Eine Würdigung von Mary Bauermeister

Mary-Bauermeister „Eins und Eins ist Drei“ Dejavu-Film

Die großartige Künstlerin Mary Bauermeister hat immer radikal gearbeitet, gelebt und geliebt. Sie war Mittelpunkt der Kölner Kunstavantgarde in den 60er Jahren und gilt als Mutter der Fluxusbewegung: „Wir waren ästhetische Terroristen und wollten die Gesellschaft verändern“, erinnert sie sich. In dem Dachgeschoss der Kölner Lintgasse schrieb sie damals mit Persönlichkeiten wie Karlheinz Stockhausen, John Cage und Nam June Paik Kunstgeschichte. Bei den Aufnahmen des Films, mit 85 Jahren, denkt Bauermeister längst nicht ans Aufhören. Von früh bis spät arbeitet sie in ihrem Atelier bei Köln: ein magischer Ort.

„Anarchie und Ordnung sind die beiden Pole, zwischen denen ich mich bewege. Es gibt Phasen, in denen muss ich mich strukturieren und ordnen, und dann wieder andere, in denen es wichtig ist, Verkrustungen aufzubrechen.

Das ist ja auch gesellschaftlich betrachtet so: In chaotischen Zeiten brauchen wir eine Struktur, in verhärteten, spießigen Zeiten müssen Regeln gebrochen werden. Nur Revoluzzer sein, das reicht nicht. Denn wenn alle Tabus aufgebrochen sind, wird es langweilig, dann sollte man sich wieder besinnen. Was sind, was wollen wir eigentlich sein?“ Mary Bauermeister in einem lesenswerten  SZ Interview

Mary Bauermeister * 7.9.1934 Frankfurt am Main lebt und arbeitet in der Nähe von Köln

Mary Bauermeisters ist eine deutsche Künstlerin deren Aktivitäten erheblich zur Entwicklung von Fluxus in Deutschland beitrugen. 1960–61 schaffte sie es mit Konzerten, Lesungen und Ausstellungen ihr Kölner Atelier bekannt zu machen. Man traf sich nach Konzerten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), um Neues in der Kunst, Musik und Literatur auszuprobieren. Mit Nam June Paik, Ben Patterson, John Cage, H.G.Helms, Christo und anderen begründete sie die Avantgarde der Nachkriegszeit.

1962 hatte sie eine Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam und ging anschließend nach New York, wo sie große Erfolge erzielte. Es entstanden Freundschaften mit Robert Rauschenberg, Tinguely, Niki de St. Phalle, Joe Jones, Jasper Jones, Andy Warhol und anderen.

1972 kehrte Mary Bauermeister nach Deutschland zurück. Die bekanntesten Werkgruppen ihres Oeuvres sind optische Kästen, in denen sich Zeichnungen durch geschliffene Linsen einer Metamorphose unterziehen, sowie Prismen-, „Pünktchen“-Bilder und Steincollagen.

Aktuell ist läuft eine Dokumentation über sie in den Kinos:„Eins plus Eins ist Drei – Ich habe ein Bedürfnis nach Schönheit“ (Arbeitstitel). Filmemacherin Carmen Belaschk hat die Künstlerin eine Jahr begleitet. Hier der Trailer:

Eine sehr persönliche Begegnung ist hier zu sehen „Mary Bauermeister gehört für mich zu den weisen Frauen der Erde. Sie weiß soviele spannende Dinge zu berichten und jedes Mal lerne ich Neues von ihr“ :

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