Frieden kann nur im Innern entstehen!

Lesezeit 4 Minuten –

Von Imke Rosiejka. Ich war letzte Woche an einem meiner Kraftorte und 4 Stunden tief im Frieden mit allem, was ich dort sehen, spüren, beobachten und festhalten durfte. Dankbar, einfach nur dankbar, dass ich diesen Frieden (er)leben darf, den ich allen Menschen und Geschöpfen von Herzen wünsche.

Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass es dieser innere Frieden ist, den zu halten und weiterzugeben unsere Aufgabe ist, gerade in Zeiten, in denen viele Ereignisse das Gegenteil auslösen.

Ich teile dieses Bild nicht nur hier, sondern in allen Kanälen, in denen ich „zu Hause“ bin. Die Reaktion darauf zeigt mir, dass dieses Lächeln und warmherzige Einatmen beim Betrachten solcher und ähnlicher Bilder, die ich einzufangen gelernt habe, zeigt, was eigentlich unserer Natur entspricht.

Unsere Natur ist nicht das Rasen und Pöbeln beim Autofahren; es ist nicht das Schupsen und Bedrängen in Warteschlangen; es ist nicht das Jagen nach billigen Produkten, ohne zu schauen, wer dafür den eigentlichen Preis bezahlen muss; es ist nicht das einander Niederbrüllen, Abstempeln, mit Narrativen mundtot machen.

Es ist nicht das Bekriegen und Terrorisieren, das sich gerade in zunehmenden Maße in der Welt zeigt, wobei einige machthungrige Menschen derartigen Druck erzeugen und Gewaltetaten mit unglaublicher Brutalität verüben.

Wo der Hass herkommt, der sie zu solchen Taten befähigt?

Mein Gefühl sagt mir, dass wir alle (manchmal gut getarnte) kriegerische Anteile in uns tragen, weil wir von dem geprägt sind, was die Generationen vor uns erleben mussten und nicht auflösen konnten. Die aus diesem Erleben entstandenen Angst- und Ohnmachtsgefühle sind es, die kriegerische Anteile am Leben erhalten.

Das übrigens nicht erst seit dem ersten oder zweiten Weltkrieg.

Und wenn ich in einer Welt lebe, in der 24/7 nur darum geht, diesen Hass in Gedanken, Worten und Werken zu befeuern, dann besteht kaum eine Chance, aus diesem Wirbel auszusteigen, der nicht nur in Kriegsgebieten entsteht, sondern vor meiner Haustür, in unserem Fernsehprogramm und der Tageszeitung, also in meinem Alltag beginnt.

Was kann mir/uns helfen?

Wie kann ich unter diesen Umständen inneren Frieden finden?

Wie kann ich diese Angst und Ohnmacht, die dadurch in mir entstanden ist in Vertrauen wandeln?

In das Vertrauen ins Leben, das heute so notwendig wie nie zeigen kann, dass es nicht unserer Natur entspricht, einander abzuschlachten!

Das geht meines Erachtens nur, wenn ich mir bewusst anschaue, woher diese Angst- und Ohnmachtsgefühle ursprünglich stammen.

Ich muss mir die Geschichte meiner Ahnen anschauen, um zu verstehen, was mich geprägt und lange in diesem Gefühl gehalten hat.

Ich bin davon überzeugt, dass ein friedliches Miteinander möglich ist. Die Voraussetzung ist aber, dass die alten Muster aufgelöst werden – und das funktioniert nicht, in dem ich mir sage, ich hätte es gern anders. Affirmationen und Gebete helfen mir, mich zu fokussieren und auf diesen Weg auszurichten. Sie bleiben aber oberflächliche Kosmetik, wenn ich nicht tiefer schaue. Diese Muster werden seit Jahrhunderten an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und haben sich tief in die Zellen eingegraben. Und genau dort müssen sie auch aufgelöst werden!

Ich habe gerade die Arbeiten an meinem dritten Buch beendet, in dem ich an meiner Familiengeschichte zeige, wie sehr mich geprägt hat, was meine Eltern und Großeltern erlebten und nicht verarbeitet haben. Ich zeige, wie sich daraus, denn ich bin ja nicht allein derart geprägt, die gerade vorherrschenden Narrative entwickeln konnten. Und ich zeige an dem Weg, den ich gegangen bin, dass es möglich ist, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Ja, es geht!

Die möglichen Schritte dazu hatte ich bereits in meinem zweiten Buch beschrieben – es erschien aber wohl in zu friedlicheren Zeiten (Praxisbuch – Imke Rosiejka (imke-rosiejka.de). – Die Kommentare waren entsprechend: Ich solle mal nicht übertreiben, im Hier und Jetzt leben , die Vergangenheit ruhen lassen.

Was passiert, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt, sehen wir gerade!

Übrigens: Meine gerade 90 gewordene Mutter meinte, als ich ihr erzählte, worüber ich schreibe, dass sie erst noch eine Therapie machen wolle, bevor sie das liest – beeindruckend, meine geliebte Mutter! Sie hat erkannt, dass ihre momentane Gefühlslage, angeheizt durch die dauernde Befeuerung mit schlechten Nachrichten, eine tiefliegendere Ursache hat – und sie will sich das noch anschauen!

Ich bin jedenfalls nicht ängstlich, sondern dankbar, dass ich diesen Weg der Heilung beschreiten darf, der sicher nicht zu Ende ist, denn es ist ein Prozess!

Ich bin dankbar dafür, dass ich diesen Weg entdecken durfte, als es mir richtig schlecht gegangen ist.

Ich bin dankbar dafür, dass ich mit meinem Mann und meinen Coaches Menschen gefunden habe, die mich auf diesen Weg begleitet haben.

Ich bin dankbar dafür, dass ich Orte habe, an denen ich Frieden erlebe und auftanken kann.
Ich bin dankbar dafür, dass ich hier auf dieser Seite Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter kennenlernen dürfte, die dieses friedlichen Miteinander bereits leben.
Und ich bin dankbar dafür, dass ich Ausdrucksmöglichkeiten über Malen, Schreiben, Fotografieren gefunden habe, um zu teilen, was in mir gewachsen ist.

Ich wünsche uns allen Frieden und den Mut hinzuschauen und unsere Stimmen für ein friedliches Miteinander zu erheben!

Herzensgrüße
Imke

Hingucker der Woche – Imke Rosiejka (imke-rosiejka.de)

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Gastbeitrag
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10 Kommentare

  1. Liebe Imke,
    du hast mir aus der Seele gesprochen. Das was du schreibst kann ich eins zu eins bestätigen. Ich erlebe das genauso und bin schon lange auf dem Weg des „Befriedens“.
    Ein ganz herzliches Dankeschön für diesen Text und ich werde es weitergeben .

    • Liebe Cornelia!
      Vielen Dank für deine Worte und fürs weiterteilen!

      Es berührt mich sehr, immer deutlicher zu spüren, dass wir nicht allein sind, in dem was wir glauben. Dass immer mehr Menschen ihre Stimme für den Frieden erheben – vor allem auch für den Frieden, den wir im lauten Weltengetümmel oft übersehen, weil er im Stillen in uns zu Hause ist – ist ein gutes Gefühl.

      Herzensgrüße
      Imke

  2. Liebe Imke, dank dir für dein Teilen, für deine Arbeit, deinen Weg, dein Dasein! Es wärmt mein Herz, wie wir die verwandelte Gestimmheit unserer Herzen in so vielerlei Weise gegenwärtig sein lassen. Wie jede Art des Ausdrucks ihre Schönheit, Wirkung, Ausstrahlung in sich trägt. Zu entdecken, wie ein schlichtes Gewahrsein, ein friedvoller innerer Gedanke im äußeren Meer wilder Aufregungen die Liebe durch alle Zellen trägt – durch meine eigenen, wie die meiner Umgebung – das ist mir ein Vertrauen gebärendes Wunder. Herzgrüße zu dir, Miriam

  3. Liebe Miriam!
    Danke für dein Sein und Wirken. Danke für die lieben Worte!
    Ja, auch ich freue mich darüber, dass immer mehr friedvolle Energie in die Welt kommt, auch wenn es in der Öffentlichkeit oft anders scheint.

    Herzensgrüße auch zu dir
    Imke

  4. Liebe Imke, vielen Dank für das Teilen deines Textes. Er spricht mir aus den Herzen.
    Ja Frieden beginnt in uns, in jedem einzelnen von uns. Es ist ein Samen der in uns liegt. Den wir manchmal erstmal finden dürfen. Denn häufig liegt er begraben unter ganz alten Geschichten, des Misstrauens oder gar des Hasses. Es bedarf Mut um sich auf die Suche zu machen.
    Ich bin dankbar für jeden Menschen der sich nach innen wendet, ich bin dankbar für jeden Menschen der diese Reise schon gemacht hat und mit seinen heilsamen Erfahrungen nun andere unterstützen und begleiten kann. Danke für euch alle!

  5. Liebe Severine!
    Danke für dein Feedback.
    Ja, wir alle sind eingeladen, die eigenen alten Geschichten aus den Tiefen unserer Keller zu heben, ans Licht zu tragen und dann aufzulösen.
    Oft sind es, wie in meinem Fall, auch Traumatisierungen, die sich über Generationen als „Familiengeheimnisse“ im Untergrund verankert haben. Sie zu heben hat mir ein Verständnis davon ermöglicht, wie Energien wirken, vor allem, wenn wir sie nicht anschauen wollen.
    Das Faszinierende daran ist, dass sich die alten Muster wirklich transformieren lassen, wenn wir sie ans Licht geholt haben – und, ja, das erfordert Mut, sich den alten Geschichten zu stellen, denn sie haben meist unser gesamtes Leben gewirkt, Angst und Ohnmacht ausgelöst und sich gut getarnt.
    Wir sind alle davon betroffen, wissen es meist nur nicht, weil wir die Zusammenhänge herzustellen nie gelernt haben.

    Lasst uns mutig und erfolgreich im eigenen Keller Licht machen und Leuchtturm sein!

    Herzensgrüße
    Imke

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