Künstliche Intelligenz und so3 min read

KI und so – Bild generiert von Stable Diffusion

„Das Wissen einer KI basiert auf Fakten und Algorithmen, während Weisheit ein tieferes Verständnis und Einsicht mit moralischen Aspekten beinhaltet. Obwohl eine KI über umfangreiches Wissen verfügen kann, fehlt ihr oft die menschliche Komponente, die für Weisheit notwendig ist.“ – ChatGPT 

Danke ChatGPT, dass du mich an deiner Einsicht teilhaben lässt. Die Aussage reduziert die Software auf das, was sie ist: ein Frage-Antwort-Automat, der darauf trainiert wurde, Eingaben mit sinnvollen Ausgaben zu erwidern. Ist die Eingabe ungenau, fängt der Automat an zu halluzinieren und es kommt zu überraschenden Antworten, die Verwirrung stiften können oder falsche Informationen in die Welt gelangen lassen.

In dem anderen Artikel „Ki und du“ wurde ChatGPT gefragt, was unter guten Nachrichten zu verstehen sei. Füllt man die Antwort des textbasierten KI-Modells ChatGPT von oben in den Eingabeschlitz des „Schwester“-Modells DALL·E, das auf das Erstellen von Bildern trainiert wurde, werden ein paar Bilder erstellt, zu denen sich dieser Automat durch den Eingabetext inspiriert sah (siehe Galerie)

Es bleibt der Betrachterin oder dem Betrachter überlassen, welche Assoziationen mit den künstlich generierten Bildern erzeugt werden. Ganz offensichtlich hängt also die Ausgabe vom Input, bzw. der Problemstellung ab. Solch ein „Prompt“, also ein speziell formulierter Auftrag an die Software, kann mit genügend Kreativität und Präzision so zusammengefasst werden, dass quasi auf Knopfdruck hervorragende Texte, wundervolle Bilder, inspirierende Videos, hilfreiche Anleitungen, klangvolle Kompositionen oder überzeugende Präsentationen erzeugt werden.

Am Ende ist das Ergebnis aber vom menschlichen Input abhängig. Die Trainingsdaten waren allesamt Erzeugnisse menschlichen Erfindungsgeistes, viele Milliarden Dokumente und Bilder mussten eingespeist werden, damit die verwendeten Algorithmen der Sprachmodelle mit den Fragen eines Menschen etwas Sinnvolles anzufangen wissen. Wir werden lernen müssen, damit umzugehen, die KIs lernen ja auch.

Bereits 1966 entwickelte der Informatiker Joseph Weizenbaum ein Programm namens ELIZA, das durch die Programmierung und unter Zuhilfenahme eines Thesaurus eine scheinbare Konversation mit dem Computer nachbilden konnte. Davon ist ChatGPT in seiner Erscheinungsform und seinen Möglichkeiten mittlerweile Lichtjahre entfernt. Mit seinem immensen Datenschatz und modernsten Sprachanalysetools kann die Software evaluieren, was gemeint ist, Schreibfehler ignorieren, wesentliche Zusammenhänge aus scheinbar Unzusammenhängendem ermitteln. Frag die KI doch mal, wo die Verbindung zwischen Alchemie und Jin Shin Jyutsu besteht, ob es einen Zusammenhang zwischen Bruttoinlandsprodukt und Waldwachstum gibt oder ob Knoblauch in Vanilleeis schmeckt 😉

Ähnlich wie beim Siegeszug des Internets, der Smartphones und Social Media, werden künstliche Intelligenzen nicht mehr wegzudiskutieren sein. Ob sie intelligent im Wortsinne sind, liegt am Ende in der Wahrnehmung der Betrachterin oder des Betrachters. Hier sollte man jedoch nicht die antrainierten Fähigkeiten zur Wortbildung und Informationsbeschaffung überbewerten: wenn ein Automat etwas können muss, dann ist es der Umgang mit Daten.

Jenseits der nüchternen Zahlen, Algorithmen und Datenhalden wird einer Künstlichen Intelligenz immer die Empathie fehlen und selbst wenn sie es schaffen sollte, uns mit geschickter Wortwahl glauben zu machen, sie könne sich in uns hinein versetzen, wird sie eines nie simulieren können: den energetischen Austausch zwischen Lebewesen. Etwas, was in unserer Gesellschaft durch all die technischen Errungenschaften, Lehrpläne und Statusgehabe ein gutes Stück weit verloren gegangen ist.

Vor einigen Jahren fragte ich den leider 2020 viel zu früh verstorbenen Barefoot Doctor Stephen Russell, wie sich denn die Arbeit an Webseiten oder digitalen Medien mit spirituellem energetischem Austausch vereinbaren ließe.

„Ganz einfach“, antwortete er mir, „lass deine Energie durch die Finger in deine Texte und Arbeit fließen. So erreicht sie die ganze Welt. Die Energie der Schöpfung lässt sich nicht von Bits und Bytes aufhalten.“

Rolf Ahlborn, seit 2012 der beste Mann für alle Web-Fälle. Er sorgt umsichtig und liebevoll dafür, dass die newslichter trotz aller Updates und Herausforderungen an die Systeme leuchten. Sonst arbeitet er Interessen-vertretend in der Heise Gruppe

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Ein Kommentar

  1. Wie schön, das letzte Zitat! Geht sehr in die Richtung, was ich in meinem youtube-Video gesagt habe (habe es ja in Bettinas Beitrag in den Kommentaren erwähnt).

    Liebe Grüße, Britta

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