Eine Reise in meine innere GrößeLesezeit 5 Minuten

Langsam gehe ich durchs Klassenzimmer, von Tisch zu Tisch. Nach einer ausführlichen Wiederholung hat die Klasse 11a Aufgaben zur Wahrscheinlichkeitsrechnung erhalten, und nun bin ich bereit individuell weiterzuhelfen und Fragen zu beantworten. Ich mag diese Klasse, bin insgesamt zufrieden mit ihrer Motivation, der Unterrichts-Atmosphäre und den Leistungen. Und ich weiß, dass die Klasse froh ist, mich als Mathe-Lehrer bekommen zu haben. Einige Schülerinnen und Schüler konnten sogar ihr langjähriges Mathe-Trauma hinter sich lassen und nun von sich sagen: „Ich verstehe Mathe wieder!“. Eigentlich also eine durchweg positive Situation. Und trotzdem steigt heute stärker als je zuvor ein vages Unbehagen in mir auf, das gerade immer stärker wird. Ich kann den Grund für dieses Gefühl in diesem Moment nicht erfassen. Fest steht jedoch, dass mich das, was ich hier bin und tue, nicht glücklich macht. Zudem spüre ich auch das Gefühl von Unfreiheit und Unerfülltheit, mit dem die meisten Schülerinnern und Schüler tagtäglich in der Schule sind.

Veränderte Perspektive

Liebevoll und mitfühlend schaue ich von weit oben auf diesen Mann. Langsam und vorsichtig komme ich ihm näher. Ich kann erkennen, wie unvollständig er sich fühlt. Ein Teil seiner selbst scheint verloren gegangen zu sein. Wie schwach und hilflos er sich daher fühlt! Es ist ganz normal für ihn geworden, dass andere Menschen wesentliche Entscheidungen über sein tägliches Leben treffen. Sehr vieles wird ihm einfach vorgegeben: Stundenplan, Lehrpläne, Konferenzen, Prüfungstermine, … Ja, im Grunde hat er sogar das Gefühl, dass er dem Leben selbst gegenüber hilflos ausgeliefert ist. Das Leben scheint mit ihm zu machen, was es will. Die Frage, was er eigentlich will, ist völlig in den Hintergrund gerückt. Tiefe Resignation hat sich in ihm ausgebreitet. Und noch tiefer – so tief, dass er es selbst nicht spüren kann – brodelt Wut …

Heimkehr

Ich komme nun noch näher, nehme alle seine Gefühle noch einmal ganz bewusst wahr und hülle sie in Liebe ein. Ich nehme seine Hand, schaue ihm in die Augen und versichere ihm, dass er einen guten Job gemacht hat. Und dann sage ich ihm voller Freude, dass sich die Zeiten geändert haben und dass er nicht mehr dort bleiben muss, wo er jetzt ist. Denn mittlerweile hat sich mein Leben komplett verändert. Dieser Mann ist ein innerer Anteil meiner selbst, der offensichtlich noch nicht mitbekommen hat, dass ich ein neues Leben angefangen habe. Daher erzähle ihm nun, dass ich mittlerweile aus dem Schuldienst ausgestiegen bin und sogar meinen Beamtenstatus aufgegeben habe. Und dass es in diesem neuen Lebensabschnitt nun unendlich viel Raum gibt für das, was ihm im Klassenzimmer gefehlt hat. Ich spreche mit ihm über die Möglichkeiten, die ich nun habe, über meine neue Freiheit, Lebendigkeit und Lebenslust.

Aus der Angst in die Liebe

Diese Begegnung ist von grundlegender Bedeutung für mein jetziges Leben, das spüre ich deutlich. Es berührt mich, dass ich diesen inneren Anteil zurückgelassen habe in einem Modus von Angst und Unfreiheit. Und mir wird klar, dass dieser Modus auf subtile Weise auch in meinem neuen Leben aktiv war. Offenbar waren es genau solche unbewussten Anteile, die auch nach meinem Ausstieg immer wieder Mangel in mein Leben gezogen haben. Während ich nun nochmals ganz bewusst im Kontakt mit dem Alten bin, spüre ich zutiefst (und weiß es nicht nur), dass das alte Kleinsein für mich einfach nicht mehr funktioniert. Es hat mich immer wieder wie auf einer Spirale nach unten geführt, in noch mehr inneres Leid. Daher zeige ich diesem Anteil nun meine wahre innere Größe. Weil ich weiß, dass man diese nicht wirklich in Worte fassen kann, sende ihm ein inneres Bild voller Licht, Freude, Fülle, Weite und Liebe. Ein inneres Bild für den Himmel auf Erden. Ja, genau das gehört zu meinem Potenzial! Es gehört zum Potenzial eines JEDEN Menschen. Und es ist unsere heilige Aufgabe, dieses Potenzial immer mehr zu entfalten.

Meine innere Größe

Während wir beide nun immer mehr in dieses innere Bild eintauchen, verschmelzen wir nach und nach miteinander. Durch die Integration dieses inneren Anteils spüre ich meine wahre Größe nun noch tiefer und umfassender. Es wird deutlich, dass diese innere Größe einfach DA IST und dass ich daher ganz loslassen und ins Leben vertrauen darf. Eine unbändige Kraft steigt in mir auf. Sie fühlt sich leicht und kraftvoll an. Sie ist pure Freude, voller Magie und bedingungsloser Liebe. Sie schließt ALLES mit ein, auch das „Kleine“ und „Unzulängliche“. Sie stellt sich nicht darüber, denn sie IST alles. Sie liebt das Irdische bis ins kleinste Detail. Sie ist freie Schöpferkraft und durch sie kann genau hier in diesem Leben etwas unvorstellbar Großes entstehen.

Ein neues Miteinander

Im nächsten Moment wird mir bewusst, wie einzigartig meine innere Größe doch ist. Denn obwohl sie sich einerseits so universell und kosmisch anfühlt, beinhaltet sie anderseits auch all meine Eigenheiten, meine Einzigartigkeit und all meine Charakterzüge. Und im nächsten Augenblick tauchen viele andere Menschenseelen auf – alle ebenfalls in ihrer einzigartigen wahren Größe. Doch niemand fühlt sich von der Größe des anderen eingeschränkt, im Gegenteil, alle bereichern und ergänzen sich gegenseitig, denn alle bringen sich mit etwas ganz Besonderem, mit etwas ganz Persönlichem in ein großes Feld ein, das sich um die ganze Erde spannt.

Erfüllt und dankbar tauche ich aus meiner inneren Reise wieder auf. Ich fühle mich wie neu geboren und voller Tatendrang.
Ich spüre, das ist der Anfang von etwas Neuem. Das ist der Anfang einer Reise, die immer wieder neu anfängt, jeden Tag. Und selbst das Ende dieses irdischen Lebens wird wieder ein Neuanfang sein.

Alles Liebe,
dein Amaresh

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4 Kommentare

  1. Lieber Amaresh!
    Das war, als hättest du meine Geschichte erzählt und ich danke dir für die Bestätigung, dass erst diese Reise nach innen einen wirklichen Neuanfang möglich macht.
    Ich habe diese Reise in den letzten Monaten sehr intensiv durchlebt, nachdem ich aus dem Schuldienst ausgestiegen bin. Es war mitunter sehr schmerzhaft, mir einzugestehen, dass ich mich so lange in diesem System habe fesseln und begrenzen lassen … und ich bin unendlich dankbar, dass ich den Mut hatte zu gehen, und auch den Mut hatte, mir durch den Blick auf die andere Perspektive ganz neu zu begegnen.
    Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt und alles, was ich mir und der Welt dadurch schenken kann.

    Herzensgrüße
    Imke

  2. Liebe Imke,

    wow, es berührt mich sehr, deine Zeilen zu lesen. Vielen Dank fürs Teilen!

    Alles Gute für deinen Neuanfang und alles Liebe!
    Amaresh

  3. Toll erzählt und hergeleitet wie wir den Systemen immer mehr entwachsen und auch unseren Nachkommen dieser Enge nicht mehr aussetzen möchten. Das alles beginnt immer in uns selbst, dass hast du toll beschrieben.

  4. Ich bedanke mich auch sehr und finde mich darin wieder. Es gibt mir Mut, dranzubleiben – bei und in mir.

    Allein dafür Danke!

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