen, daß sie sich einfach aufs Wasser legen können und ohne Bewegung getragen werden. Ähnlich ist das auch „im wahren Leben“: Eine Balance zwischen Urvertrauen (das Leben trägt mich) und Selbstvertrauen (ich kann loslassen, mich ganz dem Kontakt mit dem Hier und Jetzt hingeben, alles andere vergessen – und wenn es nötig ist bin ich jederzeit bereit, auch wieder in die Handlung zu gehen) zeigt, daß wir über ein intaktes Wasserelement, eine kraftvolle Niere verfügen.

Mit Blick auf unsere Ernährung fördern wir das Wasserelement durch Suppen, Algen und eiweißreiche Hülsenfrüchte. Variation, Weichheit, Wärme stärken den Urogenitalbereich und unsere Psyche.

Und natürlich nutze ich meine Heilpflanzen, um die Wasserqualitäten zu fördern:

Heilpflanzen mit einer ausgeprägten Wasserqualität

Welche Pflanzen bringen uns in Flow ? Welche Heilkräuter lassen und Zeit und Zweck und Sorgen vergessen und einfach fließen ?

Jede Frau, die als Mädchen Menstruationsbeschwerden hatte, kennt die Schafgarbe (Achillea millefolium). Mir jedenfalls wurde sie von den Frauen meiner Familie verabreicht, wenn ich mich vor Unterleibskrämpfen wand und beängstigend viel Blut während meiner Menses verlor. Sie trägt das Lösende, Reinigende, Heilende sichtbar in sich – und wenn ich auf die fein gefiederten Blättchen und die vielzähligen, winzigen weißen Blüten sehe und den charakteristischen Duft einatme, setzt Entspannung ein.

Man sagt, die Schafgarbe war die zentrale Weih-Pflanze, die den keltischen Priesterinnen mitgegeben wurde. Die Achillea sollte die Trägerin von weltlichen Anhaftungen befreien und ihre Bereitschaft fördern, sich ganz der göttlichen Führung hinzugeben. Die strahlend blaue Farbe des ätherischen Öls der Schafgarbe leuchtet mir abends entgegen, wenn ich mein Gesicht mit dem Destillat entspanne. Ausführlich habe ich diese Pflanze hier beschrieben. Sie ist eindeutig dem Wasserelement zuzuordnen.

Im Wild Natural Spirit-Garten wachsen noch zwei weitere Pflanzen, die deutlich das Resonanzfeld des Wasserelements tragen. Beide sind auch in der westlichen Medizin als entspannungsfördernde, nierenstärkende Phytopharmaka bekannt: Zum einen der Lavendel – im Arzneimittelbuch als „beruhigend, spasmolytisch (krampflösend), antidepressiv und angstlösend“ beschrieben. Ähnlich fein strukturiert wie die Schafgarbe, doch in seiner Substanz viel fester und eigenständiger, bildet der Lavendel in meinem Garten einen ganz eigenen Raum. Tauche ich in diesen Raum ein, so fühle ich mich entrückt, wie in einer ganz eigenen Sphäre, und kann deutlich eine Aktivierung des Qi im unteren Körperbereich vernehmen. Der Lavendel trägt im Vergleich zur Schafgarbe noch mehr von der festen, abgrenzenden Qualität des Metallelements in sich, in seiner gedungenen und differenzierten Art. So erleichtert er genau den Übergang, das Loslassen, mindert Nervosität und Unruhezustände . Das Fläschchen mit dem Reindestillat des Lavendel ist steter Begleiter von einigen Menschen in meinem Umfeld, die immer wieder mit Angstzuständen und Panikattacken zu tun hatten und deren Nierenkapazität angegriffen ist.

Und die dritte Pflanze, die ich in ihren typischen Wassereigenschaften zu schätzen weiß, ist der Baldrian. Das alkoholfreie Reindestillat des Baldrian wird – trotz seines sehr eigenen Geruchs – mittlerweile von vielen Menschen geschätzt, die unter Schlafstörungen leiden. So entspricht es auch den Indikationen aus dem Arzneipflanzenbuch, in dem die Pflanze vor allem zur Behebung von Angstzuständen empfohlen wird. Doch dieses elfenhafte Wesen, das sich mir im Baldrian zeigt, wenn ich durch das bis zu 2 Meter hohe, rosane Blütenmeer schreite, kann noch viel mehr. Unmittelbar erfahrbar ist, daß die „Körpersäfte“ in Fluß geraten, das Stauungen sich lösen und mein gesamter Körper sich durchflutet von sanfter, beruhigender und hebender Energie spürt. Für mich eindeutig wird hier auch die Libido aktiviert – und das Jing freut sich !

Mit diesem Artikel schließe ich heute meine fünfteilige Reihe zu den einheimischen Heilpflanzen in der TCM ab. Ich freue mich, wenn sie Dich dazu bewegt hat, tiefer in das Verständnis deines Körpers und deiner Verfassung einzutauchen. Wenn meine Anregungen Dich hinaus in die Natur gerufen haben und in Kontakt mit den Resonanzfeldern der beschriebenen Pflanzen.

Ich möchte klarstellen, daß meine Betrachtungen KEINE medizinische Beratung ersetzen. Überhaupt sehe ich mich in keinerlei Konkurrenz zur konventionellen Medizin oder Pharmazeutik. Denn mein Umgang mit den Pflanzen und meine Leidenschaft für die TCM sind weit entfernt von Heilversprechen, die ich per se und egal von wem sie kommen für unlauter halte. Heilung ist nach meiner Auffassung ein Vorgang, der weder von irgendeinem einzelnen Menschen „gemacht“ werden kann, noch ein Ereignis, das sich in der immer gleichen Weise auf jeden Menschen übertragen läßt. Insofern lade ich dazu ein, die Qualitäten der kosmischen Grundenergien individuell wahrnehmen und einsetzen zu lernen, den Blick auf die eigene Gesundheitsverfassung vom Symptom zu lösen und zu lernen, systemisch und in Fließgleichgewichten zu denken und vor allem das vieldimensionale Wirkspektrum unserer einheimischen Heilkräuter zu erforschen.
Gerne können wir das auch gemeinsam in einem der Seminare auf dem Berg Aditi tun.

Hier ist eine Übersicht zu den Angeboten: https://wild-natural-spirit.org/seminare-und-praxiswochen/

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