Friedlich verbinden – Der Systemische Familiendialog

Lesezeit 4 Minuten –

Von Petra Droll. Als systemische Familiendialog-Begleiterin unterstütze ich seit 2023 Eltern und ihre erwachsenen Kinder, welche die Familie als Kraft, Stärke und Halt nachhaltig wieder aufbauen wollen. Du bist vielleicht schon auf dem Weg in deinen Beziehungen Heilung hereinzubringen, aber aus irgendwelchen Gründen blockiert etwas bei dir oder bei den anderen Menschen. Du hast verstanden, dass die Wut und Trennung bezüglich deiner Eltern langfristig nur noch mehr Schmerz und Leid erzeugt und deine eigenen Kinder verstrickt. Auf die Beziehung von Eltern und Kindern basieren sämtliche spätere Lebensverbindungen. Deshalb ist es so wichtig, dieses wieder in Liebe herzustellen und fließen zu lassen. Der Systemische Familiendialog hilft dir dabei, die Blockaden schnell und nachhaltig zu lösen. Manche Beziehungen in Familien sind derart verstrickt und blockiert, dass es eine vermittelnde Unterstützung benötigt, damit es von allen Seiten zu einer guten Lösung kommen kann.

Vielleicht hast Du schon von Familienaufstellungen gehört oder hast sogar schon mal an einer Familienaufstellung teilgenommen. Hier stehen dann Stellvertreter*innen für die Eltern. Meine Erfahrung ist, dass sich schon sehr viele Blockaden lösen und oftmals eine Hinbewegung wieder zu den Eltern stattfindet. Das ist sehr heilsam. Es gibt viele Gründe, warum eine Aufstellung nicht ausreicht und die Menschen regelmäßig eine Aufstellung zu Familienthemen und vor allem mit Stellvertreter*innen Mutter- und Vaterthemen anschauen.

Unterschied zum Familienstellen

Der Systemische Familiendialog hingegen findet mit den realen Eltern statt. Meine Aufgabe ist dabei, das Generationenpaar einfühlsam, ehrlich und liebevoll ins Gespräch zu bringen, alte Traumata und auch gemeinsame Ressourcen zur Sprache zu bringen. Die Eltern müssen sich nicht rechtfertigen und die erwachsenen Kinder bekommen Raum für ihre Verletzungen und werden von den Eltern gesehen und gehört. Das macht eine tiefe nachhaltige Verbindung.

Die Erfahrung aus den Dialogen zeigt, dass der reale Dialog schneller zum Ziel führt. Bei den Rückmeldungen der teilnehmenden Generationenpaare, wird oft gesagt, dass die Kinder zum ersten Mal von ihrem großen Schmerz erzählt haben und ebenso zum ersten Mal das Gefühl hatten, dass der Elternteil wirklich ZU-hört, da der Elternteil das Gesagte spiegelt (wiederholt). Die Blockade des Kindes kann sich dadurch lösen, die sie so viele Jahre aufrecht gehalten wurde. Meine Aufgabe als Begleiterin ist es, dem Generationenpaar Struktur in dem Dialog zu geben und beide immer wieder zu stabilisieren. Somit können bspw. die Eltern in die Verantwortung gehen, fühlen sich sicher und haben nicht das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen.

ZU-hören und das Gehörte spiegeln

In den 3-5 Dialogen wird das ZU-hören und Spiegeln des Gesagten eingeübt. Das Allerwichtigste ist, dass es von Seiten der erwachsenen Kinder wieder eine Herzensverbindung aufgebaut wird. Das heißt, dass sie ihr Herz für den Elternteil wieder öffnen, welches sie z.B. aus Wut und Schmerz verschlossen haben. Der Elternteil ist für die Herzensbrücke zuständig und somit bereit, den Schmerz des Kindes in Bezug auf sich -dem Elternteil- anzuhören. Dabei legt er seine eigene Lebensgeschichte bewusst zur Seite.

In einem weiteren Dialog ist der Elternteil dran, etwas aus seiner Kindheit und etwas aus der Beziehung zum anderen Elternteil zu erzählen, was für das eigene Kind von Relevanz ist. Oftmals kommen sehr berührende Geschichten zutage. Hier hat das Kind die Aufgabe ZU-zuhören und das Gesagte zu Spiegeln. Das schafft ein tiefes Verständnis für das Schicksal des Elternteils.

Lasten zurückgeben

Im letzten Dialog gibt das erwachsene Kind die Last/die Lasten an den Elternteil zurück, die es für diesen bis zu dem Zeitpunkt getragen hat. Das können übernommene Gefühle oder Überlebens-Strategien sein, die das Kind aus Liebe zum Elternteil in der Kindheit übernommen hat.

Wenn alle Dialoge stattgefunden haben, erhalten beide einen Gesprächsleitfaden und weitere Anregungen, wie sie in Zukunft in der Herzensverbindung bleiben können. Ca. 3-4 Monate nach den Dialogen besteht die Möglichkeit des gemeinsamen Reflexionsgesprächs, um die Verbindung weiter nachhaltig zu stärken.

Die Dialoge können sowohl in der Praxis als auch Online durchgeführt werden. Folgende Familienpaare werden begleitet: Mutter & Tochter, Mutter & Sohn, Vater & Tochter, Vater & Sohn

Ursprung der Dialoge

Der Systemische Familiendialog ist von Elke C. Post aus Hamburg entwickelt worden und entstand aus dem vor 20 Jahren entwickelten Generationendialog von Sabine und Roland Bösel aus Wien. Ihre Idee war aus ihrer psychotherapeutischen Erfahrung heraus, Generationspaare wieder zusammenfinden zu lassen. Dieses praktizieren sie auch heute noch in Wochenend-Workshops (https://boesels.at/).

Mehr zu meiner Arbeit und meinen Angeboten hier https://www.praxis-droll.de

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Gastbeitrag
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Viele wertvolle Gastautorinnen und -autoren unterstützen und schreiben für die Newslichter. Informationen zu der jeweiligen Person finden sich am Ende des Autorentextes.

3 Kommentare

  1. FRIEDLICH VERBINDEN 🙏
    zwei Worte die genügen, um in mitfühlende und mitteilsame Vorstellung zu kommen, wie ein Familiendialog sich neu ordnen lässt, heraus aus dem Spannungsfeld von Konfliktpotentialen in eine gelöste neue Dialog-Qualität gehoben …..mehr Freude in den Herzverbindungen.

    Herzliches Danke 🪷 an Sabine & Roland Bösel mit Grüssen nach Wien und Frau E C Post
    newslichter FÜR S TEILEN

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