Vertrauen

Ein stiller Text für alle, die nicht mehr wissen, wohin. Es gibt Momente, in denen du nicht mehr weißt, wohin. Kein nächster Schritt. Kein klares Zeichen. Nur diese seltsame, schwere Stille und die Frage, die du dir nicht laut zu stellen wagst:
„Was, wenn ich mich geirrt habe?
Was, wenn kein Weg mehr kommt?
Was, wenn das hier alles war?“
Dieser Moment hat viele Namen. Manche nennen ihn Krise. Manche Scheitern. Manche einfach: Ende. Ich kenne ihn anders.
Ich kenne ihn als den Moment, in dem das Alte aufgehört hat und das Neue noch nicht sprechen kann.
Den Moment zwischen den Welten. Den schwersten. Den heiligsten.
Vertrauen ist nicht dasselbe wie Wissen.
Vertrauen bedeutet nicht, dass du siehst, was kommt. Es bedeutet nicht, dass du keine Angst hast. Vertrauen bedeutet: Du gehst trotzdem.
Nicht weil du sicher bist, sondern weil etwas in dir – leise, tief, unerschrocken weiß, dass du getragen bist.
Auch jetzt. Auch hier. Auch in dieser Stille, die sich so leer anfühlt.
Ich habe viele Menschen in solchen Momenten begleitet.
Menschen, die alles aufgebaut haben und plötzlich nicht mehr wussten, wozu.
Menschen, die funktioniert haben, bis der Körper aufgehört hat mitzuspielen.
Menschen, die geliebt haben und zurückgelassen wurden.
Menschen, die verloren haben: einen Menschen, einen Traum, sich selbst.
Und ich habe beobachtet, was in diesen Momenten geschieht, wenn jemand aufhört zu kämpfen und anfängt zu vertrauen.
Nicht kapitulieren.
Nicht aufgeben.
Vertrauen.
Es ist ein Unterschied. Ein fundamentaler.
Denn Kontrolle hält fest. Vertrauen lässt zu.
Kontrolle sagt: Ich muss wissen, was kommt.
Vertrauen sagt: Ich gehe, auch ohne es zu wissen.
Kontrolle sagt: Ich darf nicht fallen.
Vertrauen sagt: Wenn ich falle, fällt etwas, das nie ich war.
Und vielleicht ist genau das der eigentliche Wendepunkt.
Nicht der Moment, in dem du eine neue Antwort findest,
sondern der Moment, in dem du aufhörst, die alte Frage zu stellen.
Vertrauen ist keine Technik.
Es ist keine Übung.
Es ist eine Entscheidung.
Eine Entscheidung, die du nicht einmal treffen musst, weil du stark genug bist, sondern weil du müde bist.
Müde vom Kämpfen. Müde vom Planen. Müde davon, alleine stark zu sein. Und in dieser Müdigkeit liegt manchmal mehr Wahrheit als in aller Entschlossenheit zuvor.
Du musst nicht wissen, wohin.
Du musst nur bereit sein, den nächsten Atemzug zu nehmen.
Den nächsten Schritt. Den nächsten Morgen.
Das Leben findet einen Weg, wenn du aufhörst, ihm im Weg zu stehen.
Vertraue.
Nicht dem Weg.
Nicht dem Plan.
Dir.





Danke liebe Marlies für diese wahren und tröstenden Worte.
Hilft mir gerade sehr 🙏
Elke 🌸
Danke Marlies, ein schöner Text. Für mich sind es die Schwellenzeiten, von denen du schreibst. Und ich erlebe immer wieder, dass Menschen gerade in diesen Zeiten sich selbst besonders nahe kommen. Dass die Prioritäten wieder klar werden, das, was nicht mehr trägt, wegfällt und wir selbst in diesen tiefen Raum des Nicht-Wissens gehen. In dem wir keine Antworten von außen haben, uns selbst jedoch dadurch so nahe sind, wie lange schon nicht mehr. Danke für deinen Text!
Herzlich, Sabrina
🙏🙏🙏🙏🙏 von ganzem Herzen ♥️
Liebe Marlies!
Wie schön diese Erinnerung heute Morgen meine Morgen erhellt hat: „Das Leben findet einen Weg, wenn du aufhörst, ihm im Weg zu stehen.“
Danke dafür, denn nun weiß ich, welches Bild mir für das entstehende Kartenset und Booklet zum Thema „Meine Schatztruhe“ noch gefehlt hat. Mein Bild dazu wird eine Raupe sein, die sich voller Vertrauen dem Werden zum Schmetterling hingibt 🐛🦋
Kann sein, dass deine Worte (natürlich mit Quellenverweis und Link zu deiner Homepage) Einzug ins Booklet halten, denn sie haben mich sehr berührt.
Wenn es soweit sein sollte, wirst du es erfahren 🙏😊
Herzensgrüße und Herzensdank
Imke
Liebe Marlies,
vielen Dank für diese wundervollen, so wahren Worte!
Wenn ich ins Aussen schaue, sind es gerade jetzt die Worte, die so viele Menschen brauchen.
Ich wünsche mir, dass sie ihre Flügel entfalten und diese Menschen finden.
Von herzen,
Jeanette
Vertrauen,
sich hineinfallen lassen, in „WAS“ ich nie war
alles vergessen, alles verloren
seit Generationen
Vertrauen,
mein „Ich Bin“ in den Zellen meines Körpers
das leicht, warm, sanft unendlich strömt
die Wahrnehmung dazu überwältigt getrennt und vergessen für unendlich lange Zeit
durch gewaltige, zerstörerische Erfahrungen
Vertrauen
mit jedem Augenblick indem ich meine Achtsamkeit ihm schenke
wächst es
gehe ich auf das mir Unbekannte zu
es kommt mir entgegen
Vertrauen
sich trauen
in die ursprüngliche Heimat der Wahrnehmung End-führen lassen
ich bin so willkommen, geschützt und getragen
von Dir
Liebe Marlies, deine Gabe die tiefen Prozesse des Lebens in Worte zu kleiden,
eine liebenswürde Erinnerung an „Das“ was ist, unser Quellbewusstsein
Danke
Maria
💓-lichen Dank!
Das ist ein wunderbarer Text…wfür mich direkt wie direkt ins ❤️ geschrieben
Vielen Dank
Auch, wenn ich oft schon im tiefen Vertrauen, komm ich ab und zu ins Wanken, Zweifeln, frag mich ob“ der Moment “ des Nichtwissens nicht schon zu lange dauert
Dankedankedanke liebe Marlies! 💜