Angst ist ansteckend. Klarheit und Vertrauen sind es auch.

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Und das Leben ist schön. Sogar, wenn ich das gerade nicht sehen kann. Von Claudia Shkatov. Es ist essentiell für mich, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen mir täglich aus einer gigantischen Quellenvielfalt eine unendliche Fülle an Informationen zufließt, Klarheit darüber zu gewinnen, aus welcher Energie heraus ich wähle, mich äußere, agiere und Entscheidungen treffe. Komme ich aus der Angst? Oder komme ich aus der Ruhe und Klarheit meiner inneren Mitte?

Woher weiß ich, woher ich komme? Solange ich so etwas wie Druck, Enge, Widerstand, Hass, Wut, Abneigung, Ärger, Urteil, Schuld, Zweifel, Unwohlsein, Zwiespalt, Starre, Erschöpfung, Traurigkeit, Ausweglosigkeit oder Verzweiflung empfinde, komme ich aus der Angst. Meine Mitte hingegen fühlt sich ruhig, sicher, klar, verbunden, friedlich, liebevoll, offen und eindeutig an.

Wie komme ich aus der Angst in meine Mitte? Indem ich meine Gedanken beruhige und mich mit etwas verbinde, das in seiner Mitte ruht. Hier sind einige meiner Wege:

– mein Höheres Selbst, indem ich meditiere, Dankbarkeitslisten schreibe, eine Session bei erfahrenen Kolleg*innen der Bewusstseinsarbeit buche, indem ich nur für mich tanze, singe, töne, mich schüttele, bewusst atme, ein Nickerchen mache, Gibberish (Kauderwelsch) rede, meine Aufmerksamkeit auf eine kreative, monotone oder sinnliche Erfahrung richte, mich auf das Geräusch einer laufenden Spülmaschine oder ein sehr langweiliges Wort fokussiere (je monotoner, um so besser)

– Naturräume (je wilder umso besser)

– Tiere (beobachten, lauschen, spielen und schmusen, wenn sie mich dazu einladen)

– Kinder (zuschauen, zuhören, mitspielen und kuscheln, wenn sie mich dazu einladen)

– Menschen, die besonders hochschwingen, indem ich zB Teachings/Podcasts von ihnen höre (Eckhard Tolle, Byron Katie, Deepak Chopra, Sadghuru, Wayne Dyer, …)

– der jetzige Moment, den ich mit meinen Sinnen und interpretationslos wie eine Kamera wahrnehme

Diese Art der Klarheit und Verbindung in mir selbst zu finden, ist heute meine erste Priorität. Ist es leicht? Nicht immer. Ist es möglich? Ja. Es ist als ob ich einen vollkommen neuen Muskel trainiere. Es braucht Hingabe und Beständigkeit. Und je mehr Verantwortung ich für andere Menschen trage, als Vater oder Mutter, als Führungskraft, Ärztin, Krankenpfleger, Lehrerin, Politiker, Pilotin, Koch, Zugführerin, Seelsorger oder Coachin, umso wichtiger ist es, mir darüber klar zu sein, aus welcher Perspektive ich in jedem Moment das Leben, das sich mir vor meiner Nase zeigt, betrachte. Komme ich aus einer Perspektive der Angst, der Negativität und des Dramas? Oder komme ich aus einer Perspektive, die mir meine innere Mitte bietet, die ich immer als unaufgeregt, friedlich, verstehend, eindeutig und klar erlebe. Jede meiner Handlungen, die aus einer Perspektive meiner inneren Mitte heraus entsteht, ist wirksam, verbindend und meist bringt sie mehrfachen Nutzen. Sie ist frei von Verurteilung, Anklage und Schuldsuche. Sie ist lösungsorientiert und von einer grundsätzlichen Zuversicht und einem unumstößlichen Vertrauen in das Leben getragen.

Ich muss keine übersinnlichen Fähigkeiten besitzen oder Nobelpreisträger sein, um feststellen zu können, welche Perspektiven meinem Nervensystem und meinem Körper guttun oder welchen Einfluss eine Perspektive von Angst, Hass, Dankbarkeit oder Zuversicht auf meine Nerven, meinen Körper und mein Immunsystem hat. Wir Menschen sind fühlende Wesen. Und ich, wie jeder andere Mensch, fühle den Unterschied.

Wir haben unser Gehirn über Jahrtausende darauf trainiert, Probleme zu finden und sie zu eliminieren. Es gab eine Zeit, in der das unser Überleben zu sichern schien. Heute sind wir klüger und weiser. Wir lernen langsam aber sicher, dass es unsere Gedanken sind, die unsere Realität erschaffen. Und wir üben eine neue Führung und Ausrichtung dieser Gedanken auf das Gelingen und die Lösung. Der Tunnelblick der Angst hat hierzu keinen Zugang. Es ist unsere innere Mitte, die unsere Perspektive weitet.

Wir sind frei in der und verantwortlich für die Wahl unserer Perspektive. Und so entscheiden wir täglich, womit wir uns gegenseitig anstecken. Damit erschaffen wir gemeinsam unser Morgen. Ich mache mir mal wieder selbst Mut, Ihr Lieben! Und vielleicht auch Euch. Auch wenn es mich ein wenig Überwindung kostet, noch das Folgende in Zeiten, in denen so viele Menschen Schmerz und Leid erleben, öffentlich zu sagen, tu‘ ich’s jetzt: Mein Leben ist gerade in den letzten zwei Jahren auf allen Ebenen immer reicher geworden. Alle meine Beziehungen haben an Schönheit, Tiefe und Wahrhaftigkeit gewonnen. Es sind erstaunliche neue Menschen in mein Leben hinzugekommen. Immer mehr Liebe, Leichtigkeit und Lust machen sich in meinem Privaten, in meiner Arbeit und in mir breit.

Und ich mache insbesondere in den letzten Wochen auch die Erfahrung, dass tiefer Kummer in mir hochkommt. Weil ich keine alten und schweren Dinge mehr in meinem Leben weiterzutragen brauche. Kummer tut sehr weh. Früher hab‘ ich ihn missverstanden und mich gewehrt. Heute erlebe ich ihn anders. Er schärft mein Mitgefühl. Er öffnet mich, mein Herz und meinen Geist weit und macht mich klarer und klarer. Und weil ich für ihn offen bin, bleibt er nicht so lange. Ich meditiere täglich und beruhige dadurch meine Gedanken. Und auch meine Familie hat angefangen zu meditieren J. Ich richte mich aus auf Lebendigkeit und Freude. Selbst der Tod erscheint mir zunehmend als freundlicher und wertvoller Begleiter, der mich mein Leben in diesem Körper in jedem Moment schätzen lehrt und mir neue Einblicke in unser Sein und unsere Verbindung über den Körper hinaus gewährt. Ich feiere fast jeden scheinbar banalen Moment und meinen Weg. Ich wähle bewusst, wen ich umarme, und wessen beste Freundin ich bin. Mir ist das Urteil anderer Menschen nicht mehr so wichtig. Und ich fühle Dankbarkeit für alles und jeden in meinem Leben. Und da ich immer wieder die Erfahrung mache, dass ich alles Erlebte für mich nutzen kann, vermute ich, dass es im Grunde keine negativen Erfahrungen gibt. Die Geschenke, die sich mir seit Monaten immer wieder zeigen im Kleinen wie im Großen sind jedenfalls wie Weihnachten in einer Dauerschleife. Und dasselbe wünsche ich von Herzen auch Dir. Und ich hoffe, ich konnte Dich ein klein wenig für meine Perspektive auf das Leben begeistern oder zumindest neugierig machen.

Denn ich weiß einfach, das Leben ist immer für mich. Und das Leben ist immer für Dich. Und daher wird es uns gelingen!

Claudia Shkatov TELLING A NEW STORY

www.claudiashkatov.com
Transformational Coaching for Life & Business

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10 Kommentare zu “Angst ist ansteckend. Klarheit und Vertrauen sind es auch.
  1. Julia Pahlke sagt:

    Liebe Caudia,
    Vielen Dank für diese berührenden Worte. Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich mache genau dieselbe Erfahrung: Mit der täglichen Meditation und – in meinem Fall auch dem Familienaufstellen – kam Frieden und Freude in mein Leben. Ich kann das Be- und Verurteilen lassen, nehme jeden wie er/sie ist und freue mich über jede Erfahrung.
    Die letzten zwei Jahre waren auch für mich ein Geschenk. Immer mehr Tiefe zeigt sich in allen Begegnungen und viel Negatives und nicht Nützliches hat mein Leben verlassen.
    Die Trauer oder der Kummer, der sich zeigt, ist immer ein loslassen von Altem (Glaubensätzen, Loyalitäten, Beziehungen), dass gehen muss und möchte. Doch nach dem Kummer/der Trauer kommt immer mehr Freiheit, mehr Raum und mehr Liebe. Die Leere, die das Alte hinterlässt, wird mit etwas neuem gefüllt.
    Ich bin sehr dankbar für alles und dieses Leben mit seinen wunderbaren Menschen und Möglichkeiten.

  2. Anja Hippen sagt:

    Liebe Claudia,Herzensdank für diesen inspirenden und staerkenden Text, wenn ich Deine Worte lese, fühle ich Leichtigkeit und tiefe Dankbarkeit aus meinem Herzen. Was ich dieser Zeit sehr herausfordernd ist….
    Herzensgruesse
    Anja

  3. Diane Landgraf sagt:

    „Du schwingst auch sehr hoch“ 😊

  4. Dagmar sagt:

    Liebe Claudia,
    Danke fürs Mut machen und fürs erinnern Geduld auch mit sich selbst haben.
    DAAANNNNKEEE!
    Namaste
    Dagmar

  5. Christine sagt:

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Text! Ich fühle mich inspiriert & ermutigt! Und ich freue mich, mit so vielen anderen gemeinsam am Weg zu sein!

  6. Rolf sagt:

    „Denn ich weiß einfach, das Leben ist immer für mich. Und das Leben ist immer für Dich. Und daher wird es uns gelingen!“
    Ja, damit bin ich vollkommen in Resonanz – so wunderbar wahr und berührend dargelegt!
    Und das fängt schon mit der Überschrift an. Übrigens „Pro-Blem“ bedeutet FÜR etwas.
    Herzlichen Dank, liebe Claudia, für’s Teilen und liebe Bettina, für’s Publizieren!

  7. Viola sagt:

    Vielen DANK liebe Claudia für die erinnernden Worte…
    Vielleicht für einige Menschen nicht einfach umzusetzen,
    aber deine anstoßenden – wie aus dem Herzen kommenden Sätze,
    sind es wert, sich daran zu erinnern, um was ES eigentlich
    geht…
    Sende dir – und allen anderen Lesern ein DANKESLICHT zum 3. Advent
    Viola

  8. Genau liebe Claudia,
    es gibt im Grunde keine negativen Erfahrungen. Es kommt nur drauf an, wie wir betrachten, was geschieht – und auch wenn wir manchmal schon so um einiges mehr Abstand beim Betrachten brauchen, um das Geschenk darin entdecken zu können – irgendwo und irgendwann wird es immer sichtbar.
    Ich wünsche uns allen noch viele wunderbare Aha-Erlebnisse und Bewusstseinserweiterungen beim Betrachten des Vergangenen und Gegenwärtigen.
    Das ist auch für mich das Geschenk dieser unruhigen Zeiten.

  9. Liebe Claudia!
    Wie immer, wenn ich deine Texte lese, klingt ein „ja, so ist es“ in mir an.
    Auch wenn es manches Mal schwer auszuhalten ist, auf die massive Angst im Außen mit innerem Frieden zu antworten, ist es genau das, was es jetzt braucht.
    Und diese Angst ist ja nichts Fremdes („wie innen so außen, wie oben so unten“) – im Gegenteil. Als ehemalige Panikpatientin kann ich mich einfühlen in die Ängste, die die Menschen im KollegInnenkreis, in der Nachbarschaft, im Land gefangen halten – die Angst vor Kontrollverlust und letztendlich vor dem Tod, den wir schon so lange aus dem Leben ausklammern, gegen den wir Versicherungen und anderes „verkauft“ bekommen, macht die Herzen eng und lässt scheinbare Dunkelheit aufziehen.
    Meditation, Gebet, Kreativität, Natur, Verbundenheit, Lachen, … sind Kerzen, die wir entzünden können.
    In diesem Sinne:
    Lasst uns weiter Licht sein und lichtvolle Gedanken verschenken.

    In Verbindung und mit Herzensgrüßen
    Imke

  10. Wonne sagt:

    …Weihnachten in einer Dauerschleife.

    Daily Magic!

    YES!

    I choose!

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