Zusammenwirken – die Kunst des Einklangs

Foto: Pixabay

Unser Gesellschaftssystem ist im Wandel – und das zeigt sich auch mehr und mehr in der Art, wie wir wirtschaften, wo und wie wir arbeiten und wie wir unseren Lebensunterhalt verdienen. Aussteiger*innen gab es schon immer – auch Nutznießer*innen, die sich für das Wirtschaften nicht zuständig fühlten.  Doch mit der neuen Polarisierung zwischen Staatssystem und zunehmend bewussten Menschen ist ein Kulminationspunkt erreicht, an dem sehr, sehr viele Menschen für sich feststellen, dass sie im bestehenden Wirtschaftssystem nicht bleiben wollen, nicht auf eine gesunde und erfüllende Art einbringen können, was sie der Welt zu geben haben.

Auch die weit verstreuten Einzelkämpfer*innen und Freiberufler bemerken, dass wir an einer kollektiven Schwelle stehen, in der wir neu entdecken können, wie das Zusammenspiel zwischen Menschen anders als bisher sein kann.

Entspannter. Verbindlichkeit ohne Zwang. Zuständigkeit ohne Hierarchie. Gerechtigkeit ohne Gleichmacherei. Wie geht das ? Was braucht es dazu ?

Auch ich gehörte immer zu denen, die die aufwändige Kommunikation freier Zusammenschlüsse fast genauso scheute wie die Morbidität hierarchischer Arbeitsteilung. Auch in mir klingt der Wunsch, das Zusammenwirken neu zu entdecken.

Im Hintergrund meiner kleinen Kräutermanufaktur, die mit ihrem Arbeitsaufwand längst über meine individuellen Kräfte hinaus gewachsen ist, hat sich zu diesem Thema manches getan. Und es geht immer weiter … tastend, innehaltend, spürend… voranschreitend.

Mit der Veröffentlichung einer „Partner*innen-Seite“ auf meiner Website trete ich einen mutigen Schritt heraus aus meiner Eremitinnen-Situation und zeige, wie ich mit ein Zusammenwirken in der „neuen Art“ wünsche. Denn nicht nur Intention und Herangehensweise unseres Anbaus und unserer Pflanzenprodukte beschreiben eine neue Art des Wirkens. Auch der zwischenmenschliche Umgang und das gemeinsame Wirken setzen Zeichen für eine neue Phase künftiger sozialer Netze.

Ich möchte in diesem Beitrag skizzieren, auf wie vielen Ebenen die Menschen und ihre Arbeitsweise so besonders sind, die mit den Spirits professionell arbeiten.

Unternehmertum versus Partnerschaft freier Menschen

Es begann schon mit meinem langjährigen „Mitarbeiter“ Fabian, der bald aus der Behelfskonstruktion des Minijobs herauswuchs. Sein Beitrag auf Aditi ist unendlich kostbar und wichtig – doch wir konnten uns beide keine „abhängige Beschäftigung“ vorstellen.

Fabian ist sich seiner vielfältigen Interessen und Potenziale bewusst, will in seinen jungen Jahren ausprobieren, lernen, entdecken auf möglichst vielen Spielfeldern, will frei sein und Raum für „sein eigenes Ding“ haben. Und natürlich muss er trotzdem seine Stromrechnung bezahlen können.

Ich bin mir des Raums bewusst, des Leerraums, den ich brauche, um in meiner Kraft zu bleiben und den ich in Form von Aditi so wunderbar sinnlich erfahre. Ich möchte mich nicht vergewaltigen, einen bestimmten Umsatz machen zu müssen, um Mitarbeiter und Sozialkassen und all das Unternehmergedöns über Jahrzehnte bezahlen zu können. Ich möchte auch nicht der „Vortänzer“ sein, der „Pauschal-Täter“ der ansagt und für alles verantwortlich ist. Viel lieber arbeite ich mit Menschen, die aus ihrer ganz eigenen Faszination für Aditi ihren ganz eigenen Weg mit den Pflanzen gehen wollen. Und natürlich musss ich trotzdem wissen, wer all die Arbeit tut.

Mit einem neuen Gesicht auf Aditi – Katharina – gehen wir mehr und mehr in eine partnerschaftliche und selbstbestimmte Richtung. Im Rahmen des neu geschaffenen „Ackerprojekts“ tasten wir uns in eine gemeinsame Form des Teilens und Freiseins, die uns alle ganz bleiben lässt – an einem gemeinsamen Werk.

Es sind kleine, behutsame Schritte. Wir stehen zwischen dem alten und dem neuen System. Doch mit jedem Handgriff am gemeinsamen Projekt – und mit jedem Abschied in eigene Wege – erschließt sich langsam, wie es gehen könnte.

Noch einmal etwas anderes ist es mit Menschen, die längst eigenständig sind und zugleich die Spirits professionell einsetzen.

Interessensverbände versus Verwandtschaft

Üblicherweise kommen Menschen in wirtschaftlichen Zusammenhängen zusammen, weil jeder einzelne einen Vorteil aus dem Bündnis sucht. Das Gemeinsame besteht im „Profit“ machen – und innerhalb des Bündnisses tun sich bald bestimmte Rollen und ein innerer Wettbewerb um die erwirtschafteten Ressourcen auf.
Schneeballsysteme oder klassische Hierarchien bauen – wie unser überwiegendes Umsystem – auf der individuellen Maxime auf, „das Meiste rauszuholen“. So ist das allgemeine Wirtschaftsverständnis. Bei Wild Natural Spirit ist das anders.

In diesem gängigen Mindset lohnt es sich nicht, Pflanzen von Hand anzubauen. Viel zu viel Arbeitszeit für viel zu wenig Masse, würde ein Ökonom sagen.
Und aus dieser Perspektive lohnt es sich auch nicht, professionell mit den Spirits zu arbeiten. Viel zu hohe Gestehungskosten, viel zu geringe Margen, würde ein Ökonom sagen.

Keiner der Menschen, die professionell mit den Spirits arbeiten, verdient nennenswert Geld damit, die kostbaren Essenzen weiterzugeben. Stattdessen geht es diesen Menschen darum, für ihre Arbeit das Beste einzusetzen, was sie finden können. Es geht ihnen darum, wirklich gute Arbeit zu leisten, mit ihrem Dienst wirklich etwas im Sinne des Ganzen, im Sinne der Menschen, die sich ihnen anvertrauen, zu erreichen.

Wir wirken nicht zusammen, weil wir ein gemeinsames Interesse verfolgen, sondern weil wir in der Seele, in unserem Anliegen für das Leben einander verwandt sind.

Ein Geheimnis der Fülle ist übrigens (und dieser Satz ist für die Ökonomen), daß sie aus der Hingabe entsteht.

Gesteuerter Erfolg versus selbstbestimmtes Dienen

Diese Art von „Netzwerk“ ist in seiner Qualität ganz anders als die Netzwerke, in denen es ein innen und ein außen, eine Marke und eine Kundschaft gibt. Wir wirken – jede/r auf seine Weise – gemeinsam am Ganzen.

Und das macht für unsere gemeinsame Arbeit den entscheidenden Unterschied.

Es gibt keine Zielvereinbarungen, keine Pläne, keine Pflichten und Rechte zwischen uns- wir alle leben längst selbstbestimmt.

Unser Erwerbsleben findet nicht in einem konfektionierten Korsett mit Arbeitszeiten, Aufgabenbeschreibung und festen Rollengefügen statt – sondern ist das Ergebnis einer tiefen inneren Befragung: Wie setze ich mein Leben, meine Gaben sinnvoll und im Sinne des Ganzen ein.

Wir alle haben einen Lebensabschnitt hinter uns, in dem wir das Hetzen und Feilschen und Müssen hart infrage gestellt haben und zurück in die Eigenverantwortung eines freien Menschen gegangen sind.

Dies Qualität ist spürbar – in der Arbeit eines jeden von uns.
Denn wir arbeiten mit ganzer Seele.

Wollen versus Lauschen

Und dann ist es ja nicht eben eine Selbstverständlichkeit, mit den Spirits zu arbeiten.
Wir hantieren hier ja nicht mit einem Medikament, das eine klare Gebrauchsanleitung mit abgesicherten Anwendungsbereichen hat.

Das Besondere an den Spirits und im ganzen Ansatz liegt ja in der Vielschichtigkeit dieser pflanzlichen Essenzen, die erspürt und wahrgenommen sein will – ebenso wie die Menschen, für die ein bestimmtes Destillat dann gewählt und angewendet wird.

Es ist viel mehr als spielerische Intuition, hier wirklich zu „sehen“ und die Wirkkraft dieser durch und durch reinen und kraftvollen Pflanzenqualitäten gezielt einzusetzen.

Jeder der Menschen, die ich hier nach und nach auf der Partner*innen-Seite vorstelle, verfügt über die Fähigkeit der unmittelbaren Wahrnehmung. Diese Art der Wahrnehmung ist anders als die allgemein bekannte Anwendung von gelerntem, katalogisiertem Wissen. Hier bedarf es der vollen Präsenz und Konzentration auf das Gegenwärtige. Keine Vergleiche mit bereits Bekanntem, keine Assoziationen, die dem Gegenüber – sei es Pflanze oder Mensch – übergestülpt werden. Stattdessen haben wir eine ganzheitliche und qualitativ greifbare Wahrnehmung entwickelt, die es uns ermöglicht, die Einzigartigkeit und Besonderheit eines Menschen und einer Heilpflanze zu erfassen. Und so kommt es zur Wahl des passenden „Mittels“, des adäquaten Destillats – ein Resonanzkörper, der vollständig auf das menschliche System zu antworten vermag, das hier um Rat und Unterstützung bittet. Keine Nebenwirkungen. Keine neuen Baustellen. Heilung im Sinne eines natürlichen Gleichgewichts, einer (natur)reinen Resonanz.

Ich möchte meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken den Menschen, die mit solcher Hingabe und Authentizität mit den Spirits arbeiten. Sie erweisen nicht nur meiner Arbeit großes Vertrauen und Wertschätzung, sondern sie dienen dem Leben in einer Art und Weise, die außergewöhnlich ist.

Evelin Rosenfeld

Evelin hütet seit 5 Jahren der Berg „Aditi“ in Oberfranken. Dort arbeitet sie mit Permakultur und baut – ohne den Einsatz von Maschinen und in reiner Kreislaufwirtschaft – die traditionellen Heilkräuter unserer Heimat an. Aus den Kräutern stellt sie kostbare Kräuteressenzen her, die auf offenem Feuer in großen Kupferdestillen gewonnen werden. Als Kräuteressenzen zum Einnehmen und als Variation für die Anwendung auf der Haut kommt die heilsame Energie dieser vollkommen zusatzfreien, hochwirksamen Pflanzenprodukte auch zu Dir. Vier mal im Jahr gibt es Praxiswochen zu Destillation und zu Permakultur auf Aditi, daneben kleine Wochenendseminare zur Anwendung der Phytotherapeutika im Sinne der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin).

www.wild-natural-spirit.org

Sharing is Caring 🧡
Posted in Menschen Verwendete Schlagwörter: ,
8 Kommentare zu “Zusammenwirken – die Kunst des Einklangs
  1. Dagmar sagt:

    …alle Deine Texte, liebe Evelyn, berühren mich tief, denn darin schwingt sooo viel….Weisheit, Erfahrung, Liebe…Du schenkst mir mit Deinem Vorangehen immer wieder neue Kraft und frischen Mut…
    DANKE DIR für Dein Vorbild,
    DANKE, daß Du so großzügig teilst mit uns,
    …es ist schön zu wissen, daß es Dich und Adii gibt….
    Von Herzen,
    Dagmar

  2. Vielen lieben DANK, liebe Evelin … die richtigen Worte am heutigen Tag für mich, die mir Mut machen und mir Zuversicht geben. Ich verneige mich vor dir … DER GUnTEr SCHMIDT

  3. Sibylle Süs sagt:

    Guten Morgen Ihr Lieben, gerne schicke ich ein ganz großes DANKEschön 🙂 zu Euch beiden – zum 1.Mal, wie oft wollte ich schon einen Kommentar schicken, jetzt scheint wohl der Zeitpunkt zu stimmen. Führung, R E S O N A N Z!!
    Euer Wirken ist einfach phänomenal, berührt mich unbeschreiblich!!!
    … – Inspiration – Liebe – Frieden – …
    Ich komme „gerade“ vom Online-Seminar bei Dir, liebe Evelin, bin noch so sehr erfüllt von allem, was Du geschenkt hast! In Deinem heutigen Bericht hier kann Dein ALLES so sehr gefühlt werden, dass es mir ein Herzensanliegen ist, Euch via Kommentar zu schreiben, für Euer uns alle bereicherndes Wirken zu DANKE-n!!!
    Trotz längerer, stiller Verbindung zu Evelin, Aditi samt den Posts haben mich die Newslichter, liebe Bettina, über’s Online-Seminar noch rechtzeitig informiert.
    Wie kostbar dieses Netz, das hier fein, kraftvoll gewoben wird!!! :-)!!!
    Herzlichst, Sibylle

    • Evelin sagt:

      Ach ja – wir waren eine tolle Truppe in diesem Onlineseminar. Ich hätte nie gedacht, daß TCM mit Kräutern OHNE den Garten mit allen Sinnen zur Hand so eine Freude machen kann… Danke, liebe Sibylle für die herzensreiche Rückmeldung

  4. Wim Lauwers sagt:

    Moin Evelin. Wäre es nicht effektiver diese Kräuter einfach zu essen? <3 <3

    • Evelin sagt:

      Hallo Wim, seltsame Frage. Vielleicht siehst Du erst einmal, was es mit den destillaten auf sich hast und formulierst deine Frage dann noch einmal so, daß ich sie als Angebot zum Dialog verstehen kann ??!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Dein Kommentar wird nach der Prüfung freigeschaltet. Bitte beachte, Einschätzungen und Meinungen in Ich-Form zu formulieren und die AutorInnen zu wertschätzen. Nicht identifizierbare Namen (Nicknames), Kommentare ohne erkennbaren Bezug auf den Inhalt des Artikels und Links zu nicht eindeutig verifizierbaren Seiten bzw. zur Eigenwerbung werden grundsätzlich nicht freigeschaltet.