Über Ansichten und Einsichten

Solange wir etwas nicht im Ganzen sehen können, ist es Ansichtssache. Das heißt, solange wir etwas nicht im Ganzen sehen können – und dafür müssten wir eine höhere Perspektive einnehmen können – ist es Ansichtssache. Unsere individuelle Ansicht.
Es ist ein Teil vom Ganzen, das wir sehen können. Wir, auch als ein Teil vom Ganzen. Entwickeln wir in unserem Leben die Fähigkeit, uns höher zu schwingen und uns mit mehr von uns zu verbinden, sehen wir somit auch mehr als vorher.
So kann es dann sein – in einer Art Zwischenstufe –, dass wir mehrere beziehungsweise verschiedene Ansichten sehen. Als ob wir plötzlich in einem Buch blättern können. Vorher war für uns nur eine Seite sichtbar gewesen, dann sind es mehrere. Wir können an dem, worum es gerade geht erkennen: „Ah, so ist es auch möglich, es anzusehen“.
Vermutlich fühlen sich die erweiterten Ansichten sogar leichter, ja wie eine Befreiung für uns an, als die einzige Seiten-Einsicht, die wir anfangs hatten.
Der Raum weitet sich,
der Atmen wird tiefer
und das Herz freier.
Vielleicht löst sich sogar etwas, das schmerzte, in Luft auf, denn, wenn wir bei so manchem davon sehen können, was wirklich dahintersteckt, das könnte überraschend und erhellend zugleich sein.
Toleranz und Verständnis, zum Beispiel für das Verhalten anderer, können nicht einfach so beschlossen werden. Sondern nach und nach im Bewusstseinsprozess erlebt und erschlossen. Für sich selbst.
Wir alle sind auf dem Weg zu uns selbst, in unsere Ganzheit, die am Ende und am Anfang die Ganzheit von Allem ist. Vielleicht waren die Wege dorthin nie so „offensichtlich“ unterschiedlich wie heute anzusehen. Und die Unterschiedlichkeit nie gefühlt so schmerzhaft.
Doch das Meer am Ende,
das auch das Meer am Anfang ist,
wird wunderschön sein
und alle Ansichten in sich vereinen.





Das ist es!
Genau so ist es!
Wunderschöne Seele, danke von Herzen fürs Erinnern und Ausdrücken.
Sei gesegnet.
Claudia