Wenn Unbehagen der richtige Weg ist

Warum echte Intuition uns nicht immer Sicherheit schenkt. Es ist wichtig, genau hinzuschauen, ob wir einem Impuls in uns, unserem Bauchgefühl oder unserer „Intuition“ wirklich vertrauen können. Denn in uns wirken Mechanismen, die oft nur einem Zweck dienen: uns in der Komfortzone zu halten. Wir entscheiden dann anhand vergangener Erfahrungen, Vorstellungen und erlernter Kriterien darüber, was sich richtig oder falsch anfühlt. Doch der wahre Impuls des Lebens, die echte Intuition zeigen sich oft anders. Sie wirken herausfordernd, unpassend und führen uns aus unserer gewohnten Sicherheit heraus.
In dem Moment, in dem wir beginnen, in diese Richtung zu schauen oder einen ersten Schritt zu setzen, entsteht häufig Unbehagen. Und genau dieses Gefühl bringt uns dazu, wieder zurückzugehen. Wir erzählen uns dann, dass es nicht unser Weg sei, dass unsere Intuition dagegen spricht oder dass sich der richtige Weg doch leicht und gut anfühlen müsste. Und so weichen wir aus.
Doch das Leben ist hartnäckig. Es bringt uns immer wieder an dieselbe Schwelle und fragt erneut, ob wir bereit sind, etwas zu wählen, das sich zunächst schwierig oder unsicher anfühlt. Genau dort ist es wichtig, wachsam zu werden und ehrlich hinzuschauen: Welche Stimmen wirken in mir? Was kämpft für Sicherheit und möchte dem Nichtwissen ausweichen? Und wo verhindere ich dadurch vielleicht genau die Möglichkeit, die das Leben für mich bereithält? Die Beobachtung des inneren Dialogs kann helfen, tiefe Wahrheiten zu erkennen. Denn oft möchte eine dieser Stimmen vor allem Recht behalten. Hinter diesen Stimmen stehen jedoch Instanzen mit gebundenen Kräften. Kräfte, die, wenn sie frei wären, uns helfen könnten, einen authentischen Weg zu gehen.
Ein Beispiel dafür ist das Wechselspiel zwischen Kritiker und Opfer in uns. Der Kritiker wird laut, zweifelt uns an, kritisiert und fragt: Wer bist du überhaupt? Bist du gut genug? Weißt du genug, um diesen Weg zu gehen? Gleichzeitig zieht sich das Opfer zurück, wird klein, ohnmächtig oder erstarrt. Dann kippt es wieder in die andere Richtung und das Opfer beginnt zu kämpfen, um sich aus dieser Rolle zu befreien. So wird der innere Ball immer weiter hin und her gespielt. Doch hinter beiden Seiten liegen Kräfte, die gesehen werden wollen. Wenn wir erkennen, welche Kräfte wirklich hinter diesen inneren Stimmen stecken, kann etwas in uns still werden. Kräfte, die zuvor im inneren Kampf gebunden waren, stehen plötzlich zur Verfügung. Klarheit entsteht. Und manchmal wird es möglich, diese Gegensätze auf Herzensebene zusammenzuführen und einen neuen, wirklich authentischen Schritt zu gehen, der inneren Frieden hervorruft.
Für mich hat das mit der Intelligenz des Lebens zu tun, die jenseits von Verstand und Ego Wege sucht, um sich zu zeigen und uns unseren wahrhaftigen Weg erkennen zu lassen.
Ich wünsche jedem Menschen den Mut, diesen inneren Stimmen zuzuhören, die eigene Identifikation mit den dazugehörigen Instanzen zu hinterfragen und sich Schritt für Schritt auf diesen neuen Weg einzulassen. Denn manchmal entsteht genau dort, wo Sicherheit ins Wanken gerät, etwas, das wahrhaftiger ist als alles, was wir bisher über uns geglaubt haben.





Hallo Andrea und Thomas, euer Artikel finde ich gut. Aber euer Bild dazu mal wieder ein Standard Bild wieder, was ich finde heute nicht mehr passt in unserer Welt der Spiritualität und in das Bild von Mann und Frau. Wie wirkt wieder der Mann in einer Dunkelheit dargestellt und die Frau rechts im leuchtenden Licht.
Ich tanze seit über 20 Jahren Biodanza und bin auch Biodanza Leiter. In meiner Ausbildung und in den Jahren danach, habe ich die tiefe Liebe von uns Männern und In Uns Männern endlich entdeckt! Der wahre Kern in uns Männern ist Liebe und Frieden und es passt nicht zu eurem Bild.
Das sind wir nicht!
Herzliche Grüße, AnsGar
Lieber AnsGar, danke dir für deine Offenheit und dafür, dass du deine Wahrnehmung mit uns teilst. Wir können gut verstehen, warum das Bild bei dir diese Reaktion auslöst gerade vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen und deiner tiefen Verbindung zu einer liebevollen männlichen Kraft. Für uns war die Dunkelheit in diesem Bild jedoch nicht negativ gemeint und auch nicht als Gegensatz zu Liebe, Frieden oder Bewusstsein. Im Gegenteil: Für uns tragen sowohl Licht als auch Dunkelheit dieselben Qualitäten in sich. Das Bild sollte keine Bewertung von Mann und Frau ausdrücken, sondern vielmehr innere Instanzen und Ebenen symbolisieren, die im Herzen vereint Frieden finden lassen. Und gleichzeitig zeigt dein Kommentar sehr schön, wie unterschiedlich Bilder und Symbole wahrgenommen werden je nachdem, aus welcher Perspektive oder Erfahrung heraus wir darauf schauen. Genau diesen offenen Austausch empfinden wir als wertvoll und er rüttelt auch uns immer wieder wach. Danke dir dafür.
Liebe Andrea, Ihr beiden Lieben,
herzlichen Dank für Eure liebevolle Antwort und danke das Ihr die Sichtweisen von uns allen so schön dargestellt habt.
Herzliche Grüße mit einer Lieben Umarmung
Ansgar
Die eigentlich aufgeworfene Frage – wie unterscheide ich authentische Wahrnehmung vom manchmal ignoranten „Ich will aber (nicht)!“ – ist nicht wirklich beantwortet, oder ? Das ist eine superwichtige Fähigkeit. Und sie ist entwickelbar und gut unterstützt, wenn wir den Inneren Entscheidungsmaßstab aufgebaut haben…
Kennt wer noch andere Wege, diese beiden starken, sehr ähnlichen Impulse zu unterscheiden ?
Ich stelle mir diese Frage nicht mehr, sondern lasse meinen Körper entscheiden. In meiner Kinesiologie-Ausbildung habe ich gelernt, dass die Antworten des Körpers an diesen Punkten nicht manipulierbar sind!
Inzwischen arbeite ich hauptsächlich mit Zettelabfragen – ich schreibe alle möglichen Antworten (auch und vor allem die, von denen ich weiß, dass ich sie am allerwenigsten lesen möchte) auf kleine Zettel, falte und mische sie und ziehe dann einen mit geschlossenen Augen.
Funktioniert immer, ohne dass ich mich mit der Frage aufhalten muss, aus welcher „Ecke“ die Impulse kommen.
Das Resonanzgesetz hat sich jedenfalls für mich als größtmöglicher Schatz in diesen Dingen erwiesen.
Herzensgrüße zu euch allen
Imke
Liebe Imke, das glaube ich Dir gerne – wenngleich mich „funktioniert immer“ ein wenig stutzen lässt 🙂 Resonanz ist abhängig vom Resonanzkörper: Wenn der Resonanzkörper keinerlei Eigenstruktur mehr hat (modern: Überzeugungen, Schutzhaltungen und Automatismen) dann gibt das Echo die Welle ungebrochen weiter …
Liebe Evelin!
Das mag wohl stimmen – ich kann tatsächlich nur von mir ausgehen 🤷♀️ … ich fühle mich wie eine gut gestimmte Gitarre und bin sehr dankbar, dass das Resonanzgesetz für mich ein wirkungsvolles Instrument ist.
Herzensgrüße
Imke
Hey Evelyn. ich habe mal irgendwo gelesen, wenn es kein eindeutiges JA ist, dann ist es immer ein Nein. Und ich glaube da ist echt was dran. Wenn ich zurück blicke und mir meine ganze Situationen anschaue, waren immer diejenigen, wo ich große Probleme hatte und Dramen entstanden sind, nie ein eindeutiges Ja. Da war immer was merkwürdiges gewesen oder ich hatte ein komisches Gefühl leise ahnend. Ich glaube, wir wissen, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Und nicht jede Situation ist lehrreich oder muss zur Entwicklung der Seele durchlebt werden.
Hallo Ancora, so richtig klar ist mir noch nicht, was die Aussage dieses Textes sein soll. Ist die innere Stimme nicht die Intuition? Wenn ich an meine letzten Momente denke, wo ich nicht auf dieses Millisekunde Gefühl von Unbehagen gehört habe. Da kam ich in Situationen, die für mich unschön und teilweise gefährlich waren. Als hochsensibler Mensch bin ich sowieso mit jeder Situation lange beschäftigt. Vor allem meine letzte Arbeitssituation hat mich sehr stark belastet. Und ich hatte beim Bewerbungsprozess ein ganz minimales merkwürdiges Gefühl. Was ich ignorierte, weil ich unbedingt in dem Bereich Fuss fassen wollte. Ich denke nicht mehr, dass die Seele permanent irgendwelche Aufgaben erfüllen muss, die sie angeblich weiterbringt. Ich denke und fühle, dass das Leben leicht sein darf. Aber vielleicht habe ich auch die Aussage des Textes falsch verstanden. Liebe Grüße ✨💐
Ihr Lieben, danke euch für eure Gedanken, Erfahrungen und unterschiedlichen Sichtweisen zu diesem Text. Genau dafür sind solche Impuls-Texte für uns da: nicht, um allgemeingültige Wahrheiten festzulegen, sondern um innere Räume zu öffnen und zur ehrlichen Selbstbeobachtung einzuladen. Wir erleben Intuition, Resonanz und innere Stimmen vermutlich alle auf unterschiedliche Weise. Unser Text wollte vor allem den Impuls geben, einmal hinzuschauen, wie sehr unsere Wahrnehmung auch durch Erfahrungen, Schutzmechanismen und alte Muster geprägt sein kann und dass es darunter vielleicht noch andere Möglichkeiten gibt, die sich nicht immer sofort sicher oder bequem anfühlen. Wir freuen uns sehr über den offenen Austausch und darüber, was der Text in Bewegung bringt. Und gleichzeitig darf jede und jeder den eigenen Weg darin finden. Mit herzlichen Grüßen – Andrea von Ancora Vitalis
….Danke für Euren inspirierenden Austausch….in welchen ich mich mehrmals „vertiefte“ – unter Berücksichtigung dessen,was mich dazu innerlich wie bewegt….was ich davon auf mich beziehen und für mich ableiten kann…..Danke für Eure Sichtweisen und Eure Wortwahl…..Danke für diesen Raum hier, der das alles ermöglicht…..🌟 💜
Herzlichst,
Dagmar