Was Vergebung mit Selbstliebe zu tun

Brauchen wir wirklich Vergebung?  Und wie geht es dir damit, fällt dir Vergeben leicht? Um es gleich auf den Punkt zu bringen: ja, wir brauchen Vergebung und nein, wir brauchen sie nicht. Dieses scheinbare Paradox erkläre ich im Folgenden und zeige, was Vergebung mit gelebter Selbstliebe zu tun hat.

Warum Vergebung oft missverstanden wird und warum es daher manchmal nicht so leicht ist, uns selbst oder anderen zu vergeben, ist eigentlich recht gut nachvollziehbar. Denn mit Vergebung ist oft ein innerer Zwiespalt verbunden, der mit dem oben erwähnten Paradox zusammenhängt. Lass uns das also gemeinsam verstehen und auflösen, damit wir uns wirklich für den wahren Schatz öffnen können, der in Vergebung liegt.

Wenn wir uns mit der Weisheit unserer Seele verbinden, dann können wir intuitiv erfassen, dass es auf der Seelenebene keinerlei Schuld gibt. Denn unsere Seele gibt uns die völlige Freiheit, ALLE Erfahrungen auf dieser Erde zu machen. Aus Sicht der Seele gibt es diesbezüglich kein Richtig und kein Falsch, kein Gut und kein Schlecht und daher auch keine Schuld, keinen Grund für Bestrafung und daher auch keinen Anlass für Vergebung. Aus menschlicher Sicht könnten wir demnach sagen, es IST alles bereits vergeben.

Wenn wir uns anderseits jedoch mit der Weisheit unseres Körpers verbinden, dann wird er uns früher oder später zeigen, dass in ihm trotzdem Schuldgefühle abgespeichert sind – und zwar auf genetischer Ebene, auf Zellebene, auf energetischer, emotionaler und mentaler Ebene. Denn wir Menschen haben hier auf der Erde das Konzept Gerechtigkeit und Strafe und damit auch das Konzept der Schuld erschaffen. Wir wünschen uns Konsequenzen, wenn Regeln oder Gesetze nicht eingehalten werden. Und so wird jemand aufgrund einer Tat „schuldig gesprochen“ und bekommt eine entsprechende Strafe verhängt. Das hat zur Folge, dass wir uns schuldig FÜHLEN und diese Gefühle in unserem System abspeichern.

Auf der einen Ebene gibt es also keine Schuld, auf der anderen schon. Und das kann zu Verwirrung, Irrtümern und innerem Zwiespalt führen, wenn wir diese Ebenen nicht unterscheiden oder gar verwechseln. Und das war in der Menschheitsgeschichte auf krasse Weise der Fall. Denn das auf der irdischen Ebene von uns erschaffene Konzept der Schuld wurde einfach auf die seelische bzw. göttliche Ebene projiziert. Und nicht nur das, auch den Machtmissbrauch, den wir im Zusammenhang mit Schuld und Strafe betrieben, übertrugen wir auf die göttliche Ebene. Das heißt, aus menschlicher Sicht regierte dort ein strenger, strafender Gott, der vor allem darauf achten sollte, dass alle Regeln, Gesetze und Gebote eingehalten werden, und der die Macht hatte, Angst und Schuldgefühle in uns auszulösen. Die Bitte um Vergebung war daher ein angstvoller Versuch, eine Strafe zu mildern. Kein Wunder, wir Menschen haben zwiespältige Gefühle, wenn es um Vergebung geht!

Doch auch umgekehrt, wenn wir die seelische Ebene einfach auf die irdische übertragen, entgeht uns der wahre Sinn von Vergebung. Denn wenn wir davon ausgehen, dass es auch auf der irdischen Ebene keine Schuld gibt, dann verleugnen wir sehr wahrscheinlich unsere (alten) Schuldgefühle und sehen damit Vergebung als überflüssig an. Dadurch werden sie jedoch nur noch weiter ins Unterbewusstsein verdrängt.

Erst wenn wir anerkennen, dass beide Ebenen – die seelische und die irdische – unterschiedlich schwingen UND dass sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit nicht gegenseitig ausschließen, kann sich das scheinbare Paradox auflösen. Dann können wir auch unserer tiefsten Sehnsucht folgen, diese Ebenen immer mehr miteinander zu verschmelzen und den „Himmel auf Erden“ zu erschaffen. Und erst dann können wir die wahre Bedeutung von Vergebung für uns als Menschen wirklich erfassen.

Denn wahre Vergebung ist kein Handel, bei dem ich mich von meiner Schuld freikaufe. Wahre Vergebung ist nichts, was ich anderen gebe, um ihre Liebe zu bekommen. Wahre Vergebung heißt auch nicht, dem „Täter“ zu signalisieren, dass das Geschehene in Ordnung war.

Wahre Vergebung geschieht auf magische Weise, wenn wir die Ebenen vereinen; wenn wir die Schuld und den Schmerz auf der menschlich-irdischen Ebene würdigen UND anerkennen, dass auf einer seelisch-göttlichen Ebene alles bereits vergeben ist und immer vergeben war, weil es dort nie Schuld gab. Wahre Vergebung ist der Zentralschlüssel für Heilung – vor allem Selbstheilung – und Transformation. Wenn wir einer anderen Person oder uns selbst vergeben, nehmen wir unsere Verantwortung wieder zu uns zurück, die wir mit der Schuldzuweisung abgegeben hatten. Wir erkennen damit an, dass wir selbst, und nur wir selbst, Schöpferinnen und Schöpfer unseres Lebens sind und dass wir IMMER und in allen Situationen die Möglichkeit haben, die Liebe zu wählen. Verantwortung ist in diesem Sinne unsere ureigene Macht, auf eine bestimmte Situation mit Liebe zu antworten – und zwar im Innen oder im Außen.

Vergebung ist daher eine unfassbar wichtige Form von gelebter Selbstliebe – nicht nur wenn ich mir selbst, sondern auch wenn ich anderen vergebe. Denn es immer eine Befreiung von einer alten Last, die uns von der Liebe getrennt hat, und eine Öffnung für unser wahres, strahlendes Wesen.

Alles Liebe,
dein Amaresh

P.S. Über sechs Schritte des Vergebungsprozesses, an denen wir uns orientieren können, spreche ich in meinem Youtube-Video „Vergebung ist gelebte Selbstliebe“ (https://www.youtube.com/watch?v=83NJg3QB-g8).
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Ein Kommentar zu “Was Vergebung mit Selbstliebe zu tun
  1. Gundula Eichler sagt:

    Lieber Amaresh, ich danke vielmals…es trifft bei mir direkt dein Beispiel zu. Es berührt mich sehr. Das Video macht es so deutlich. Auch dieses Vergebungs-Schuld und Strafe-Ding mal so aufzudröseln. Ich verstehe das jetzt ganz neu. Wie wichtig, damit ich mich selbst verstehe. (christlich, frommer Flügel) sozialisiert). Ich DANKE so sehr. Dein Vortrag ist sehr authentisch (in Stimme und Gestik) und das macht viel für mein Verständnis!!!
    Liebe Grüße Gundula

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